RE:Maximianus 13
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Erzbischof von Ravenna | |||
| Band XIV,2 (1930) S. 2534–2536 | |||
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| Register XIV,2 | Register m | ||
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13) [...] [2535] [2536] Maximianus (Erzbischof) 2534 mann Gesch. Italiens im Mittelalter 12 203, 12 ist er nicht identisch mit dem Elegiker M., Sund wall Abhandl. zur Gesch. des ausgehenden Römertums 139.
18) Erzbischof von Ravenna, 546–556 oder 557. Nach den Angaben des auf den Jahrbüchern und Bischofslisten der Kirche von Ravenna beruhenden Liber pontificalis eccles. Ravenn. von Agnellus (Mon. Germ. auct. rer. langob. ed. Holder-10 Egger), das die Lebensbeschreibungen der Erzbischöfe dieser Stadt enthält, war M. aus Pola und vom dortigen Bischof zum Diakon, wie Agnellus behauptet, an der Kirche S. Maria Formosa geweiht (bis [sc. is] Polensis erat auf einer Inschrift bei Agneil. c. 74. Erwähnung M.s in der Stiftungsurkunde dieser Kirche im Archiv von Pola [seit 1657 verloren], aber mit unrichtigen Angaben). Da sein Alter bei der Bisehofsweihe mit 48 Jahren angegeben ist, war er 498 oder 20 499 geboren.
Vor dem J. 538 (Mommsen Mon. Germ. IX 257 nimmt schon das J. 530 an) begab sich M. in das Östliche Kaiserreich. Er besuchte den Bischof Timotheus III. von Alexandrien (gest. 538), der damals in den monophysitischen Wirren einer der letzten der Einigung mit Rom widerstrebenden Bischöfe der östlichen Kirche war. Agnellus zitiert (c. 79) für den Aufenthalt in Alexandrien eine Bemerkung M.s: quet,. (se. Timotheum) ego ὄθ navigans in sua civitate bene administrante™, supυλsup vidi, aus dessen Chronik, die er in dieser Biographie reichlich verwendet. Die durch diese Episode und M.s eigenen Ausspruch angedeutete Beziehung zu dem häretischen Bischof steht in seltsamem Kontraste zu der, später in Konstantinopel zutage tretenden Gunst des Kaisers und der Gemeinschaft mit der römischen Kirche, die M. offenbar festhielt. Agnellus scheint übrigens über die damalige kirchenpolitische Lage keine nähere Kenntnis mehr gehab+ zu haben, denn es fehlt jegliche Andeutung über die verwickelten kirchlichen Verhältnisse, die in M.s Leben eine nicht unbedeutende Rolle spielten.
Durch das Edikt Iustinians v. J. 544, das die tria capitula, die Schriften des Theodor von Mop-suestia, Theodoret von Cyrus und Iba von Edessa, verurteilte, war der schon lange währende Dreikapitelstreit in eine neue Phase getreten. Das westliche Reich stand zu dem kaiserlichen Erlasse zumeist in Widerspruch, besonders die nord-50 italienischen Diözesen befanden sich in heftiger Aufregung. Daß M. damals in Konstantinopel eine vermittelnde Rolle gespielt hat, ergibt sich einerseits aus der legendenhaften Erzählung, daß Iustinian sich bewogen fühlte, ihm eine retributio pro tali fidt zu verleihen, anderseits aus der ablehnenden Haltung der gegen den Kaiser aufgebrachten Bevölkerung von Ravenna bei M.s Rückkehr aus Konstantinopel. Während seines Aufenthaltes daselbst war Erzbischof Victor von Ra->0 venna gestorben (546). Iustinians Wahl des Nachfolgers fiel auf M.; der eben in der Residenz anwesende Papst Vigilius soll ihn geweiht und ihm das Pallium verliehen haben. Da Vigilius erst am 25. Januar 547 hier eintraf (Cont. Marc, chron.; Theoph. chronogr. p. 496; Malalas chron. 1, 18 u.a.) kann die in Patras vorgenommene Konsekration erst nach diesem Datum stattgefunden [2535] 2535 Maximianus (Erzbischof)
haben, falls Vigilius sie wirklich persönlich vornahm; wenn das von Agnellus (325, 40) angegebene Datum des 14. Oktober 546 stimmen sollte, so müßte der päpstliche Legat Stephan die Funktion erfüllt haben. Es mag anzunehmen sein, daß -das frühere Datum pridie Idus oct., ind. 10, quin-quies p. c. Basüii iunioris die kaiserliche Entschließung, das andere die kirchliche Weihe be-trißt. M. reiste nun nach Ravenna zurück, das inzwischen von Beiisar im Gotenkriege eingenom-1 men worden war. Die Ravennaten nahmen ihn jedoch nicht auf. M. schlug daher seine Residenz außerhalb der Mauern im Episcopium Bischof Unimunds, eines Zeitgenossen Theoderichs, auf und nahm die damit verbundene Kirche SS. Eusebii et Georgii in Besitz. Nach längeren Verhandlungen erst gewann er das Vertrauen seiner Diözesanen und zog feierMeh in die Stadt ent Aus seiner Amtstätigkeit erwähnt Agnellus seine Sorge für den Grundbesitz der ravennatischen Kirche: eine zwei- malige Reise nach Konstantinopel um vom Kaiser Waldbesitz in Istrien für sie zu erlangen, ferner seine Sorge für die Ausbildung des Klerus und die Abfassung von libri ecclesiastici (Missalien) und liturgischen Büchern. Besonders hervorragend betätigte sich M. als Bauherr mit seinem Gehilfen, dem Baumeister Iulius Argentarius. Von den zahlreichen Kirchen, die ihm Entstehung, Ausschmückung oder Erneuerung verdanken, steht an erster Stelle die berühmte Rundkirche S. Vitale. Zum Andenken an ihre Einweihung wurden jene beiden Mosaikgemälde in der Apsis gewidmet, von denen das eine die Kaiserin Theodora mit ihrem Hofstaat, das andere Iustinian im Kreise seiner Großen darstellt. In der ersten Reihe neben dem Kaiser steht M., eine hohe hagere Gestalt mit scharf gezeichneten Zügen, augenscheinlich ein Porträt des Erzbischofs (Agnellus 325, 40 schildert ihn: longaeva statura, tenui corpore, mad-lentus in faeie, calvus capite, inodicos habebat capillos, oculos glaucos ...). Ähnliche Bilder M.s sah Agnellus noch in andern von M. gegründeten Kirchen, z. B. S. Stephanus. S. Apotlinare in Classe und die Kapelle im erzbischöflichen Palast tragen heute noch den Mosaikenschmuck, den sie M. verdanken und dem ein letztes Mal in dieser Zeit sterbender Kultur die Synthese von klassischem Kunstgeschmack und christlichem Gedankeninhalt gelang. Vgl. W. Goetz Ravenna 46–56. -Corrado Ricci Ravenna, 6. ed. Bergamo 1906.
Ch. Diehl Ravenne (Les villes d’art célèbres), Paris 1903. Kurth Die Mosaiken der christlichen Aera I Wandmosaiken von Ravenna. Die Kämpfer von Säulen der von ihm erbauten Kirchen tragen nach damaliger Sitte das Monogramm von M. als Bauherrn. Auch Klosterbauten und andere Häuser schreibt ihm Agnellus auf Grund der seinen Namen tragenden Ziegel zu. Eine Kirchengründung M.s in Ardica Agn. c. 77 mit einer die Kirchweihe berichtenden Inschrift.
Die von M. verfaßte Chronik ist nur aus den wenigen Zitaten bei Agnellus bekannt. Sie hat oßenbar (Agnellus c. 78) die Chronik des Hieronymus und die Geschichte des Orosius fortgesetzt, die politische Geschichte, die Ämterreihe weitergeführt per diversos libros nobiliorum principum non eolum imperatorum sed et regum et praefec-torum. Mommsen 257 vermutet auch, daß M. [2536] Maximianus
2536
unter dem Vitalis gemeint sei, den Venantius Fortunatas in seinem Gedicht (carm. I 1) über die auch M. ihre Gründung verdankende Kirche S. Andrea anspricht. Waitz (Nachr. d. Gott. Ges. d. Wiss. 1865, 112), Pertz, Bethmann, Holder und E g g er nehmen an, daß im Anon. Vales. ein Fragment der Chronik auf uns gekommen sei. Vgl. Mon. Germ. Agnellus p. 273. Nach Mommsen hingegen (Mon. Germ. auct. ant IX 0 p. 258) weicht die schöne Diktion M.s von der barbarischen Sprache des Anon. Vales. stark ab, weshalb er diese Ansicht ablehnt. Für die Benützung von M.s Chronik im Mittelalter noch Waitz 1871, 309.
M. starb 22. Februar 556 oder 57 und wurde in S. Andrea bestattet. Die Inschrift bei Agnellus c. 92. Vgl. Rubens Historia Rav. Er war der 27. in der Reihe der Bischöfe von Ravenna.
[Nagl]
!0 14) Donatistischer Märtyrer zur Zeit des
Kaisers Constans in Karthago (15. Äug. 347, Seeck Regesten; vgl. Passio Maiimiani et Isaac (Ellies du Pin De schismate Donatistaram mo-numenta vetera 309. Migne L. VIII 760ff. Pallu de Bessert Fastes Afric. II 243. Seeck Untergang III 338, 15).
RE:Maximianus 15
15) Katholischer Bischof von Bagai im J. 402 (vgl. Mansi III 787. IV 496 A), wurde von den Donatisten schwer mißhandelt, was Anlaß znm JO Einschreiten des Kaisers Honorius bot (Augustin. c. Crescon. III 43, 47. CSEL 52 S. 453, 24; vgl. Seeck Untergang III 361 und 520. Duchesne Hist. ancienne de l’église III 130ff. Kidd Hist. of the Church III 14 und 19).
RE:Maximianus 16
16) Donatist, wurde bald nach 391 gegen den Willen des Bischofs Primianus von Karthago zum Diakon geweiht und nachher von seinem Bischof, den er beleidigt hatte, exkommuniziert. Doch setzte darauf die Synode von Cabarsussi am 40 24. Juni 393 den Primianus ab, und 22 Bischöfe weihten an seiner Stelle den M. als Bischof von Karthago. Aber ein Konzil der Anhänger des Primianus in Bagai setzte umgekehrt ihn und die Bischöfe, die ihn geweiht hatten, am 24. April 394 ab (Augustin. Gesta cum Emerito 9ff. CSEL 53, 190, 29ff.; contra Crescon. III 52, 58 CSEL 52 S. 463, 29. III 56, 62 S. 46 7, 6ff. IV 39, 46 8. 546, 2ff.; vgl. IV 4 S. 501, 8ff.; c. epist. Parmen. I 4. 8 CSEL 51 S. 27. 26f. I 11, 18 S. 40, 7; c. lit 50Petil. III 39, 45 CSEL 52 S. 198, 28ff. Mansi III 843 B. 846 A. 855Bff.). Seine Anhänger hießen Maximianistae oder Maximianenses (vgl. z. B. Augustin. c. Crescon. IV 6, 7 CSEL 52 S. 506, 23) oder werden auch als pars Maxintiani bezeichnet (Augustin de baptismo V 6, 7 CSEL 51 S. 268, 12; vgl. Bonwetsch Realenc. Prot. Theol. IV 795f. Duchesne Hist. ancienne de l'église III 117ff. Kidd Hist. of the Church II 409f. Seeck Untergang III 351. 353ff.).
60 17) Bischof, Anhänger des vorigen auf dem
Konzil von Cabarsussi nach Mansi III 845 B, 847 E und 849 A, als Episcopus Erumninensis bezeichnet, d. i. Ermienensis, also aus Hermiana (s. o. Bd. VIII S. 828), nahm 411 an dem Religionsgespräch von Karthago teil (Gesta Coll. Carth. I 133 und 187 = Mansi IV 114 Ä und 138 B).
RE:Maximianus 18
18) Ein episcopus Stabatcnsis oder Fabia-