Überkonsum
Überkonsum (oder Überkonsumption; englisch overconsumption) ist in der Volkswirtschaftslehre ein übertriebenes Konsumverhalten der Verbraucher, das in einem über die Sättigungsmenge hinausgehenden Konsum zum Ausdruck kommt. Gegensätze sind der Unterkonsum, dem eine Nachfragelücke nach Konsumgütern zugrunde liegt, und die Konsumverweigerung. Beim Überkonsum sind unmittelbar lediglich Konsumgüter, nicht aber Investitionsgüter betroffen. Deshalb geht der Überkonsum vom Konsumgütermarkt und nicht vom Investitionsgütermarkt aus. Hier wird der Überkonsum als Überinvestition bezeichnet.
Die Wirtschaftsethik unterstellt, dass Leichtsinn der Verbraucher zu Überkonsumption führe, zu einem Zuviel-Kaufen im Verhältnis zu den eigenen Mitteln und zu geringerer Sorgfalt und Vorsicht im Umgang mit Geld. Das „Zuviel-Kaufen“ kann sich auch aus Rabattangeboten („zwei Stück zum Preis von einem“) oder Spontankäufen ergeben, bei denen mehr gekauft wird als dem ursprünglichen Bedarf entspricht.
Graphisch kann der Überkonsum in einer überproportional steigenden Konsumkurve visualisiert werden. Die Grenzrate des Konsums steigt und ist größer als die durchschnittliche Konsumquote. Ist die Nachfrageelastizität des Konsums , handelt es sich um superiore Güter (wie Luxusgüter), bei denen häufig Überkonsum anzutreffen ist. Aber auch die Lebensmittelverschwendung kann als Überkonsum interpretiert werden, auch wenn Lebensmittel zu den normalen Gütern gehören. Ein Angebotsüberhang kann zum Überkonsum werden, wenn der Preisdruck zunimmt und dadurch die betroffenen Güter und Dienstleistungen in die Zahlungsbereitschaft gering verdienender Käuferschichten hineinwachsen.