North Dakota

North Dakota
Flagge Siegel
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Bismarck
Staatsmotto: Liberty and Union, now and forever, one and inseparable (Freiheit und Einheit, jetzt und für immer, eins und unzertrennlich)
Amtssprache: Englisch
Fläche: 183.112 km²
Einwohner: 779.094 (Census 2020) (4 E. / km²)
Mitglied seit: 2. November 1889
Zeitzone: Central: UTC−6/−5
Mountain: UTC−7/−6
Höchster Punkt: 1.069 m (White Butte)
Durchschn. Höhe: 580 m
Tiefster Punkt: 229 m Red River of the North
Gouverneur: Kelly Armstrong (R)
Post / Amt / ISO ND / / US-ND
Karte von North Dakota
Geographische Karte North Dakotas

North Dakota (englisch [ˌnɔɹθ dəˈkʰoʊ̯ɾə] , deutsch Norddakota) ist ein US-Bundesstaat im oberen Mittleren Westen, benannt nach den indigenen Völkern der Dakota Sioux. Zusammen mit seinem südlichen Pendant bildet er die Dakotas-Region. Er grenzt im Norden an die kanadischen Provinzen Saskatchewan und Manitoba, im Osten an den US-Bundesstaat Minnesota, im Süden an South Dakota und im Westen an Montana.

North Dakota ist Teil der Great Plains Region, die hier im hohen Norden des Landes durch weite Prärien, Steppen, gemäßigte Savannen, Badlands und Ackerland geprägt ist. Der Missouri River durchzieht den Bundesstaat von Nordwest nach Südosten und bildet mit dem Lake Sakakawea, einem der größten Stauseen der USA, ein markantes Landschaftselement. Das Klima ist kontinental mit langen, sehr kalten Wintern und heißen Sommern, was North Dakota zu einem der Bundesstaaten mit der extremsten Witterung macht. North Dakota ist flächenmäßig der 19. größte Bundesstaat, aber mit knapp 800.000 Einwohnern der viertbevölkerungsärmste und ebenfalls auf Rang vier der am dünnsten besiedelten Staaten. Die Hauptstadt ist das im südlichen Zentrum am Missouri River gelegene Bismarck, die bevölkerungsreichste Stadt ist das im äußersten Osten gelegene Fargo (125.000 Einwohner), in der fast ein Fünftel der Bevölkerung des Bundesstaates lebt. Beide Städte gehören zu den am schnellsten wachsenden Städten der USA, obwohl die Hälfte der Einwohner North Dakotas in ländlichen Gebieten lebt. Weitere bedeutende Städte sind Grand Forks, Minot, Williston und Dickinson.

Das heutige North Dakota war über Jahrtausende hinweg von verschiedenen Indianerstämmen bewohnt, darunter die Mandan, Hidatsa und Arikaree entlang des Missouri River, die Ojibwe und Cree im Nordosten und mehrere Sioux-Gruppen (die Nakota, Dakota und Lakota) im Rest des Bundesstaates. Europäische Entdecker und Händler kamen erstmals im frühen 18. Jahrhundert hierher, hauptsächlich auf der Suche nach Pelzen. Die Vereinigten Staaten erwarben das Gebiet im frühen 19. Jahrhundert und besiedelten es nach und nach trotz wachsenden Widerstands der zunehmend verdrängten Ureinwohner. Das 1861 gegründete Dakota-Territorium wurde zu einem Zentrum für amerikanische Pioniere, wobei der Homestead Act von 1862 ein bedeutendes Bevölkerungswachstum und eine rasante Entwicklung auslöste. Der traditionelle Pelzhandel ging zugunsten der Landwirtschaft, insbesondere des Weizenanbaus, zurück. Der Dakota-Boom von 1878 bis 1886 führte dazu, dass sich riesige Farmen über die hügeligen Prärien erstreckten und das Gebiet zu einer regionalen Wirtschaftsmacht wurde. Die Eisenbahnunternehmen Northern Pacific- und Great Northern Railway konkurrierten um den Zugang zu lukrativen Getreidezentren; die Landwirte schlossen sich zu politischen und sozioökonomischen Bündnissen zusammen, die für die breitere Populistenbewegung im Mittleren Westen von zentraler Bedeutung waren. North und South Dakota wurden am 2. November 1889 als 39. und 40. Bundesstaat in die Union aufgenommen. Präsident Benjamin Harrison mischte die Staatsgründungsurkunden vor der Unterzeichnung, damit niemand sagen konnte, welcher Staat zuerst gegründet worden war; daher sind die beiden Staaten offiziell in alphabetischer Reihenfolge nummeriert. Die Staatsgründung markierte das allmähliche Ende der Pionierzeit, und um 1920 war der Staat vollständig besiedelt bzw. alle Flächen beansprucht. In den folgenden Jahrzehnten kam es zu einem Aufschwung radikaler agrarischer Bewegungen und wirtschaftlicher Genossenschaften, deren Vermächtnis unter anderem die Bank of North Dakota ist, die einzige staatliche Bank des Landes.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die reichen natürlichen Ressourcen North Dakotas immer wichtiger für die wirtschaftliche Entwicklung. Im 21. Jahrhundert spielt die Ölförderung aus der Bakken-Formation im Nordwesten eine wichtige Rolle für den Wohlstand des Bundesstaates und ist ein Paradebeispiel für Ölförderung durch Frackingmethoden, die eine wirtschaftliche Ausbeutung des Feldes überhaupt erst möglich machten. Diese Entwicklung hat zu einem Bevölkerungswachstum (zusammen mit hohen Geburtenraten) und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit geführt. North Dakota schneidet trotz der Abgeschiedenheit in Bereichen wie Infrastruktur, Lebensqualität, wirtschaftliche Chancen und öffentliche Sicherheit recht gut ab. Während South Dakota touristisch attraktiver ist, ist North Dakota also das wirtschaftliche Zugpferd der Dakotas-Region. Nennenswerte Unternehmen mit Sitz im Bundesstaat sind u. a. die Bobcat Company (Mehrzweckfahrzeughersteller), die größte Getreidemühle der USA MLP North Dakota Mill and Elevator in Grand Forks, oder der Stahlbauer True North Steel in Fargo. Lange Zeit der wichtigste Pionier und größte Ölproduzent in der Bakken-Formation ist die Firma Continental Resources. Das US-Militär betreibt in der Nähe von Minot die Minot Air Force Base, eine von noch zwei verbliebenen B-52-Heimatbasen sowie Stationierungsort von nuklearen Interkontinentalraketen.

Neben dem ländlichen Charakter wird North Dakota in kultureller Hinsicht vor allem durch den hohen Anteil deutsch- und skandinavischstämmiger Einwohner und durch die Nähe zu Kanada geprägt. Auch die Native-American Kultur wird bis heute gepflegt. Typisch für den Bundesstaat sind auch Outdoor-Aktivitäten wie Jagen, Angeln, Snowmobilfahren oder Rodeo. Während es keine großen Sportteams aus den US-Profiligen gibt, haben die beiden großen Universitäten North Dakota State University und University of North Dakota erfolgreiche College-Football- bzw. College-Eishockeyteams.

Es wird angenommen, dass sich in der Ortschaft Rugby der geografische Mittelpunkt Nordamerikas befindet, und hier steht auch der KVLY-TV-Mast, der einst das höchste künstliche Bauwerk der westlichen Hemisphäre war.

  1. Density Using Land Area