Mursuk

Hohen-Eppan in Tyrol Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band (1859) von Friedrich Hofmann
Mursuk
Elbogen (Meyer’s Universum)
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Mursuk.




Auf der großen, natürlichen Karavanenstraße durch die westliche Sahara, von Tripoli nach Bornu und Sudan, ist die Wüstenstadt Mursuk der bedeutendste Halte- und Stapelplatz. So sehr auch das Aeußere der Stadt überraschen mag, welches auf einen höhern Grad von Wohnlichkeit schließen läßt, als man unter diesem Himmelsstrich anzutreffen gewohnt ist, so erweist sich doch bald ein Aufenthalt unfreundlicher, als auf den anderen Oasen. Das Wasser ist schlecht, der nur selten mit spärlichem Regen befeuchtete Sandboden füllt die Luft mit feinem, das Athmen erschwerendem Staub, faulende Salzlaken erzeugen Fieber, die Pflanzungen sind mager und verbrannt, Schatten, Früchte, Gemüse und Milch selten und schlecht. Die Stadt, in ihrem ganzen Umfang von zwei englischen Meilen mit einer Lehmmauer umgeben, ist für ihre auf 2800 Seelen geschätzte Bevölkerung viel zu groß und gewährt den Eindruck der Oede und Verlassenheit. In Bezug auf Handel ist Mursuk nur ein Zwischenplatz und wirklich ansässig sind nur wenige Kaufleute dort. Der Gesammtumsatz beträgt 100,000 Thaler jährlich, wovon sieben Achtel auf den Sklavenhandel kommen.