RE:Marcellus 56

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Arzt und Dichter aus Side
Band XIV,2 (1930) S. 14961498
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56) [...] [1497] [1498] Marcellus 1496

min. II 85, 31Æ; vgl. Migne L. LXVII 471 und Schanz Gesch. Röm. Lit. IV 2 S. 590).

60) Bischof von Nikopolis in der Moesia Se-cunda, schreibt mit anderen Bischöfen an den Kaiser Leo I. (Mansi VII 546 A. D).

RE:Marcellus 51

51) Bischof von Dia (Die), wurde Mai 463 durch Mamertus von Vienna (s· d.) unter Hintansetzung der Metropolitanrechte von Arelate und gegen starke Opposition geweiht. Ein M. erscheint 10 unter den Bischöfen, denen Lucidus seine retrac-tatio sandte (CSEL 21 S. 165, 10 ed. Engelbrecht = Mansi VII 1010 C) und ist wohl der unsere. Bei Gregor Tur. de gloria conf. 70 erscheint er als Bekenner und Wundertäter. Er wurde auf Befehl des Westgotenkönigs Eurich aus Dia vertrieben. Zurückgekehrt erlangte M. von dem Burgunderkönig Gundobad Immunität för die Stadt Dia. Gestorben ist er am 17. Januar 510. Duchesne Fastes épiscopaux de Gaule I² 234.

20 52) Episcopus de Sanetio (Aire). Nach Mansi

VIII 337 C Teilnehmer an dem Concilium Aga-thénse (Ägde) im J. 506. Vielleicht ist der M. auf dem Konzil von Orleans im J. 533 (Mansi VIII 839 A) derselbe. Duchesne Fastes épiscopaux de Gaule II 100.

RE:Marcellus 53

53) Presbyter und ἠγούμενος des Dalmatius-klosters unter dem Bischof Photinus von Chal-kedon im J. 536 (Mansi VIII 1015 D).

RE:Marcellus 54

54) Bischof von Anaia (s. o. Bd. I S. 2028) 30 im J. 536 auf dem Konzil von Konstantinopel anwesend (Mansi VIII 973 0).

RE:Marcellus 55

55) M. aus Pergamon, Rhetor d. i. wahrscheinlich Sachwalter (Brandstätter Lpz. Stud. cL Philol. XV 238 A. 2 247 A. 2), weshalb er wohl von Philostrat. vit. soph. nicht erwähnt wird. Nach Suid. s. v., dem wir die einzige Kunde von ihm verdanken, schrieb er ein Buch MÖgeavoc ἡ περὶ βασιλείας. Man denkt an Dion von Prusa or. 3 als Vorbild; hier wird mit ausdrücklicher Beziehung 40 auf Kaiser Traianus (im προοίμιον § 1–24: Arnim Leben und Werke des Dion von Prusa, B. Iö98, 414f.) ein Idealbild der guten Kaiserpersönlichkeitgezeichnet; vielleicht hat daneben or. 1 eingewirkt, wo dieselben Beziehungen auf Traian bestehen, aber zurückhaltend angedeutet werden (Arnim 326). Suidas nennt die Arbeit des M. ein Buch; sie war also kaum eine bloße Lobrede auf Hadrianus, wie etwa von Orion von Aleian-dreia eine verfaßt wurde, sondern wohl populär-50 philosophischen Inhalts, was wieder auf Dion als Vorbild weisen kann, in dessen Schriftstellerei das Thema περὶ βασιλείας ja eine auffallende Rolle spielte (Valdenberg Rev. ét. gr. XL 142). Von anderen Schriften des M. wissen wir nichts mehr; Bernhardy hat aber mit Recht im Saidasartikel den Anfang eines Verzeichnisses der Schriften des M. vermutet. – Prosop. imp. Rom. II 146a. Christ-Schmid II 6 668 A. 6.

RE:Marcellus 56

56) Markellos von Side, Arzt und Dichter. Nach 50 Suid. s. v. lebte er unter Antoninus und schrieb 42 Bücher latrika im heroischen Versmaß. Galen XIV 459 ἔλεγε δὲ Μ. ποιεῖν καλώς πθὸς σπληνικαύς und teilt dann das Rezept mit; das Imperfektum weist auf mündliche Unterhaltung (wie de sublim. 3, 5); Galen war etwa J. 163–193 (mit· einer Unterbrechung nach J. 166) in Rom (o. Bd. VII S. 579). Dazu tritt bestätigend das Epigramm Anth* Pal. VII 158 εἰς Μαρκέλλαν τὸν Σιδητην Ἰατρόν [1497] 1497

Marcellus

wo er als περικλειτδς Ἰητήρ gepriesen wird-, die Kaiser Hadrian und Antoninus hätten seine Bücher in Rom aufgestellt: es seien vierzig über Heilmittel. Der Korrektor der Handschrift hat daraus 42 zu machen versucht. Das große Werk ist viel benutzt worden; so von Aetios und Paulos von Aigina, der fünf Rezepte aus M mitteilt (Heiberg im Index II 413). Marc. Emp. nennt 30, 51 eine confectio salis eathartici quam M ostendü und spricht 20, 84 von oxyporium, quod Nero 1 utebatur ad digestionem, quod M. medicus egre-gius ostendit: also hatte M. das Mittel dadurch empfohlen, daß ein Kaiser es gebraucht hatte. Suid. weist noch darauf hin, daß M. in seinem Werk περὶ λυκανθρώπου gehandelt habe; diese Stelle liegt uns noch in verschiedenen Exzerpten vor, die R. Förster Physiogn. II 282 zusammen-gestellt und Roscher Abh. d. Sächs. Ges. XVII 3 behandelt hat (Kroll Rh. Mus. LII 341). In poetischer Form sind uns drei Fragmente περΙ$ ἰχθύων mit zusammen 101 Versen in einigen jüngeren Hss. erhalten (Diels Handsehr. ant. Ärzte II 61) und mehrfach herausgegeben, z. B. von Id eie r Phys, et Med. gr. I 134. Dübner bei Lehrs Poet, bucol. 169 (auf Grund einer Vergleichung der Pariser Hss). M. Schneider Comment. Ribbeck. 124 (ohne wesentliche Förderung). Kommentar in den fünf Programmen von C. G. Kühn De M. Sideta, Lpzg. 1834ff. M. zählt katalogartig eine große Menge von * Fischen auf, aus denen sich Heilmittel gewinnen lassen; streng sachlich und ohne eigentlich poetische Zutäten. Ebenso sachlich waren offenbar die Rezepte mitgeteilt, die wir nur in Paraphrasen kennen; sie in poetische Form zu bringen machte dem M. nicht mehr Schwierigkeiten als dem Ovid die kosmetischen Rezepte der Medica-mina faciei (o. Bd. XII S. 1856).

Für die Berühmheit des Dichters M. zeugt es, daß Herodes Attikos, als er im J. 160 für sein Triopion Epigramme brauchte, den M. mit der Abfassung betraute (o. Bd. VIII S. 938); sie sind von v. Wilamowitz S.-Ber. Akad. Berl. 1918, 1 sehr förderlich besprochen worden. Das eine Gedicht, das allein den Verfassernamen Μαοκέλλου trägt, fordert die Frauen Roms auf, der Regilla Opfer zu bringen; daran schließt sich überschwenglicher Preis der Familie des Herodes und der Regilla, sowie der Kaiserin Faustina. Das amlere warnt vor Verletzung des Grundstücks und vor Anlage von Gräbern darauf. M. bedient sich einer überaus kunstvollen, aus der homerischen abgeleiteten Sprache; im Lehrgedicht muß er natürlich mehr an hellenistische Vorbilder anknüpfen An Mißgriffen fehlt es nicht (v. Wila-mowitz 21, 3): leere und geschmacklose Epitheta (die χαίτη des Fenchels heißt ἀδιτή v. 99, die σκάροι ἀνθεμόεντες v. 19; vgl. 44; die Hummer ἠνκέοωτεζ v. 31, der ranzellose Unterleib einer Frau ἀγανώπις v. 80) und Bilder: μαζοί ... γάλα κυ· μαίνουσι v. 91, Karbunkel πυείονσι φόβον κρνερον θανάτοιο ν.46 – dergleichen fast unvermeidlich bei dem Zusammenstoß des nüchternen Stoffes mit der hochtrabenden epischen Sprache. Aus den Epigrammen z. B A 18 ,ein grausames Schicksal raffte die Mutter dahin‘ πρίνπερ γηραιθσὶ μιγήμεναι ἠλακάτρσι (v. Wilamowitz 13;. Doch hat der weniger sprödeStoff die Epigramme besser gelingen lassen. [1498] Marcellus

1498

Die Technik ist glatt, aber nicht pedantisch: viele Daktylen, aber Epigr. 76. 83 drei Spondeen hintereinander. Spondiaci in den Epigrammen nur drei (v. 38. 59, 79), davon zwei in Eigennamen, in den Fragmenten 16, durchweg durch Fischnamen entschuldigt. Einschnitt nach dem vierten Trochaeus ep. 43. 45 mit Absicht, Verstöße gegen Wernickes Gesetz frg. 1, 4. 8 (letzteres wohl zu emendieren). Neubildungen auf 0 homerischer Grundlage häufig; auffallende Prosodie φύμάτεσσιν frg. 83. [W. Kroll.]

Der θρόνος Μαρκέλλιος bei Paul. Aig VII 12, 26 erscheint auch bei Philumenos de disenteria reumatica S. 138 Mih. als trociseus Marcelli magnificus. Die Übereinstimmung ist so groß, daß die Abweichungen als Überlieferungsfehler aufgefaßt werden können. Philumenos wird auf dem Wege über Oribasios dem Paulos und Aetios die Kenntnis des M. vermittelt haben. Über M. »Obei Alex. Trail. II 357 Puschmann s. Marcel-linus Nr. 53.

RE:Marcellus 57

57) Arzt um 358 n. Ohr., den Libanios ep. 287 und 365 lobend erwähnt. Da er in diesem Jahre πάνν γέρων genannt wird, so ist er mit Marcellus Empirions, der sein Werk nicht vor 408 verfaßte, nicht identisch. Jak. Grimm Kl. Schr. II 117. Meyer Gesch. der Bot. II 299, 1. Liechtenhan Sprach!. Bem. zu Marc. Emp. Diss. Basel 1917, 6.

RE:Marcellus 58

58) Empirions oder Bui digalensis (beide Bei-JOuamen sind nicht antik), Verfasser eines Arzneibuches, um 400 n. Ohr.

a) Leben. J. Grimm Kl. Schr. II 114ff, Meyer Gesch. d. Bot II 299f. Teuffel Röm. Lit.-Gesch. ἼΠ⁶ 388f. Liechtenhan Spracht Bem. zu M. Emp. Diss. Basel 1917.

Der das Werk des M. einleitende Brief beginnt mit den Worten: Marcellus vir Muster ex magno officio Theodosii senioris filiis suis s. d. Die unverständlichen Worte ex magno officio sind 40 schon von P i t h o e u s Epigr. et poem. var. Paris 1590, 241 und Gothofredus im Kommentar zu Cod. Theod. 16, 5, 29 als falsche Auflösung der Abkürzung EX. MA G. O. = ex magistro officio-rum erklärt worden Auf Grund des Zusatzes senioris müssen wir als sicher annehmen, daß diese Worte zu einer Zeit niedergeschrieben worden sind, als zwischen Theodosius I. und II. unterschieden werden mußte, also nach dem Regierungsantritt Theodosius’ II., d. h. nach dem Ab-50 leben des Arcadias (1. Mai 408). Durch diese Konjektur, nach der also M. unter Theodosius I. das einflußreiche Amt eines Chefs der großen Hofhaltung bekleidet hat, wird unsei M. mit dem Adressaten zweier Erlasse des Cod. Theod. aus dem J, 395 identifiziert: 6, 29, S = Cod. Iustin. 12, 22, 4: Impp, Arcadius et Honorius AA. Marcello magistro officiorfum) und ähnlich Cod. Theod. 16, 5, 29. Damit harmoniert Suid. s. v.: ΜάρκΜος μάγι πρὸς Ἀρκαδίον, κόσμος ἀρετῆς δΟάπάση?, ἡ τὸ γὲ ἀρμονικώτερον εἰπῦν ἀρετὴ τις ἔμψυχος- Auffällig ist es, daß M. sich nur als Exmagister des Theodosias bezeichnet ; man darf wohl daraus folgern, daß er das Amt unter Arcadias nur noch kurze Zeit innegehabt hat. Möglich ist es, daß d e Briefe des Symmachos IX 11 uni 23 an unsern M. gerichtet sind. Daß M. in Gallien lebte, folgt aus seiner Erwähnung gallischer Pflanzennamen und Besprechungsformeln; daß er

[Kind. ]