Prawo i Sprawiedliwość

Prawo i Sprawiedliwość
Recht und Gerechtigkeit
Partei­vorsitzender Jarosław Kaczyński
Gründung 29. Mai 2001
Hauptsitz Ulica Nowogrodzka 84/86,
Warschau
Abkürzung PiS
Ausrichtung Patriotismus
Konservatismus
Gesellschaftskonservatismus
Nationalkonservatismus
Nationalismus
EU-Skepsis
Staatsinterventionismus
Rechtspopulismus
Farbe(n) Rot
Dunkelblau
Jugendorganisation Forum Młodych PiS
Sitze Sejm
189 / 460 (41,1 %)
Sitze Senat
34 / 100 (34,0 %)
Sitze Woiwodschaftstage
212 / 552 (38,4 %)
Mitglieder­zahl über 45.000 (Stand: Januar 2021)
Sitze EU-Parlament
18 / 53 (34,0 %)
EP-Fraktion EKR
Website www.pis.org.pl

Prawo i Sprawiedliwość (anhören, Kurzbezeichnung PiS), deutsch Recht und Gerechtigkeit, ist eine politische Partei in Polen. Sie ist gemäßigt EU-skeptisch und wird als nationalkonservativ, christdemokratisch und (rechts-)populistisch charakterisiert. In Wahlkämpfen greift sie auch auf germanophobe Elemente zurück.

PiS wurde im Jahre 2001 vom damaligen Justizminister Lech Kaczyński und seinem Zwillingsbruder Jarosław Kaczyński gegründet. Der PiS schlossen sich weitere Politiker an, die größtenteils aus der zerfallenden bürgerlich-konservativen Wahlaktion Solidarność (AWS) und der katholisch-nationalistischen Bewegung für den Wiederaufbau Polens (ROP) kamen. Ihr Fokus lag auf Law-and-Order-Politik, das heißt dem Versprechen einer intensiveren und schärferen Bekämpfung von Kriminalität und Korruption.

Die PiS stellte bisher zweimal, vom 31. Oktober 2005 bis zum 16. November 2007 sowie vom 16. November 2015 bis zum 13. Dezember 2023, die polnische Regierung.

Auf europäischer Ebene war die PiS bis zur Europawahl 2009 führendes Mitglied der nationalkonservativen Europapartei Allianz für ein Europa der Nationen (AEN) und der Europaparlamentsfraktion Union für ein Europa der Nationen (UEN). Danach beteiligte sie sich an der Gründung der neuen konservativ-europaskeptischen Fraktion Europäische Konservative und Reformer (EKR) sowie der Partei Allianz der Konservativen und Reformer in Europa (ACRE).

  1. Klaus Ziemer: Das politische System Polens. Eine Einführung. Springer VS, Wiesbaden 2013, S. 193.
  2. Partia rządząca ma coraz więcej sympatyków? Przybywa chętnych do zostania członkiem PiS. In: natemat.pl. 1. Februar 2020, abgerufen am 1. Februar 2020 (polnisch).
  3. José M. Magone: Divided Europe? Euroscepticism in Central, Eastern and Southern Europe. In: The European Union in Crisis. Explorations in Representation and Democratic Legitimacy. Springer, Cham (Schweiz) 2015, S. 33–56, auf S. 47.
  4. Stephan Georg Raabe, Maria Elisabeth Rotter: Das europapolitische Programm der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Konrad-Adenauer-Stiftung in Polen, Warschau, 30. November 2005.
  5. Dominika Sozańska: Konkurenci czy partnerzy? Chrześcijańska demokracja i Kościół katolicki po 1989 roku. In: Zrozumieć współczesność. Oficyna Wydawnicza AFM, Krakau 2009, S. 451–465, auf S. 455.
  6. Pathetische Gesten. In: Zeit Online. 24. Januar 2016, abgerufen am 5. Februar 2017.
  7. Raphael Jung, ARD-Studio Warschau: Der antideutsche Wahlkampf der polnischen Regierung. Abgerufen am 20. November 2024.
  8. Martin Krzywdzinski: Arbeits- und Sozialpolitik in Polen. Interessenvermittlung und politischer Tausch in einem umkämpften Politikfeld. VS Verlag, Wiesbaden 2008, S. 127–128.
  9. Kai-Olaf Lang: Populismus in Ostmitteleuropa. Manifestationsformen, Besonderheiten und Chancenstrukturen. In: Populismus in Europa – Krise der Demokratie? Wallstein, Göttingen 2005, S. 137–154, auf S. 145.