Carletonit

Carletonit
Blau-weiß zonierter Carletonit aus dem Poudrette-Steinbruch am Mont Saint-Hilaire, Kanada (Größe: 1,6 cm × 1,6 cm × 0,9 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1969-016

IMA-Symbol

Cto

Andere Namen

MSH UK15

Chemische Formel
  • KNa4Ca4[(OH,F)|(CO3)4|Si8O18]·H2O
  • KNa4Ca4Si8O18(CO3)4(F,OH)·H2O
  • KNa4Ca4Si8O18(CO3)4(OH,F)·H2O
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate (Phyllosilikate)
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/H.07-010

9.EB.20
72.03.01.04
Kristallographische Daten
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol ditetragonal-dipyramidal; 4/m2/m2/m
Raumgruppe P4/mbm (Nr. 127)Vorlage:Raumgruppe/127
Gitterparameter a = 13,178 Å; c = 16,695 Å
Formeleinheiten Z = 4
Häufige Kristallflächen {100}, {001}, {110}
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4 bis 4,5 (auf {001})
Dichte (g/cm3) 2,45 (gemessen); 2,426 (berechnet)
Spaltbarkeit sehr vollkommen nach {001}, gut nach {110}
Bruch; Tenazität muschelig; spröde
Farbe rosafarben oder blass- bis dunkelblau, in kleinen Blättchen farblos, auch weiß und blassviolett, oft zoniert
Strichfarbe weiß
Transparenz durchscheinend bis durchsichtig, Außenbereiche der Kristalle oft opak
Glanz Glas- bis Perlmuttglanz; nach langer Zeit an Luft matt und wachsartig
Kristalloptik
Brechungsindizes nω = 1,521
nε = 1,517
Doppelbrechung δ = 0,004
Optischer Charakter einachsig negativ
Pleochroismus schwach von O = sehr blass blau nach E = sehr blass rosabraun (nur blaue Varietät)
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten durch HCl zersetzt mit SiO2-Rückstand; durch HNO3 unter Gelatinisierung angegriffen; durch H2SO4 nur leicht angegriffen

Carletonit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Formel KNa4Ca4[(OH,F)|(CO3)4|Si8O18]·H2O, ist also chemisch gesehen ein wasserhaltiges Kalium-Natrium-Calcium-Silicat mit zusätzlichen Karbonat-Gruppen und Hydroxidionen bzw. Fluoridionen, das strukturell zu den Schichtsilikaten (Phyllosilikaten) gehört. Die in den runden Klammern angegebenen Bestandteile Fluorid- und Hydroxidionen können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.

Carletonit bildet bis 6 cm große, nach {001} prismatische Kristalle, die entweder farblos sind oder rosa bzw. hell- bis dunkelblaue Farbtöne zeigen und dabei gewöhnlich zoniert sind. Daneben existieren massive derbe Aggregate in Marmor. Das Mineral wird im intrusiven Gabbro-Syenit-Alkalikomplex von Mont Saint-Hilaire gefunden und tritt in Kernbereichen thermometamorph beanspruchter Nebengestein­sxenolithe aus Schiefern und zwischengeschalteten Kalksteinen (jetzt Hornfelse und verkieselte Marmore) innerhalb von Nephelinsyeniten auf. Begleitminerale sind hauptsächlich Pektolith, Albit, Fluorapophyllit, Calcit, Fluorit, Steacyit, Narsarsukit, Leukosphenit und Magnesio-Arfvedsonit.

  1. Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (englisch).
  2. Laurence N. Warr: IMA–CNMNC approved mineral symbols. In: Mineralogical Magazine. Band 85, 2021, S. 291–320, doi:10.1180/mgm.2021.43 (englisch, cambridge.org [PDF; 320 kB; abgerufen am 5. Januar 2023]).
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