Minnesota

Minnesota
Flagge Siegel
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Saint Paul
Staatsmotto: L’Étoile du Nord (frz.: „Stern des Nordens“)
Fläche: 225.171 km²
Einwohner: 5.706.494 (Zensus 2020) (25 Ew. / km²)
Mitglied seit: 11. Mai 1858
Zeitzone: UTC−6 (CST) bzw. UTC−5 (CDT)
Höchster Punkt: 701 m (Eagle Mountain)
Durchschn. Höhe: 365 m
Tiefster Punkt: 183 m (Oberer See)
Gouverneur: Tim Walz (DFL)
Post/Amt/ISO: MN/MN/US-MN
Karte von Minnesota
Allgemein-geografische Karte von Minnesota

Minnesota (Aussprache [ˌmɪnɪˈsoʊ̯tə] ) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika im nördlichen Mittleren Westen. Er grenzt im Norden an die kanadischen Provinzen Manitoba und Ontario, im Osten an den US-Bundesstaat Wisconsin, im Süden an Iowa und im Westen an North Dakota und South Dakota. Der nördliche Teil der Ostgrenze besteht aus einer Wassergrenze mit Michigan im Lake Superior. Minnesota ist flächenmäßig der zwölftgrößte und mit rund 5,8 Millionen Einwohnern der 22. bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA. Minnesota ist als das „Land der 10.000 Seen“ bekannt. Ungefähr ein Drittel des Bundesstaates ist bewaldet. Der Rest ist Prärie und Ackerland. Mehr als 60 % der Einwohner Minnesotas (ca. 3,71 Millionen) leben im Großraum Minneapolis-Saint Paul, der als „Twin Cities“ bekannt ist. Während Minneapolis die bevölkerungsreichste Stadt ist (430.000 Einwohner), fungiert Saint Paul als die Hauptstadt des Bundesstaates. Die Zwillingsstädte stellen das wichtigste politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Minnesotas dar und bilden den sechzehntgrößten Ballungsraum der USA. Weitere bedeutende Städte sind Duluth, Mankato, Moorhead, Rochester und St. Cloud.

Minnesota, dessen Name sich von der Sprache der Dakota ableitet (Minne = Wasser, Sota = klar), wurde seit der Woodland-Periode im 11. Jahrhundert v. Chr. von verschiedenen amerikanischen Ureinwohnern bewohnt. Die obere Mississippi-Kultur, bestehend aus dem Volk der Oneota und anderen Sioux-Sprechern, entstand um 1000 n. Chr. und dauerte bis zur Ankunft der Europäer im 17. Jahrhundert. Französische Entdecker und Missionare waren die ersten Europäer, die die Region betraten und auf die Dakota, Ojibwe und verschiedene weitere Anishinaabe-Stämme trafen. Ein Großteil des heutigen Minnesota war Teil des riesigen französischen Besitzes von Louisiana (Neufrankreich), den die Vereinigten Staaten 1803 erwarben. Nach mehreren territorialen Umstrukturierungen wurde das bestehende Minnesota-Territorium verkleinert und dessen östlicher Teil 1858 als 32. Staat in die Union aufgenommen. Minnesotas offizielles Motto, L'Étoile du Nord („Der Stern des Nordens“), ist das einzige Staatsmotto eines Bundesstaates in französischer Sprache und wurde kurz nach der Gründung eingeführt, um sowohl die frühen französischen Entdecker als auch die Position des nördlichsten Bundesstaates in den zusammenhängenden USA zu reflektieren. Der Stern wird auch in der offiziellen Flagge und dem Staatswappen repräsentiert.

Als Teil des damaligen amerikanischen Grenzgebiets entlang des Mississippi River zog Minnesota Siedler aus dem ganzen Land an. Das Wachstum basierte zunächst auf der Holzindustrie, der Landwirtschaft und dem fortschreitenden Eisenbahnbau. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen europäische Einwanderer in großer Zahl, vor allem aus Skandinavien, Deutschland und Mitteleuropa. Viele von ihnen hatten mit den gescheiterten Revolutionen von 1848 zu tun, was die Entwicklung des Bundesstaates zu einem Zentrum der Arbeiterbewegung und des sozialen Aktivismus mit beeinflusste. Minnesotas rasche Industrialisierung und Verstädterung führten zu großen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Folglich ist Minnesota unter den Staaten des Mittleren Westens relativ einzigartig, da es eine verlässliche Basis für die Demokratische Partei ist und seit 1976 stets für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten gestimmt hat, länger als jeder andere US-Bundesstaat. Bei der US-Präsidentschaftswahl 1984 war Minnesota zusammen mit Washington D.C. der einzige Bundesstaat, der für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten stimmte.

Seit dem späten 20. Jahrhundert hat sich die Wirtschaft Minnesotas von traditionellen Wirtschaftszweigen wie der Landwirtschaft und der Rohstoffgewinnung hin zu Dienstleistungen, Finanzwesen und Gesundheitsversorgung diversifiziert. Bekannte Unternehmen mit Sitz in Minnesota sind z. B. die Supermarktkette Target, die Krankenversicherung UnitedHealth Group, der Technologiekonzern 3M, der Lebensmittelproduzent General Mills oder die Bank US Bancorp. Minnesota rangiert in Bezug auf Lebenserwartung, Gesundheitsversorgung und Bildung im nationalen Durchschnitt und liegt beim Pro-Kopf-Einkommen über dem Durchschnitt. Minnesota beherbergt 11 staatlich anerkannte Indianerreservate (sieben Ojibwe- und vier Dakota-Reservate), und seine Kultur, Demografie und religiöse Landschaft spiegeln vor allem den skandinavischen und deutschen Einfluss wider. Dieses Erbe wirkt sich nach wie vor auf die Rassendemografie des Bundesstaates aus und macht ihn zu einem der am wenigsten ethnisch vielfältigen Staaten des Landes, wobei sich in den letzten Jahrzehnten der Trend geändert hat und Minnesota multikultureller geworden ist, was sowohl auf eine größere Binnenmigration als auch auf Einwanderung aus Lateinamerika, Asien, Afrika und dem Nahen Osten zurückzuführen ist. So hat der Bundesstaat inzwischen die landesweit größte Population somalischer Amerikaner und die zweitgrößte Hmong-Gemeinschaft.

Bekannte Persönlichkeiten aus Minnesota sind u. a. die Musiker Prince und Bob Dylan, der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald, die Schauspielerinnen Judy Garland und Winona Ryder, sowie die Skilegende Lindsey Vonn.

  1. Density Using Land Area For States, Counties, Metropolitan Areas, and Places. Stand: 2000. U.S. Census Bureau, abgerufen am 5. Januar 2015.