Offene Volkswirtschaft
Eine offene Volkswirtschaft ist in der Makroökonomie dadurch gekennzeichnet, dass das Ausland in den Wirtschaftskreislauf einbezogen ist. Ohne Ausland kommt der Gegensatz geschlossene Volkswirtschaft aus. Eine Volkswirtschaft, die Beziehungen zum Ausland hat, nennt man offene Volkswirtschaft. In dieser stehen die inländischen Wirtschaftssubjekte (Unternehmen, Privathaushalte und der Staat) nicht nur zueinander in Beziehung, sondern betreiben Außenhandel mit den im Ausland ansässigen Wirtschaftssubjekten. Die Wirtschaftssubjekte unterhalten außenwirtschaftliche Beziehungen zu den Devisen-, Geld-, Güter-, Kapital- und Kreditmärkten sowie den Faktormärkten im Ausland. Diese können durch Export und Import sowie Interbankenhandel genutzt werden.
Theorien entstehen in den Wirtschaftswissenschaften allgemein dadurch, dass Annahmen gemacht werden, unter denen ein Modell analysiert wird. Will man beispielsweise eine Geldtheorie aufstellen, so macht es zunächst Sinn, sämtliche aus dem Ausland stammenden oder in das Ausland führenden Zahlungsströme auszuklammern. Im Wege der abnehmenden Abstraktion kann dann auf diese Annahme verzichtet werden, wodurch sich das Modell der Wirklichkeit nähert. Auf diese Weise wird zunächst eine geschlossene Volkswirtschaft untersucht, um darauf aufbauend den Faktor „Ausland“ in der offenen Volkswirtschaft einzubeziehen.