Thüringen
| Freistaat Thüringen | |||
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| Basisdaten | |||
| Sprache | Deutsch | ||
| Landeshauptstadt | Erfurt | ||
| Staatsform | parlamentarische Republik, teilsouveräner Gliedstaat eines Bundesstaates | ||
| Fläche | 16.202,33 km² | ||
| Gründung | 1. Mai 1920 3. Oktober 1990 (Wiedergründung) | ||
| ISO-3166-2-Code | DE-TH | ||
| Website | thueringen.de | ||
| Bevölkerung | |||
| Einwohnerzahl | 2.100.277 (31. Dezember 2024) | ||
| Bevölkerungsdichte | 130 Einwohner pro km² | ||
| Geburtenziffer | 7,3 (2021) | ||
| Wirtschaft | |||
| Bruttoinlandsprodukt (nominal) | 75,9 Mrd. EUR (13.) (2023) | ||
| Schulden | 15,898 Mrd. EUR (30. Juni 2020) | ||
| Arbeitslosenquote | 6,3 % (Dezember 2025) | ||
| Politik | |||
| Regierungschef | Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) | ||
| Landtagspräsident | Thadäus König (CDU) | ||
| Regierende Parteien | CDU, BSW, SPD | ||
| Sitzverteilung des achten Landtags: | |||
| Sitzverteilung im Landesparlament | Von 88 Sitzen entfallen auf:
Regierung (44) | ||
| Letzte Wahl | 1. September 2024 | ||
| Nächste Wahl | 2029 | ||
| Stimmen im Bundesrat | 4 | ||
Thüringen (; amtlich Freistaat Thüringen, Abkürzung TH) ist ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Es gehört zu den kleineren von 16 Bundesländern (zwölftgrößtes nach Bevölkerung, elftgrößtes nach Fläche). Größte Stadt ist die Landeshauptstadt Erfurt, einzige weitere Großstadt ist Jena.
Der Name Thüringen tritt als Gebietsbezeichnung seit dem Thüringerreich im frühen 6. Jahrhundert auf. Danach bildete Thüringen kein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet mehr, auch wenn es dem Landgrafen von Thüringen für kurze Zeit gelang, große Teile der Region zu kontrollieren. Dennoch blieb der Name für die Landschaft erhalten und wurde 1920 aufgegriffen, als sich sieben der acht „Thüringischen Staaten“ vereinigten und das Land Thüringen gründeten. Infolge der Auflösung Preußens kam am 9. Juli 1945 dessen Regierungsbezirk Erfurt hinzu. Nach der Auflösung der Länder in der DDR 1952 wurde es erst am 3. Oktober 1990 aus den drei Bezirken Erfurt, Gera und Suhl sowie einigen angrenzenden Gebieten wiedergegründet und ist heute in 17 Landkreise sowie fünf kreisfreie Städte gegliedert. Seit 1993 trägt Thüringen wie Bayern und Sachsen offiziell den Namenszusatz Freistaat, der historisch auf die Ablösung der Monarchie durch die Demokratie zurückzuführen ist.
Die Wirtschaft Thüringens konnte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten nach der Wende in der Zeit nach der Jahrtausendwende stabilisieren, sodass die Arbeitslosenquote heute etwa im Bundesdurchschnitt liegt. Die Struktur wird vor allem von kleinen Unternehmen dominiert, wobei einige Regionen wie Südthüringen oder das Eichsfeld nach wie vor vom produzierenden Gewerbe geprägt sind. Größere Unternehmen finden sich hauptsächlich in Jena (Zeiss, Jenoptik, Schott) und Eisenach (Opel, Bosch), während Erfurt mit seiner diversifizierten Struktur das wichtigste wirtschaftliche Zentrum des Landes ist. Bedeutende Standorte von Bildung und Forschung im Freistaat sind Jena mit der viertgrößten Universität der neuen Bundesländer, Erfurt und Ilmenau mit seiner Technischen Universität. Kulturelles Zentrum des Landes ist Weimar mit seiner traditionsreichen Bauhaus-Universität Weimar, der Musikhochschule und seinen zahlreichen UNESCO-Weltkulturerbestätten.
Thüringen weist eine hohe Dichte an Kulturstätten von nationalem und internationalem Rang auf. Zum UNESCO-Welterbe gehören das „Klassische Weimar“, das Bauhaus in Weimar, die Wartburg bei Eisenach, das jüdisch-mittelalterliche Erbe in Erfurt und der Nationalpark Hainich als Teil der Europäischen Buchenurwälder. Die Landeshauptstadt besitzt mit dem Dom, der Krämerbrücke und der ältesten erhaltenen Synagoge Mitteleuropas bedeutende kulturhistorische Stätten.
Aufgrund seines Waldreichtums erlangte das Land bereits 1897 den Beinamen „grünes Herz Deutschlands“. Ursprünglich handelte es sich dabei um einen populären Buchtitel des Reiseschriftstellers August Trinius. Der Werbespruch diente in der Weimarer Republik zur Außendarstellung des aus zahlreichen Kleinstaaten hervorgegangenen Landes und wurde nach dessen Wiedergründung 1990 wiederum aufgegriffen und bis 2022 als offizieller Werbespruch genutzt.
- ↑ Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
- ↑ Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik: Ausgewählte Merkmale der Bevölkerung – Jahresdaten
- ↑ Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 17. Januar 2025.
- ↑ Vorläufiger Schuldenstand der Länder. Destatis, 30. Juni 2020, abgerufen am 12. November 2020.
- ↑ Arbeitslose und Arbeitslosenquoten – Deutschland, West/Ost, Länder und Regionaldirektionen (Zeitreihe Monatszahlen ab 1991). In: statistik.arbeitsagentur.de. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 3. März 2026.
- ↑ Gesetzblatt der DDR Teil I Nr. 51 Seite 955 vom 14. August 1990. Abgerufen am 30. Dezember 2017.
- ↑ Bauhaus-Universität Weimar: Thüringen, das grüne Herz Deutschlands. Abgerufen am 27. Februar 2023.
- ↑ mdr.de: Ende des Slogans „Das grüne Herz Deutschlands“ sorgt für Unmut im Landtag | MDR.DE. Abgerufen am 27. Februar 2023.