Opioidentzug

Ein Opioidentzug (auch: Entziehung; Entgiftung: engl. withdrawal; detoxification) ist das abrupte oder schleichende Absetzen von Opioiden und Opiaten, das als Kalter Entzug alleine bzw. ohne ärztlichen Beistand oder mit ärztlicher Hilfe im ambulanten oder stationären Bereich erfolgt. Eine Entgiftung kann als erfolgreich bezeichnet werden, wenn die belastenden Entzugssymptome vollständig oder großteils abgeklungen sind und Opioide im Urin nicht mehr nachweisbar sind. Ob oder wann es zu einem Rückfall kommt, ist anhand dieser Definition zweitrangig. Der alleinige Opioidentzug ohne weitergehende Maßnahmen ist keine Therapie einer Abhängigkeit von Opioiden.

Der Rückfall nach einem stationären Entzug ist (durch die jetzt erniedrigte Toleranzabsenkung) mit einem erhöhten Risiko für eine tödliche Überdosierung verbunden. Der Entzug soll deshalb zur Stabilisierung mit einer längeren Phase der psychosozialen Betreuung begleitet werden, um einen Rückfall zu vermeiden oder zu verzögern bzw. um die unerwünschten Folgen eines neuerlichen Substanzgebrauchs im Sinne der Schadensminimierung (harm minimization) zu begrenzen. So wird die Tatsache, dass mit Methadon substituierte Abhängige gegenüber mit Dihydrocodein (bzw. Codein) Substituierten und Heroinabhängigen ohne Substitution eine höhere Rate an erfolgreichen Entzügen aufwiesen, mit der vorangegangenen strukturierten Begleitung im Methadonprogramm als unabhängigem Erfolgsparameter erklärt.

  1. Eric C. Strain, Maxine L. Stitzer: .The Treatment of Opioid Dependence. 2. Auflage. The Johns Hopkins Univ. Press, Baltimore 2006
  2. R. Pfab, Chr. Hirtl et al.: Der Antagonist-induzierte-Narkose-gestützte Opiat-Schnellentzug (AINOS) Riskant und Vorteile nicht bewiesen. (Memento des Originals vom 30. November 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF) In: Münchner Medizinische Wochenschrift, 1996/11/22
  3. R. Saitz, M. J. Larson, C. Labelle, J. Richardson, J. H. Samet: The case for chronic disease management for addiction. In: Journal of addiction medicine. Band 2, Nummer 2, Juni 2008, S. 55–65, doi:10.1097/ADM.0b013e318166af74, PMID 19809579, PMC 2756688 (freier Volltext).
  4. A. Wodak: Managing illicit drug use. A practical guide. In: Drugs. Band 47, Nummer 3, März 1994, S. 446–457, PMID 7514974 (Review).
  5. J. Strang, J. McCambridge, D. Best, T. Beswick, J. Bearn, S. Rees, M. Gossop: Loss of tolerance and overdose mortality after inpatient opiate detoxification: follow up study. In: BMJ (Clinical research ed.). Band 326, Nummer 7396, Mai 2003, S. 959–960, doi:10.1136/bmj.326.7396.959, PMID 12727768, PMC 153851 (freier Volltext).
  6. M Backmund, K Meyer, D Eichenlaub, CG Schütz: Predictors for completing an inpatient detoxification program among intravenous heroin users, methadone substituted and codeine substituted patients. In: Drug Alcohol Depend., 2001 Oct 1, 64(2), S. 173–180, PMID 11543987.