Kunsthütte oder Pechhütte
Zwanzig Jahre sind verflossen
Seit sich ein’ge Kunstgenossen
:,: In Schlotheim, der saubern Stadt,
Die so viele Gründer hat,
Einst zusammenfanden. :,:
Flugs ward ein Verein gegründet,
Dem bald ein Lokal sich findet,
:,: „Kunsthütte“ ward er genannt;
Dies ist männiglich bekannt,
Doch woher der Name? :,:
Wie kommt denn in eine Hütte
Kunst hinein? Ist es doch Sitte,
:,: Dass sie sehr oft kaum verkehrt
In Palästen? Darum hört,
Wie man’s könnte deuten. :,:
Einer von die ersten Gründer
„Pabst“ mit Namen, sprach: Ihr Kinder,
:,: Lasst uns ein Museum bau’n,
Drin viel Bilder sind zu schau’n
Und auch plast’sche Werke. – :,:
Nun die Bilder aber theuer
Und man für nur wenig Dreier
:,: Kunstwerke nicht kaufen kann,
Schafft’ man ’ne Verloosung an
Mit recht vielen Nieten. :,:
Also kam die Sach’ zu Stande;
Kunsthütten-Mitglieder nannte
:,: Man die Nietenmänner all,
Deren übergrosse Zahl
Schon beträgt sechshundert! :,:
Da für alles Oelgemalte
Immer schönen Preis man zahlte
:,: Kaufet alle Jahre man
Höchstens fünfzig Bilder an
Inclusive Stichen. :,:
Doch die Folge solch’ Beginnens
Ist die Mühsal des Gewinnens,
:,: Wenn scho auch in Jahresfrist
Zwee’en Mal Verloosung ist
Kunst ist’s zu gewinnen. :,:
Richt’ger wär es ohne Zweifel,
Da die Hoffnung fährt zum Teufel,
:,: Wenn man auf ein Bildchen brennt,
Dass man „Pechhütte“ sie nennt
Diese faule Gründung. :,:
War es doch erst mir gegonnen,
Dass ich hab’ ein Bild gewonnen
:,: Nur durch Pech; denn es geschah
Als das Loosungsende da,
Dass ’ne Nummer fehlte. :,:
Auch dem Vorstand ist’s beschieden,
(Nimmer konnt’ er es verhüten)
:,: Dass er niemals was gewann
Wie er es auch dreht’ und spann,
Das ist seine Strafe. :,:
Darum merket, ich beschwöre,
Euch Kunsthüttler, diese Lehre:
:,: „Wählt Euch einen Vorstand gut,
Der niemals gewinnen thut,
Sonst habt Ihr die Nieten.