Vitamin D

Strukturformel
Allgemeines
Trivialname Vitamin D3
Andere Namen
  • Colecalciferol (INN)
  • Calciol
  • (3β,5Z,7E)-9,10-Secocholesta-5,7,10(19)-trien-3-ol
  • 3-{2-[7a-Methyl-1-(6-methylheptan-2-yl)-2,3,3a,5,6,7-hexahydro-1H-inden-4-yliden]ethyliden}-4-methyliden-cyclohexan-1-ol (IUPAC)
SummenformelC27H44O
CAS-Nummer67-97-0
PubChem 5280795
ATC-Code

A11CC05

DrugBank DB00169
Kurzbeschreibungfarbloser Feststoff
Vorkommennicht-pflanzliche Eukaryoten
Physiologie
FunktionVorstufe des Calcitriol, als solches: Regulierung des Calcium-Haushalts, Reifung von Immunzellen
Täglicher Bedarfetwa 20 µg (800 IE) täglich (Summe aus Hautproduktion und Nahrungsaufnahme)
Folgen bei MangelRachitis, Osteomalazie
Überdosissiehe Hypervitaminose D
Eigenschaften
Molare Masse384,64 g·mol−1
Aggregatzustandfest
Schmelzpunkt

82–87 °C

Siedepunkt

Zersetzung

Löslichkeitfettlöslich, im Blut zu 50–80 % proteingebunden (an VDBP)
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP), ggf. erweitert

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300+310+330372
P: 260262280302+352+310304+340+310314
Toxikologische Daten

42 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vitamin D ist eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, die zu den Secosteroiden gehören und vor allem für ihre Rolle beim Calciumstoffwechsel bekannt sind. Im Körper von Lebewesen kann der physiologisch wichtigste Vertreter Cholecalciferol (Vitamin D3) auch mit Hilfe von UV-B-Strahlung (Dorno-Strahlung) in der Haut aus 7-Dehydrocholesterol gebildet werden.

In der Nahrung kommt es vor allem in Fettfischen vor oder wird den Lebensmitteln als Nahrungsergänzungsmittel zugefügt. Es hat im Körper die Funktion eines Prohormons und wird über eine Zwischenstufe zum aktiven Steroidhormon Calcitriol umgewandelt.

Vitamin D spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des Calcium-Spiegels im Blut und beim Knochenaufbau. Ein Vitamin-D-Mangel führt mittelfristig bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie. Die weitere Bedeutung von Vitamin D für die Gesundheit ist Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Forschung; große systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen kommen dabei zunehmend zu dem Ergebnis, dass eine Supplementierung neben den gesicherten Effekten auf das Skelettsystem vor allem die Gesamtsterblichkeit älterer Menschen moderat senkt, während sich viele früher vermutete Schutzeffekte etwa gegenüber Krebs, Herz-Kreislauf- oder Autoimmunerkrankungen in randomisierten Studien und mendelschen Randomisierungsanalysen nicht eindeutig bestätigen lassen.

Für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist eine angemessene Sonnen- bzw. UV-B-Bestrahlung notwendig. Zusätzlich kann der Bedarf auch durch die Einnahme (Supplementierung) von Nahrungsergänzungsmitteln gedeckt werden. In manchen Staaten werden zu diesem Zweck bestimmte Nahrungsmittel mit Vitamin D angereichert.

  1. INN Recommended List 5. World Health Organisation (WHO), 9. April 1965.
  2. 1 2 3 4 Eintrag zu Colecalciferol in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 2. Januar 2026. (JavaScript erforderlich)
  3. Eintrag zu Cholecalciferol in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. August 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. Liu, D., Meng, X., Tian, Q., Cao, W., Fan, X., Wu, L., Song, M., Meng, Q., Wang, W., & Wang, Y. (2022). Vitamin D and multiple health outcomes: An umbrella review of observational studies, randomized controlled trials, and Mendelian randomization studies. Advances in Nutrition, 13, 1044–1062. https://doi.org/10.1093/advances/nmab142.
  5. Bouillon, R., LeBoff, M. S., & Neale, R. E. (2023). Health effects of vitamin D supplementation: Lessons learned from randomized controlled trials and Mendelian randomization studies. Journal of Bone and Mineral Research, 38(10), 1391–1403. https://doi.org/10.1002/jbmr.4888.
  6. Rejnmark, L., Bislev, L. S., Cashman, K. D., Eiriksdottir, G., Gaksch, M., Grubler, M., Grimnes, G., Gudnason, V., Lips, P., Pilz, S., van Schoor, N. M., Kiely, M., & Jorde, R. (2017). Non-skeletal health effects of vitamin D supplementation: A systematic review on findings from meta-analyses summarizing trial data. PLOS ONE, 12(7), e0180512. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0180512.
  7. Theodoratou, E., Tzoulaki, I., Zgaga, L., & Ioannidis, J. P. A. (2014). Vitamin D and multiple health outcomes: Umbrella review of systematic reviews and meta-analyses of observational studies and randomised trials. BMJ, 348, g2035. https://doi.org/10.1136/bmj.g2035.
  8. Bildung des körpereigenen Vitamin D. In: Bundesamt für Strahlenschutz. 29. März 2022, abgerufen am 17. April 2022.