Kurs:Topologische Invertierbarkeitskriterien/Topologische Algebra

Definition: Topologischer Vektorraum

Ein topologischer Vektorraum über ist ein Vektorraum über dem Körper , der eine Topologie besitzt, mit der die skalare Multiplikation und die Addition stetige Abbildungen sind.

Im Folgenden soll für alle topologischen Vektorräume die Hausdorffeigenschaft vorausgesetzt sein.

Definition: Umgebungen

Sei ein topologischer Raum mit einer Topologie als System von offenen Mengen und , dann bezeichnet

  • die Menge aller Umgebungen vom Punkt ,
  • die Menge aller offenen Umgebungen vom Punkt ,
  • die Menge aller abgeschlossenen Umgebungen von Punkt

Bemerkung: Indizierung mit der Topologie

Falls keine Missverständnisse über den zugrundeliegenden topologischen Raum auftreten können, wird der Index als Bezeichnung der verwendeten Topologie nicht mit angegeben.

Bemerkung: Analogie zur Epsilonumgebung

Bei Konvergenzaussagen in den reellen Zahlen betrachtet man in der Regel nur -Umgebungen. Dabei müssten man in eigentlich in topologischen Räumen für beliebige Umgebungen aus eine Indexschranke eines Netzes finden, ab der alle liegen mit . Da die -Umgebungen allerdings eine Umgebungsbasis darstellen, braucht man nach der Konvergenzdefinition die Eigenschaft nur für alle zu zeigen.

Konvergenz in topologischen Räumen

Sei ein topologischer Raum, , eine Indexmenge (partielle Ordnung) und ein Netz. Die Konvergenz von gegen wird dann wie folgt definiert:

.

(dabei ist "" für die partiellle Ordnung auf der Indexmenge).

Definiton: Umgebungsbasis

Sei ein topologischer Raum, und die Menge aller Umgebungen von . heißt Umgebungsbasis von , wenn es zu jedem :

Bemerkung: Epsilonkugeln in normierten Räumen

Sei ein normierter Raum, dann bilden die -Kugeln

eine Umgebungsbasis von der Menge aller Umgebungen von von .

Aufgabe 1

Sei ein toplogischer Raum mit der chaotischen Topologie .

  • Bestimmen Sie für ein beliebiges .
  • Zeigen Sie, dass jede Folge in gegen einen beliebigen Grenzwert konvergiert.

Aufgabe 2

Sei ein metrischer Raum mit der diskreten Topologie, die durch die Metrik:

.
  • Bestimmen Sie für ein beliebiges .
  • Aus wie vielen Mengen besteht minimal für ein beliebiges ?
  • Geben Sie alle Folgen in formal an, die gegen einen Grenzwert konvergieren!

Definition: Offene Mengen

Sei ein topologischer Raum und ist das System der offenen Mengen, d.h.:

Aufgabe

Sei ein topologischer Raum auf der Grundmenge der reellen Zahlen. Die Topologie entspricht aber nicht der euklischen Topologie über den Betrag , sondern die offenen Mengen sind wie folgt definiert.

  • Zeigen Sie, dass die Eigenschaften eines topologischen Raumes (T1), (T2), (T3) erfüllt.
  • Zeigen Sie, dass die Folge in dem topologischen Raum nicht gegen konvergiert.

Dabei ist das Komplement von in .

Bemerkung: offen - abgeschlossen

Durch das System der offenen Mengen in einer Topologie sind auch zugleich die abgeschlossenen Mengen der Topologie definiert als deren Komplemente.

Definition: Abgeschlossene Mengen

Sei ein topologischer Raum und ist das System der offenen Mengen.

Definition: Offener Kern

Sei ein topologischer Raum und , dann ist der offene Kern von die Vereinigung aller offenen Teilmengen von .

Definition: Abgeschlossene Hülle

Sei ein topologischer Raum. Die abgeschlossene Hülle von ist der Schnitt über alle abgeschlossenen Teilmengen von , die enthalten und offen ist.

Definition: Rand einer Menge

Der topologische Rand von ist wie folgt definiert:

Bemerkung: Folgen und Netze

In metrischen Räumen kann man noch mit den natürlichen Zahlen als abzählbare Indexmengen arbeiten. In beliebigen topologischen Räumen muss man den Begriff der Folge auf den Begriff der Netze verallgemeinern.

Definition: Netze

Sei ein topologischer Raum und eine Indexmenge (mit partieller Ordnung), dann bezeichnet die Menge aller mit indizierten Familien in :

Definition: endliche Folgen

Sei ein Vektorraum, dann bezeichnet die Menge aller endlichen Folgen mit Elementen in :

Definition: Algebra

Eine Algebra über dem Körper ist ein Vektorraum über , in dem eine Multiplikation als innere Verknüpfung

definiert ist, bei der für alle und folgende Eigenschaften erfüllt sind:

Definition: Topologische Algebra

Eine topologische Algebra über dem Körper ist ein topologischer Vektorraum über , bei dem auch die Multiplikation

eine stetige innere Verknüfung ist.

Stetigkeit der Multiplikation

Stetigkeit der Multiplikation bedeutet dabei:

Multiplikative Topologie - Stetigkeit

Die Topologie nennt man multiplikativ, falls gilt:

Bemerkung: Multiplikative Topologie - Gaugefunktionale

Bei der Beschreibung der Topologie zeigt das Topologisierungslemma für Algebren, dass sich die Topologie auch durch ein System von Gaugefunktionalen

Unitale Algebra

Die Algebra heißt unital, falls sie ein neutrales Element der Multiplikation besitzt. Insbesondere definiert man für alle . Die Menge aller invertierbaren (regulären) Elemente wird mit bezeichnet. Nicht-invertierbare Elemente heißen singulär.


Aufgabe: Matrixalgebren

Betrachten Sie die Menge der quadratischen -Matrizen mit der Matrixmultiplikation und der Maxmimumsnorm der Komponenten der Matrix. Versuchen Sie einzelne Eigenschaften einer Algebra nachzuweisen ( ist eine nicht kommunitative unitale Algebra). Für den Nachweis, dass mit der Matrixmultiplkation auch eine topologische Algebra ist, siehe Topologisierungslemma für Algebren.

Faltung auf dem Funktionenraum

Siehe auch die Faltung von Funktionen als Multiplikation auf eine Funktionenraum als topologischem Vektorraum.

Definition: Mengen und Verknüpfungen

Sei eine topologische Algebra über dem Körper , und Teilmengen von , dann definiert man

Aufgaben

Zeichnen Sie die folgenden Menge der Vektor als Punktmengen im kartesischen Koordinatensystem mit und und den folgenden Intervallen :

Siehe auch

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