Buch Judit

Geschichtsbücher des Alten Testaments

Namen nach dem ÖVBE
Eingerückt: Deuterokanonisch (katholisch und orthodox) bzw. Apokryphen (evangelisch)

Das Buch Judit (hebräisch יְהוּדִית Jəhūdīt, deutsch Judäerin, Jüdin) ist eine frühjüdische Schrift, die erstmals in der griechischen Septuaginta (LXX) auftaucht und wahrscheinlich im hellenistischen 1. Jahrhundert v. Chr. verfasst wurde. Da ein hebräisches Original nicht bekannt war, ist das Buch Judit in der Jüdischen Bibel (Tanach) nicht enthalten. In der römisch-katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche zählt es als deuterokanonisches Buch zum Alten Testament. In den evangelischen Kirchen wird es jedoch nicht als Teil des biblischen Kanons angesehen und ist daher nur in manchen Bibelausgaben unter den „Apokryphen“ zwischen Altem und Neuem Testament zu finden.

Das Buch berichtet von der Witwe Judit, die unbewaffnet in das Heerlager des assyrischen Generals Holofernes geht und ihn mit seinem eigenen Schwert enthauptet. Sie übernimmt damit indirekt die Rolle des Mose und rettet das Volk Israel.

  1. Für eine Abfassung in griechischer Sprache und wohl in Alexandria plädieren u. a. Jan Joosten: The Original Language and Historical Milieu of the Book of Judith. In: Meghillot V–VI (2007), *159–*176. Barbara Schmitz, Helmut Engel: Judit (HThK AT). Freiburg i.Br. / Basel / Wien 2014, S. 42–43, 61–63.