Heilige Drei Könige

Als Heilige Drei Könige oder Weise aus dem Morgenland bezeichnet die christliche Tradition die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums (Mt 2 ) erwähnten Sterndeuter (im griechischen Ausgangstext μάγοι magoi wörtlich ‚Magier‘), die durch den Stern von Betlehem zu Jesus geführt wurden. Im Neuen Testament werden sie weder als „Heilige“ noch als „Könige“ bezeichnet, auch gibt es keine Angabe über ihre Anzahl. Die Dreizahl sowie Attribute von Königen sind Ergebnisse einer umfangreichen Legendenbildung, die erst im späten 3. Jahrhundert ihren Anfang nahm. Die in der Westkirche verbreiteten Namen Caspar, Melchior und Balthasar werden erstmals im 6. Jahrhundert erwähnt. Dagegen sprechen eine syrische Quelle des 7. Jahrhunderts aus Edessa in Obermesopotamien und weitere Quellen von zwölf persischen Königen.

In der katholischen Kirche werden die „drei Könige“ als Heilige verehrt, auch wenn es eine förmliche Heiligsprechung für sie nie gegeben hat. Ihnen zugeschriebene Reliquien wurden ab dem 12. Jahrhundert zum Ziel einer bedeutenden Pilgerbewegung, die sowohl die Fertigung des Dreikönigenschreins wie auch den Bau des hochgotischen Kölner Doms veranlasste. Das rheinische Erzbistum Köln wurde dadurch zu einem der wichtigsten Wallfahrtszentren des Mittelalters.

Ihr Gedenktag ist das Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) am 6. Januar. In den evangelischen Kirchen wird zu Epiphanias der Weisen als biblische Glaubenszeugen gedacht, eine Verehrung der "drei Könige" im katholischen oder volkstümlichen Sinn gibt es jedoch nicht. In den orthodoxen Kirchen ist ihr Fest dagegen zusammen mit Weihnachten am 25. Dezember des julianischen Kalenders. In der Koptisch-Orthodoxen Kirche von Alexandrien wird ihrer am 26. Dezember gedacht.

  1. Germanisches Nationalmuseum: Online Objektkatalog Hl. Drei Könige
  2. Alfred Jeremias: Babylonisches im Neuen Testament. J. C. Hinrichs, Leipzig 1905, S. 51, n. 1.
  3. Eberhard Nestle: Einiges über Zahl und Namen der Weisen aus dem Morgenland. In: Marginalien und Materialien (Tübingen 1893), S. 67–88.
  4. Karin Feuerstein-Prasser: Heilige Könige für den Rhein, in: G.Geschichte 3|26 Friedrich Barbarossa – Eine deutsche Legende, S. 39 ff., ISSN 1617-9412, B 7276
  5. In Kirchen, die dem julianischen Kalender folgen, fällt dieser Termin derzeit auf den 7. Januar des gregorianischen Kalenders.