Lyn-Idwal in Wales
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LYN-IDWAL
in Wales.
Der Avernus Britanniens. In der ödesten Gegend von Caernarvonshire, wo
„Der Wildniß stolze Königin den Wolkenthron
Hat aufgebaut bei See und Katarakt,“ –
führt eine 400 Fuß tief in den Fels gerissene Spalte, „der Paß von Nont-Fangon,“ zu einem jener Werke der Natur, welche Schreckliches mit Erhabenem verknüpfen. Die Schlucht endigt in einem Felskessel, dessen Mitte die schwarzen Gewässer eines Sees ausfüllen, dessen Ränder 700 bis 800 Fuß hohe schroffe Felswände bilden, von denen zwei Staubbäche herabstürzen, die in einer Erdspalte, welche mit dem See in unterirdische Verbindung zu stehen scheint, verschwinden. Nur im Sommer bescheint die Sonne in der Mittagstunde den düstern See; im Winter kann, der hohen schroffen Felswände wegen, kein Sonnenstrahl den Boden des Thals erreichen, auf dem kein Baum, kein Strauch wurzelt, und kaum ein schwacher Graswuchs fortkommt, der einem Paar Rinder der nächsten Meierei spärliche Weide gibt. – Schauerliche Sagen knüpfen sich an die Oede; böse Geister treiben ihr Wesen auf dem See, in dem das Schloß eines grausamen Königs in dem Augenblick versank, da er mit den Genossen seiner Unthaten zu Tische saß. Wenn die Sonne im Juli ihr glänzendes Licht auf dem glatten Spiegel des Wassers wirft, will man noch in der Tiefe die Zinnen des Gebäudes erkennen.