Sociální demokracie

Sociální demokracie
Sozialdemokratie
Partei­vorsitzender Jiří Nedvěd
Gründung 1878
Hauptsitz Lidový dům (Palast des Volkes / Losy von Losinthal Palais)
Hybernská 7
110 00 Prag
Ausrichtung Sozialdemokratie
Keynesianismus
Farbe(n) Rot, Orange (historisch)
Sitze Abgeordnetenhaus
0 / 200 (0,0 %)
Sitze Senat
0 / 81 (0,0 %)
Mitglieder­zahl 3.090 (2025)
Internationale Verbindungen Sozialistische Internationale (SI)
Progressive Allianz
Sitze EU-Parlament
0 / 21 (0,0 %)
Europapartei Sozialdemokratische Partei Europas (SPE/PES)
Website socdem.cz

Die Sociální demokracie (abgekürzt SOCDEM, deutsch Sozialdemokratie), bis 2023 bekannt als Česká strana sociálně demokratická (abgekürzt ČSSD, deutsch Tschechische Sozialdemokratische Partei), ist eine sozialdemokratische politische Partei in Tschechien, Mitglied der Sozialistischen Internationale und der Sozialdemokratischen Partei Europas.

Bis zu den Parlamentswahlen im Oktober 2017 war sie eine der dominierenden Parteien Tschechiens. Sie stellte in der Sněmovna, dem Abgeordnetenhaus, die größte bzw. zweitgrößte Fraktion und von 1998–2006 und 2014–2017 den Ministerpräsidenten (zuletzt Bohuslav Sobotka). Im Senat war sie ebenfalls lange Jahre eine der dominierenden Parteien.

Bei den Wahlen im Herbst 2017 erlitt die ČSSD eine schwere Niederlage. Mit lediglich 7,3 % der Stimmen erhielt sie nur noch 15 Abgeordnetenmandate in der Sněmovna. Sobotka, der aufgrund des Popularitätsverlusts bereits im Vorfeld der Wahlen auf die Spitzenkandidatur und den Parteivorsitz verzichtet hatte, legte auch seinen Parlamentssitz nieder. Dennoch trat die ČSSD nach langen Verhandlungen mit dem Sieger der Wahlen, der Partei ANO 2011 von Andrej Babiš, erneut in eine Regierungsbeteiligung ein und erhielt fünf Ministerposten einschließlich des Innenministers.

Nach der Zahl ihrer Mitglieder war die ČSSD lange die drittgrößte tschechische Partei, hinter der KSČM und der KDU-ČSL. In den letzten Jahren ist die Zahl der Mitglieder stark rückläufig: Im Jahr 2015 hatte die Partei rund 23.000 Mitglieder, im Jahr 2019 circa 12.500 Mitglieder, im August 2025 3.090 Mitglieder.

Der ČSSD wurde oft (vor allem von der ODS) ihre verstärkte Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Kommunisten (KSČM) vorgeworfen. Dies gilt umso mehr, da sie auf Bezirksebene zum Teil auch formelle Koalitionen mit der kommunistischen Partei eingegangen ist. In der Regierungsbeteiligung 2017–2021 ließ sich die Partei erstmals auch auf nationaler Ebene durch die KSČM tolerieren, bis die KSČM am 13. April 2021 das Tolerierungsabkommen aufkündigte. Bei den Wahlen 2021 verfehlten sowohl die ČSSD als auch die KSČM den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus.

  1. 1 2 Karolina Brodníčková: Totální rozklad SOCDEM. Maláčová stranu zavázala prosazovat program Stačilo! In: Novinky.cz. 8. August 2025, abgerufen am 15. August 2025 (tschechisch).
  2. Hana Válková: Stranám prudce ubývají členové, brzy mohou mít existenční potíže. In: Mladá fronta Dnes. 5. Mai 2025, abgerufen am 15. August 2025 (tschechisch).
  3. Šimon Rogner: Členská základna ODS je větší než ČSSD, z mladých uskupení nejvíce roste SPD. In: ČT24. Česká televize, 22. Juli 2021, abgerufen am 15. August 2025 (tschechisch).
  4. Kommunisten kündigen Tolerierungsabkommen mit Minderheitsregierung auf In: radio.cz. 13. April 2021, abgerufen am 15. April 2021.