Die Innenansicht den Walhalla
| Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig. |

INNERES DER WALHALLA
Im siebenten Bande des Universums (Seite 125) ist die äußere Ansicht der Walhalla und die allgemeine Beschreibung dieses herrlichsten aller monumentalen Bauwerke des Bayernkönigs Ludwig enthalten. Das heutige Bild läßt uns einen Blick in sein Inneres thun.
Das Säulenhaus umschließt einen 200 Fuß langen und halb so breiten Saal, der sein Licht durch die 70 Fuß hohe Decke empfängt, welche mit Bronceplatten und Ornamenten auf das Reichste ausgeschmückt ist. Blendende Pracht empfängt den Besucher. Fußboden, Thronstühle, Tafeln sind alle von köstlichem Gestein, öfters reich vergoldet. Ein Marmorfries, der 300 Fuß lang rings um den Saal läuft, erzählt, in halberhabenen Gestalten, die Heldensagen und Urgeschichten der deutschen Völker, von ihren Kämpfen mit den Römern an bis zur Aufrichtung des Kreuzes auf dem Platze, wo die Axt des Bonifaz die tausendjährige Donnereiche fällte. – 140 Konsolen, an den Wänden hingereiht, sind bestimmt, die Büsten der Männer und Frauen zu tragen, an deren Namen sich die Größe und der Ruhm unserer Nation auf den Schlachtfeldern und in den Arenen der Kunst und Wissenschaft vorzugsweise knüpft. Etwa 100 Plätze sind bereits eingenommen; die übrigen gehören den Ehren kommender Geschlechter. Hermann, der Heros, welcher mit dem Niederwerfen der Legionen römischer Eroberer die deutsche Freiheit rettete, beginnt die Reihe; Göthe, der Dichter Erzfürst, beschließt sie. Möge die Zukunft der Ebenbürtigen noch Viele hinzugesellen, ehe die deutsche Zeit geschlossen ist und ihr letztes Kleinod in den Hausschatz fremder Herren wandert!