RE:Kratinos 4

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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K. ho neoteros, Dichter d. mittleren Komödie
Band XI,2 (1922) S. 16541656
GND: 119496585
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4) Κρατῖνος ὁ νεώτερος, Dichter der mittleren Komödie, wohl ein Nachkomme des alten Dichters. Da er in den Siegerlisten nicht vorkommt, und auch Suidas ihn nicht behandelt, ist seine [1655] JL W«Z

nrauuus

Zeit nicht sicher zu bestimmen, aber die Titel und persönlichen Anspielungen weisen ihn in die Mitte des 4. Jhdts. und vielleicht noch erheblich weiter herab. Der von ihm in den Τιτάνες (frg. 8) verspottete Parasit Korydos kommt auch bei Timokles (frg. 11) und Alexis (frg. 47 und 227) vor, eine spöttische Erwähnung Platons im Ψενδυποβολιμαῖος (frg. 10) ist ganz in der Art des Platonspotts bei Alexis (frg. 1. 147. 158. 180), Amphis (frg. 6, 13), Anaxandrides 1 (frg. 19) (vgl. Helm Lucian und Menipp 376ff.), wenn er endlich in den Ταραντίνο« und der Πυθαγορίζουσα die Pythagoristen verspottet, so hat er auch hier wieder Alexis zum Genossen, bei dem genau dieselben beiden Titel wiederkehren, und ein weiteres Seitenstück ist Aristophons Πυθαγοριστῆς. Bei diesen starken Berührungen mit Alexis halte ich es für überaus wahrscheinlich, daß der in frg. 14 erwähnte Archephon derselbe Parasit ist, von dem Machon bei Athen. 21 VI 244 b eine Anekdote aus der Zeit des Ptolemaios I. erzählt; dann müßten wir seine Tätigkeit etwa bis in die zwanziger Jahre des 4. Jhdts. ausdehnen. Unverträglich mit diesem Ansatz ist nur der Titel Θηραμένης, den man auf Grund von Athen. IV 177 a annehmen zu müssen glaubt. Damit könnte doch nur der 404 hingerichtete Politiker, der Gegner des Kritias, gemeint sein, denn es ist eine verzweifelte Annahme Meinekes (Hist. crit.412), der Name sei typisch 3( für den wankelmütigen Politiker gebraucht, oder es sei ein anderer Theramenes, etwa der aus dem unechten vierten Demosthenes Brief bekannte zu verstehen. Überliefert ist bei Athenaios aber nicht ἐν θηραμενεί, sondern êv Θηραμενή, und die naheliegende Änderung Schweighäusers ist durchaus nicht die einzig mögliche, kaum stärker ist die von Breitenbach (De genere quodam titulorum com. att., Basel 1908, 109) vorgeschlagene ἐν θηρωμένη; dieser Titel hätte 40 in der mittleren und neuen Komödie eine Fülle von Analogien z. B. AntiphanesἈκοντιζόμενη und Ἀρπαζομένη, Alexis’ Μανδραγοριζομένη, Me-nanders Ραπιζομενή, ἸΙερικειρομένη, Philippides' Βασανιζόμενη, Apollodoros’ Σφαττομένη. Es ist methodisch ganz verkehrt, den durchaus unsichern Titel Theramenes und etwa das verwirrte Scho-lion Zu Plat. Menex. 235 E Κρατινος δὲ Ὀμφάλη τύραννον αὐτήν [sc. Ἀσπασίαν] καλεὶ χείρεον ΕὐπΟ' λις φίλοι; am besten wohl von Meineke her- 50 gestellt: K. δὲ Ὀμφάλην αὐτὴν καλεὶ Χείρωσι, τύραννον δὲ Εὐπολις Φίλοις (vgl. Plut. Per. 24), zu benutzen, um den jüngeren K. in das 5. Jhdt. zu schieben. Dies versucht neuerdings Capps (Harv. stud. in class phil. XV 61ff.), der ihm die Νεμεσις wegen des Schol. Ar. Vö. 521 zuweisen will (s. o.). Die Nemesis gehört nach dem doppelten Zeugnis des Plut. Per. 3 und Poll. X 186 unweigerlich dem älteren K., und von diesem ist der jüngere durch mindestens 60 zwei, wahrscheinlich drei Generationen getrennt.

Ausdrücklich mit dem Zusatz δ νεώτερος werden zitiert die Stücke Γίγαντες, Θηραμένη (d. i. θηρωμένη oder θηραμένης), Ὀμφάλη, Τιτάνες, Χείρων, Ὑποβολιμαίος, bei den nur von Diog, Laert. VIII 37 und III 28 erwähnten Stücken Πυθαγορίζονσα, Ταραντῖνοι, Ψενδυποβολιμαῖος (wohl mit Ὑποβολιμαίος identisch) fehlt der Zusatz, abei [1656] Krauppos.

lööö

der Inhalt sichert die Zuweisung an den jüngeren Dichter. Denkbar, aber nicht gerade wahrscheinlich (s. o.) ist es, daß der einmal (Poll. X 81) zitierte Βονσειρις dem jüngeren K. gebürt. Literatur. Meineke Hist. crit. 41 1ff. Cäpps Harv. stud. in dass. phil. XV 61, die Fragmente bei Meineke FCG III 374. Kock CAF II 289.