Heteronormativität
Heteronormativität ist eine Weltanschauung, welche die Heterosexualität und Monogamie als soziale Norm postuliert. Alle anderen menschlichen Sexualitäten werden verschwiegen, diskriminiert oder pathologisiert.
In heteronormativen Kontexten wird stillschweigend angenommen, dass alle Menschen „natürlich“ heterosexuell seien, und dass die Heterosexualität anderen Sexualitäten wie Bisexualität oder Homosexualität überlegen sei. Außerdem wird eine binäre Geschlechterordnung angenommen, also eine duale Einteilung in Mann und Frau, die sich jeweils gegenseitig begehren. Zudem wird das anatomische/biologische Geschlecht mit Geschlechtsrolle und sexueller Orientierung gleichgesetzt.
Heteronormativität ist eine Form von und eine Basis für Queerfeindlichkeit, Homophobie und andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Der Begriff ist zentral in der Queer-Theorie, die die Naturalisierung und Privilegierung von Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit in Frage stellt. Das Pendant zur Heteronormativität bezüglich der Geschlechtsidentität ist die Cisnormativität, das Pendant bezüglich der Geschlechter ist der Androzentrismus.
- ↑ Aileen Bierbaum: Heteronormativität herausfordern: Polyamorie als transformatives Konzept? In: Gender Blog. Koordinations- und Forschungsstelle Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW, 13. Juni 2023, abgerufen am 5. Dezember 2023.
- ↑ Shirley R. Steinberg: Diversity and Multiculturalism: A Reader. Hrsg.: Peter Lang. 2009, ISBN 978-1-4331-0345-2, S. 229–230 (englisch, google.com [abgerufen am 10. September 2012]).
- ↑ Bettina Kleiner: Heteronormativität. In: Gender Glossar. 2016, urn:nbn:de:bsz:15-qucosa-220314.