Gemeinwohl-Ökonomie
Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist eine 2010 von Österreich, Bayern und Südtirol aus gestartete zivilgesellschaftliche Reformbewegung, die das Ziel verfolgt, wirtschaftliche Aktivitäten auf ein demokratisch definiertes Gemeinwohl auszurichten. Werte wie Kooperation, die Achtung der Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit (etwa Kreislaufwirtschaft), soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung („Partizipation“) sollen die Gestaltung sowohl von volkswirtschaftlichen als auch betriebswirtschaftlichen Prozessen leiten.
Als Instrument zur Umgestaltung schlägt die Bewegung die Anwendung der von ihr entwickelten Gemeinwohl-Bilanz vor. Eine erweiterte Bilanzierung soll nach Vorstellung der GWÖ als ein werteorientiertes Messwerkzeug und Reportingverfahren für Unternehmen, Gemeinden und Institutionen eingesetzt werden.
2023 legte die Wirtschaftswissenschaftlerin Mariana Mazzucato mit Referenz an die von Christian Felber entwickelte Idee einer Gemeinwohl-Ökonomie ein eigenes Konzept für die Entwicklung einer auf das Gemeinwohl ausgerichteten Ökonomie vor.
- ↑ Bernd Sommer, Klara Stumpf, Ralf Köhne, Josefa Kny, Jasmin Wiefek: Die zivilgesellschaftliche Bewegung der „Gemeinwohl-Ökonomie“ (GWÖ) aus Perspektive der sozialwissenschaftlichen Transformationsforschung und Praktischen Philosophie. In: Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik : zfwu. Band 20, Nr. 3. Nomos, 2019, ISSN 1439-880X, ZDB-ID 2017203-5, S. 448–457, doi:10.5771/1439-880X-2019-3-448.
- ↑ Niklas S. Mischkowski, Simon Funcke, Michael Kress-Ludwig, Klara H. Stumpf: Die Gemeinwohl-Bilanz – Ein Instrument zur Bindung und Gewinnung von Mitarbeitenden und Kund*innen in kleinen und mittleren Unternehmen? In: NachhaltigkeitsManagementForum | Sustainability Management Forum. Band 26, Nr. 1, 1. Dezember 2018, ISSN 2522-5995, S. 123–131, doi:10.1007/s00550-018-0472-0.