Freiwilligendilemma
Das Freiwilligendilemma (engl. Volunteer's dilemma) ist ein Problem aus der Spieltheorie, bei dem kollektiver Gewinn bereits durch einen teilweisen Gewinnverzicht eines einzelnen Akteurs erzielt werden könnte. Es stellt eine spieltheoretische Formalisierung der aus der Sozialpsychologie bekannten Verantwortungsdiffusion dar.
Das 1985 von Andreas Diekmann erstmals untersuchte Freiwilligendilemma wird oft mit dem Fall der unterlassenen Hilfeleistung beim Mord an Kitty Genovese veranschaulicht. Bei diesem Mord in New York beobachteten vermeintlich 38 Zeugen die sich über längere Zeit hinziehende Gewalttat von ihren Wohnungen aus und keiner der Zeugen, von denen jeder einzelne die Anwesenheit der anderen Zeugen bemerkte, leistete Hilfe oder verständigte die Polizei.