[1039] Zur Theorie der Strahlung bewegter Körper
von
Dr. Fritz Hasenöhrl.
(Mit 2 Textfiguren.)
(Vorgelegt in der Sitzung am 23. Juni 1904.)
Bewegt sich eine strahlende Fläche mit gleichförmiger Geschwindigkeit in derselben Richtung wie die von ihr ausgesandte Strahlung, so muß zur Überwindung des von letzterer ausgeübten Druckes beständig Arbeit geleistet werden. Diese Arbeit verwandelt sich nun gleichfalls in Strahlungsenergie, so daß also von einer in diesem Sinne bewegten Fläche um diesen Betrag mehr Energie ausgeht als von einer ruhenden. Bewegt sich hingegen die Fläche in der der ausgesandten Strahlung entgegengesetzten Richtung, so leistet letztere stets Arbeit und es geht dann von der bewegten Fläche um diesen Betrag weniger Energie aus als von einer ruhenden.
Bewegt sich andrerseits eine absorbierende Fläche so, daß sie vor der auffallenden Strahlung zurückweicht, so leistet letztere beständig Arbeit; die Fläche kann daher nur um das Äquivalent der letzteren weniger Strahlung absorbieren, d. h. in innern Wärmeinhalt verwandeln. Bewegt sich hingegen die absorbierende Fläche der auffallenden Strahlung entgegen, so muß beständig von außen Arbeit gegen den Druck der Strahlung geleistet werden. Diese Arbeit kann nur als Wärme in der absorbierenden Fläche auftreten. Die Wirkung der Bewegung ist also in diesem Falle die, daß die Fläche um den Betrag der geleisteten Arbeit mehr Wärme absorbiert.
[1040] Diese Auffassungsweise ist bereits von verschiedenen Autoren[1] ausgesprochen worden.
Im folgenden habe ich nun versucht, diese Sätze auf die Strahlung in einem bewegten Hohlraum anzuwenden. Außer der von den Wänden desselben gelieferten Strahlung muß sich in demselben auch Strahlungsenergie befinden, die aus mechanischer Arbeit gewonnen ist und wieder in solche verwandelt wird. Dieselbe ist wesentlich durch die Bewegung des Hohlraumes bedingt; ihr Betrag ist, wie sich zeigen wird, dem Quadrat der Geschwindigkeit des Systems proportional (in erster Annäherung), vermehrt also scheinbar die kinetische Energie des Systems. Es liegen also hier Verhältnisse vor, welche der Bewegung eines Elektrons ganz analog sind. Ebenso wie dort der Begriff »elektromagnetische Masse« eingeführt wird, könnte man auch hier von einer »scheinbaren Masse« sprechen, die durch die Strahlung bedingt ist. Ebenso wie die elektromagnetische Masse der statischen Energie des ruhenden Elektrons proportional ist, ist auch die durch Strahlung bedingte scheinbare Masse dem Energieinhalte des ruhenden Hohlraumes proportional. Und zwar ist der Proportionalitätsfaktor in beiden Fällen von derselben Größenordnung. Da nun der Wärmeinhalt jedes Körpers zum Teil aus Strahlungsenergie besteht, muß auch jeder Körper eine solche scheinbare, von der Temperatur abhängige Masse besitzen, die sich zu der Masse in gewöhnlichem Sinn addiert.
1.
Wir betrachten nun einen zylindrischen Hohlraum
, der sich mit konstanter Geschwindigkeit
in der Richtung des Pfeiles bewegt (Fig. 1). Sei
die Geschwindigkeit des Lichtes und
. Ferner seien
und
zwei schwarze Flächen. Die Mantelfläche des Hohlraumes sowie die äußere Begrenzung der schwarzen Körper sei durch nach innen vollkommen
[1041] spiegelnde Flächen gebildet. Der Querschnitt des Raumes
sei gleich 1, seine Höhe gleich
. Der Außenraum sei ganz frei von Strahlung, also auf der absoluten Temperatur Null, während den Flächen
und
eine bestimmte Temperatur zukommen soll.

Fig. 1.
Wir haben jetzt zwischen absoluter und relativer Strahlenrichtung zu unterscheiden;[2] es ist bequemer, unserer Betrachtung die letztere zu Grunde zu legen.
Sei nun
die Energiemenge, die
in der Zeiteinheit in der relativen Richtung zwischen
und
aussendet, wobei
also der Winkel ist, den die relative Strahlenrichtung mit der Normalen (und mit der Richtung der Geschwindigkeit
) einschließt.
muß dann (bezüglich
) eine Konstante sein, wie ich bereits in einer frühern Arbeit hervorgehoben habe.[3] Diese Strahlung übt nun auf
einen Druck aus, dessen in die Richtung der Normalen (im Sinne von
) fallende Komponente den Wert
haben möge. Multiplizieren wir diesen Ausdruck mit
, so erhalten wir die Arbeit, die in einer Sekunde von außen gegen diesen Druck geleistet wird, welche nun auch in Strahlung verwandelt wird, so daß also die gesamte Strahlung, welche
in der gegebenen Richtung verläßt, den Wert
[1042]
hat. Dieser Ausdruck gibt uns nun auch den Betrag der in der Zeiteinheit auf
fallenden Strahlung an. Von derselben wird dort ein Teil absorbiert, ein Teil in Arbeit verwandelt. Falls
auf der absoluten Temperatur Null befindlich wäre, so wäre die eben betrachtete Strahlung die einzige in
befindliche. Da in diesem Falle keine Widerstandskraft gegen die Bewegung unseres Systems zu erwarten ist, muß in
und
derselbe Druck nach entgegengesetzten Richtungen wirksam sein, so daß im ganzen keine Arbeit geleistet wird. Es wird also in
die Energiemenge
absorbiert und die Energiemenge
in mechanische Arbeit verwandelt.
Denken wir uns nun
auf derselben Temperatur wie
befindlich, so gibt auch
in einer bestimmten Richtung die Energie
ab. Übt diese Strahlung den Druck
aus, so leistet sie Arbeit, um deren Betrag die von
gelieferte Energie zu vermindern ist, so daß also
von der Strahlungsmenge
verlassen wird. Dieselbe Energiemenge fällt in
auf und zwar lehrt eine der frühern ganz analoge Betrachtung, daß dortselbst die Energiemenge
absorbiert wird, weil gegen die auffallende Strahlung von außen die Arbeit
geleistet werden muß, die sich gleichfalls in Wärme verwandelt.
[1043] Es wird also von beiden Körpern
und
gleichviel absorbiert, wie emittiert; auf beiden Flächen lastet (in entgegengesetzter Richtung) derselbe Druck
so daß in Summe keine Arbeit geleistet wird. Wenn also keine äußern Kräfte wirken, behält das System seine Geschwindigkeit bei.
Falls der eine der Körper
oder
durch einen vollkommenen Spiegel ersetzt wird, muß der Strahlungszustand in
genau derselbe bleiben,[4] es ist also unter anderm dann auch
der Druck auf den Spiegel.
Wir fragen uns nun nach dem Energieinhalte des Raumes
. Die von
nach
gehende Strahlung hat die relative Geschwindigkeit:[5]
Die von
nach
gelangende Strahlung hat die Geschwindigkeit
beide haben den Weg
zurückzulegen, also ist der gesamte Energieinhalt des Raumes
|
(1)
|
Der erste der beiden Summanden gibt den Teil der Energie des Raumes
an, der von den schwarzen Körpern
[1044] geliefert wurde. Mit demselben hat sich meine bereits zitierte Arbeit beschäftigt.
Der zweite Summand repräsentiert dagegen Strahlungsenergie, welche aus mechanischer Arbeit gewonnen ist. Da bei gleichförmiger Bewegung, wie wir sahen, keine Arbeit geleistet wird, muß dies eine Arbeit sein, welche bei Beschleunigung unseres Systems geleistet werden muß.
Man kann den Betrag dieser Energiemenge auch leicht auf folgende Weise bestimmen. Denken wir uns unser System in absoluter Ruhe, die beiden schwarzen Flächen
und
irgendwie am Ausstrahlen gehindert; den Raum
also ganz frei von Strahlung. Es soll nun in einem Augenblicke der Strahlung von
und
freie Bahn gelassen werden und gleichzeitig das System in verschwindend kurzer Zeit auf die Geschwindigkeit
gebracht werden. Von diesem Augenblick an muß gegen die von
ausgehende Strahlung die Arbeit
in der Zeiteinheit geleistet werden. Es vergeht nun die Zeit
, bis diese Strahlung in
anlangt und dort ihrerseits das gleiche Arbeitsquantum liefert. Während dieser Zeit ist die von außen gelieferte Arbeit also unkompensiert. Ebenso leistet die von
ausgehende Strahlung gleich von Beginn an die Arbeit
und es vergeht jetzt die Zeit
, bis diese Strahlung in
anlangt und dort die gleiche Arbeit im entgegengesetzten Sinne von außen her geleistet werden muß. Es wurde also von außen her um
mehr Arbeit geleistet, als aus der Strahlung gewonnen. Integrieren wir diesen Betrag über alle Strahlungsrichtungen, so erhalten wir den obigen Ausdruck.
Falls unser System zu Anfang in Ruhe befindlich, die Flächen
und
jedoch nicht gehindert waren, Strahlung zu emittieren, befindet sich auch zu Anfang in
Strahlungsenergie in bestimmtem Betrage. Die obige Überlegung deutet
[1045] an, daß diese Energie ganz absorbiert und nicht in Arbeit verwandelt wird. Und zwar läßt sich dies auch direkt zeigen, wenn man für
und
ihre Werte einführt, die wir im folgenden Abschnitt angeben werden. Um den Gang der Untersuchung nicht zu unterbrechen, verlege ich den Beweis dieses Satzes in den § 4 dieser Abhandlung. Es ist also im Ausdruck (1) der erste Summand die von den strahlenden Körpern gelieferte Energie, der zweite die aus Arbeit entstandene. Wir bezeichnen letztere mit
, setzen also
|
(2)
|
2.
Wir wollen nun für die Größen
und
, die wir vorläufig unbestimmt ließen, ihren Wert einführen. Derselbe ist allgemein wohl zuerst von M. Abraham in seinen bereits zitierten Abhandlungen angegeben worden. Und zwar sind diese Werte aus der Lorentz’schen Theorie des Elektromagnetismus abgeleitet. Da man auch auf andrem Wege zu denselben Ausdrücken gelangt (siehe § 3 der vorliegenden Arbeit), erscheint ihre Richtigkeit noch wahrscheinlicher. Nach Abraham ist der Strahlungsdruck auf eine Fläche numerisch gleich der auffallenden oder ausgesandten Strahlung dividiert durch die Lichtgeschwindigkeit, und zwar wirkt dieser Druck in der absoluten Richtung der Strahlung. Sei
der Winkel, welchen die absolute Richtung der unter dem relativen Winkel
ausgesandten Strahlung mit der Richtung von
einschließt. Dann ist die früher mit
bezeichnete Größe
da wir ja unter
die – allein wirksame – normale Druckkomponente verstanden. Eine Beziehung zwischen
und
erhält man leicht aus nachstehender Figur 2, welche mit Fig. 1 meiner zitierten Abhandlung im wesentlichen identisch ist und welche wohl keiner weitem Erklärung bedarf.
[1046] Es ist:
|
|
woraus sich die Beziehungen:
und
|
(3)
|
ergeben.

Fig. 2.
Es ist also:
|
(4)
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setzen wir dies in die Gleichung
ein, so folgt
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(5)
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und
|
(6)
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Ganz analog ergibt sich:
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(7)
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[1047] und
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(8)
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oder
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(9)
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Setzen wir dies in (2) ein, so wird:
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|
Setzen wir noch den Energieinhalt des ruhenden Hohlraumes
so wird nach Durchführung der Integration
Vernachlässigen wir hierin Größen von der Ordnung
, so wird
Dieser Ausdruck hat nun die Form und die Dimension einer kinetischen Energie. Man kann also sagen, daß die kinetische Energie unseres Systems scheinbar um
vergrößert
[1048] wurde oder auch, daß zur mechanischen Masse unseres Systems noch eine scheinbare Masse
hinzugekommen ist. Und zwar ist die Einführung dieser Masse ganz analog der der elektromagnetischen Masse. Bezeichnen wir für den Augenblick die Energie eines ruhenden Elektrons mit
, so ist die elektromagnetische Masse desselben gleich
oder
,[6] je nachdem man es mit Flächen- oder Volumenladung zu tun hat. Der Größenordnung nach ist also das Verhältnis dasselbe. Auch die exakten Ausdrücke haben eine gewisse Ähnlichkeit, da in beiden die Größe
eine Rolle spielt.
3.
In diesem Abschnitte möchte ich noch einige Bemerkungen über den Wert des Strahlungsdruckes machen.
Der gesamte Druck, der auf einer der Flächen
oder
lastet, gleichgültig, ob dieselbe schwarz oder spiegelnd gedacht ist, hat den Wert
|
|
Wir wollen nun hierin die Dichte der Strahlung
einführen, welche etwa auf
fällt. Es ist
(es ergibt sich dies aus (5)).
[1049] Es ist also
Wollen wir nun hierin wieder die absolute Strahlenrichtung einführen, so benützen wir die sich aus Fig. 2 sofort ergebende Relation
Und es wird
ein Ausdruck, der ebenfalls schon von Abraham[7] angegeben wurde.
Es läßt sich nun durch Verallgemeinerung eines Gedankens, den zuerst Larmor[8] ausgesprochen hat, dasselbe Resultat vom Standpunkt der elastischen Lichttheorie ableiten, was ich in Kürze hier zeigen möchte.
Wir betrachten eine Lichtwelle, welche sich unter dem (absoluten) Winkel
gegen die
-Achse bewegt. Dieselbe ist gegeben durch
Fällt diese Welle auf einen Spiegel, der senkrecht zur
-Achse liegt, so bildet sich eine reflektierte Welle, die durch
gegeben ist. Hierin ist
der Reflexionswinkel.
An der Oberfläche des Spiegels muß
sein. Bewegt sich derselbe mit der Geschwindigkeit
in der Richtung seiner Normalen, also in der Richtung der positiven
-Achse, so muß also für
sein.
[1050] Dies liefert
|
|
Diese Gleichung kann nur dann für alle Werte von
und
erfüllt sein, wenn
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|
Diese Gleichungen liefern uns das Reflexionsgesetz
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(10)
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und den Dopplereffekt
in voller Übereinstimmung mit Abraham. Gleichung (10) ergibt sich übrigens auch leicht aus Gleichung (12) meiner frühern Abhandlung.[9]
Um nun daraus den Wert des Druckes abzuleiten, müssen wir annehmen, daß die Energiedichte einer Lichtwelle bei gleicher Amplitude der –2. Potenz der Wellenlänge, also der Größe
proportional ist. Wenn wir also mit
die Dichte der einfallenden Welle, mit
die der reflektierten bezeichnen, so ist
Nun ist die Energie, welche in der Zeiteinheit auf den Spiegel auffällt, im Raume
enthalten; die reflektierte Energie im Raume
. Es ist also der Betrag der in einer Sekunde einfallenden Energie
[1051] und der Betrag der in der gleichen Zeit reflektierten Energie
Die Differenz dieser beiden Ausdrücke muß der Arbeit des Strahlungsdruckes pro Zeiteinheit gleich sein. Es muß also
sein. Oder
Mit Hilfe der leicht ableitbaren, bereits von Abraham gegebenen Beziehung:[10]
und der Gleichung:[11]
wird
und
Die Übereinstimmung mit dem von Abraham gegebenen Wert ist also eine vollständige (
hat hier das entgegengesetzte Vorzeichen wie früher).
Natürlich kann man auf dieser Grundlage auch die einzelnen Werte
und
berechnen, wenn man annimmt, daß ein bewegter Körper Wellen aussendet, deren Amplitude dieselbe ist, wie im ruhenden Zustande, während die Dichte der Strahlungsenergie dem Quadrate der Wellenlänge umgekehrt proportional ist.
[1052] Die Werte von
und
sind übrigens auch von Poynting[12] durch eine eigentümliche Betrachtung gewonnen worden. Allerdings beschränkt sich Poynting auf den Fall senkrechter Emission. Setzt man dementsprechend in die hier angegebenen Ausdrücke
, so wird die Übereinstimmung vollständig.
4.
Wir haben nun noch den Beweis der in § 1 gemachten Behauptung nachzutragen.
Unser durch Fig. 1 gegebenes System soll zu Beginn in Ruhe sein. Dann befindet sich im Raume
die Energiemenge
Es fragt sich nun, was mit dieser Energie geschieht, wenn das System plötzlich auf die Geschwindigkeit
gebracht wird. Von vornherein könnte man annehmen, daß nur ein Teil von ihr absorbiert wird, ein andrer Teil dagegen in mechanische Arbeit verwandelt wird.
Wir haben nun vor allem zu beachten, daß diese Energie nach den absoluten Richtungen gleichmäßig verteilt ist. Wenn wir also unsere frühere Bezeichnungsweise beibehalten, so ist die Dichte der Energie, deren absolute Fortpflanzungsrichtung mit der Normalen einen Winkel zwischen
und
einschließt,
Sobald das System in Bewegung ist, kommt es auf die Verteilung bezüglich der relativen Fortpflanzungsrichtung an. Dann ist offenbar die Dichte der Energie, deren relative Fortpflanzungsrichtung mit der Normalen einen Winkel zwischen
und
einschließt:
[1053] Dies wird durch Differentiation von Gleichung (3):
|
|
Da diese Energie in einem Zylinder von der Höhe
befindlich ist, ist die in dieser Richtung auf
fallende Energiemenge gleich:
Wir sahen nun früher (§ 1), daß von der auffallenden Strahlung
der Teil
absorbiert wird, während der Teil
in Arbeit verwandelt wird. Es wird also von der Einheit der auffallenden Energiemenge der Bruch
absorbiert und der Bruchteil
in Arbeit verwandelt.
Also wird von der jetzt auffallenden Energiemenge der Teil
absorbiert; der Teil
in Arbeit verwandelt.
Auf analoge Weise erkennt man, daß auf
die Energiemenge
auffällt und daß wir diese Energiemenge mit
, respektive mit
zu multiplizieren haben, um die Teile derselben
[1054] zu erhalten, die absorbiert, respektive in Arbeit verwandelt werden.
Es wird also in Summe von den beiden Körpern die Energiemenge
absorbiert, während die Energiemenge
in Arbeit verwandelt wird. Und zwar kann man sich auch überzeugen, daß genau dieselben Ausdrücke gültig sind, wenn z. B. die schwarze Fläche
durch einen Spiegel ersetzt wird. Es wird nämlich dann die von
nach
gelangende Strahlung in
nicht absorbiert, sondern zum Teil reflektiert und zwar wird von der Einheit der in
auffallenden Energie dann der Bruchteil
reflektiert; derselbe gelangt nach
zurück und dort wird der Bruchteil
davon absorbiert, so daß endlich wieder der Bruchteil
der sich anfangs in der Richtung von
nach
fortpflanzenden Strahlung absorbiert wird. Es bleibt also
und daher auch
ungeändert.
Benützt man nun die Gleichungen (4), (5), (7) und (8), so wird
und
|
|
[1055] Durch Ausführung dieser Integrationen überzeugt man sich nun, daß ganz exakt
ist.
Es wurde also die gesamte, ursprünglich in
vorhandene Energie absorbiert. Es werden also die frühern Behauptungen über die zur Beschleunigung notwendige Arbeit bestätigt. Andrerseits sehen wir auch ein, daß vom Energieinhalt eines bewegten Hohlraumes, also im Ausdruck (1) nur der erste Bestandteil vom Wärmeinhalt der strahlenden Körper geliefert wird. Es ist dies eine Annahme, von der ich in meiner zitierten Abhandlung über die Dimensionsveränderungen der Materie infolge ihrer Bewegung durch den Äther[13] ausgegangen bin und welche dort vielleicht nicht genügend begründet war.
- ↑ Siehe J. H. Poynting, Phil. Trans. 202, p. 525, 1904; Vl. v. Türin, Ann. d. Naturphil., III, p. 270, 1904; M. Abraham, Boltzmann-Festschrift, p. 84, und Drude, Ann. XIV, p. 236, 1904.
- ↑ Siehe darüber F. Hasenöhrl, diese Sitzungsber., CXIII., p. 469; – M. Abraham, l. c.
- ↑ L. c. p. 474.
- ↑ Vergl. J. Larmor, Boltzmann-Festschrift, p. 595, 1904.
- ↑ Vergl. F. Hasenöhrl, l. c.
- ↑ Siehe M. Abraham, Drude’s Ann., X, p. 151, 1903.
- ↑ Boltzmann-Festschrift, p. 91, Gl. 9.
- ↑ Larmor, Report of British Association, 1900.
- ↑ Diese Sitzungsber., CXIII, p. 489.
- ↑ L. c. Gl. 7c.
- ↑ Siehe F. Hasenöhrl, l. c. p. 489, Gl. 12.
- ↑ L. c. p. 551.
- ↑ L. c. p. 474, Fußnote.