Die Rosstrappe im Harze
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Die ROSSTRAPPE am HARZ
Das ist doch einmal ein Prachtstück der erhabenen Natur; wild, schauerlich und herrlich! – Der Roßtrappfels springt senkrecht, wie eine geborstene ungeheure Mauer, in das Bodethal herein. Der reißende Bergstrom schäumt, auch von der andern Seite beengt und eingedämmt, brausend zwischen den Feldwänden hin. Von der Höhe des Felsens selbst herab gesehen, ist der Anblick wahrhaft groß. Aus schwindelnder Tiefe schallt das Donnern der Wasser herauf; schlanke, dichtlaubige Bäume ragen aus dem Grunde und grünes Gebüsch kleidet und schmückt die starren Wände. In der Ferne aber wölbt sich eine Brücke, die Teufelsbrücke genannt, über die Bode und zur Linken dringt der Blick weit hin in ein stilles, heiteres Waldthal, durch welches der Strom ruhig dahinfließt.
Der Name des Roßtrappfelsens stammt von dem Bilde eines Pferdehufs, welcher sich in kolossalen Dimensionen in dem Felsen eingebauen zeigt. Er ist ein Werk von Menschenhänden und Klopstock singt:
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Druiden haben und Barden mit erobertem
Eisen in den Felsen gehauen das einzige Mal
Der Urjahrhunderte Deutschlands;
Den Huf des heiligen weißen Rosses.
Aber die Volkssage hat sich der Hufspur bemächtigt und ihr eine andere Deutung gegeben. Es hatte sich – so erzählt sie – der wilde Böhmenkönig Bodo eine Fürstentochter aus dem Hünengeschlechte des Harzes zur Braut erkoren. Sie aber verabscheute ihn und floh auf flüchtigem Rosse. Er ihr nach. Da ereilt er sie auf der Felsenzinne. Vor ihr ist der grausige Abgrund, hinter ihr der verhaßte Bräutigam, und – muthig setzt sie über den Abgrund hinüber, so daß des Rosses Huf vom mächtigen Sprung in den Felsen sich eingrub. Ihr Bräutigam folgt, stürzt, und zerschmettert lag er im Abgrund.