Wie der Mond sich leuchtend dränget

« Das Herz ist mir bedrückt, und sehnlich Buch der Lieder (1827) Im Traum sah ich die Geliebte »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern) am linken Seitenrand.

[217]

XL.

     Wie der Mond sich leuchtend dränget
Durch den dunkeln Wolkenflor,
Also taucht aus dunkeln Zeiten
Mir ein lichtes Bild hervor.

5
     Saßen all auf dem Verdecke,

Fuhren stolz hinab den Rhein,
Und die sommergrünen Ufer
Glühn im Abendsonnenschein.

     Sinnend saß ich zu den Füßen

10
Einer Dame, schön und hold;

In ihr liebes, bleiches Antlitz
Spielt’ das rothe Sonnengold.

     Lauten klangen, Buben sangen,
Wunderbare Fröhlichkeit!

15
Und der Himmel wurde blauer,

Und die Seele wurde weit.

     [218] Mährchenhaft vorüberzogen
Berg und Burgen, Wald und Au’;
Und das Alles sah ich glänzen

20
In dem Aug’ der schönen Frau.