Grafschaft Holland


Territorium im Heiligen Römischen Reich
Grafschaft Holland
Wappen
Karte
Grafschaft Holland um 1350
Herrschaftsform Grafschaft, seit 1568 ständisches System
Herrscher/
Regierung
Graf, Staaten von Holland, Statthalter
Heutige Region/en NL-NH/NL-ZH
Reichskreis Burgundisch
Hauptstädte/
Residenzen
Haarlem, Den Haag
Dynastien Gerulfinger
1299: Avesnes
1346: Wittelsbacher
1433: Burgund
1477: Habsburg
Konfession/
Religionen
römisch-katholisch, seit Ende des 16. Jhds. überwiegend calvinistisch
Sprache/n Niederländisch
Aufgegangen in 1795: Batavische Republik

Die Grafschaft Holland war ein seit Anfang des 10. Jahrhunderts bestehendes Territorium des Fränkischen und des Heiligen Römischen Reichs und von 1581 bis 1795 eine der sieben Provinzen der Republik der Vereinigten Niederlande.

Als erster Landesherr wurde 1101 Florens II. als Graf von Holland bezeichnet. Sein Nachfahre Wilhelm II. wurde 1248 zum Römisch-deutschen König gewählt. Der letzte tatsächliche Graf von Holland war bis zum Beginn des Niederländischen Aufstands 1568 der Habsburger Philipp II. von Spanien. Infolge des Siegs über die Spanier im Achtzigjährigen Krieg schied die Grafschaft zusammen mit sechs weiteren Provinzen im Frieden von Münster 1648 aus dem Reichsverband aus. Nominell blieb die Grafschaft bis zur Eroberung durch französische Revolutionstruppen 1795 bestehen, wurde aber von einer Ständeversammlung, den Staaten von Holland, und zeitweilig von Statthaltern aus dem Haus Oranien-Nassau regiert. Da Holland die bedeutendste der sieben nunmehr unabhängigen Provinzen war, wurde sein Name umgangssprachlich auf die gesamten Vereinigten Niederlande angewendet. Das Gebiet der Grafschaft entsprach in etwa den heutigen niederländischen Provinzen Noord- und Zuid-Holland zwischen Nordsee, Zuidersee und dem Rheindelta.