Volksmudschahedin

Organisation der Volksmudschahedin Irans
سازمان مجاهدین خلق ایران
Partei­vorsitzende Maryam Rajavi
General­sekretärin Zahra Merrikhi
Gründung 5. September 1965
Gründungs­ort Teheran, Iran
Haupt­sitz Camp Ashraf 3, Albanien (seit 2018)
Aus­richtung Marxismus, schiitischer Islam

Die Organisation der Volksmudschahedin Irans (persisch سازمان مجاهدين خلق ايران Sāzemān-e Modschāhedin-e Chalgh-e Irān, DMG Sāzmān-e muǧāhedīn-e ḫalq-e Īrān), von arabisch Mudschahid, ist eine iranische oppositionelle Organisation mit schiitisch-islamischer und antiklerikaler Ausrichtung, die gegen das Regime der Islamischen Republik kämpft. Sie gilt als eine der größten und aktivsten iranischen politischen Oppositionsgruppen. Die Organisation, die sich seit 1981 im Exil befindet, war früher bewaffnet und wurde als Terrororganisation eingestuft, hat sich aber mittlerweile in eine politische Gruppierung verwandelt. Die Volksmudschahedin, die sich ideologisch stark an marxistischen Theorien des Klassenkampfes orientierten und auch den Begriff des Mudschahid in diesem Sinne umdeuteten, spielten nach ihrer Gründung im Jahre 1965 eine bedeutende Rolle in der Oppositionsbewegung gegen Schah Mohammad Reza Pahlavi. Die frühe Schiitenbewegung interpretierten die Volksmudschahedin wie Ali Schariati als sozialrevolutionäre Protestbewegung gegen staatliche Unterdrückung und Ausbeutung. Aus dieser Denktradition bezogen sie auch ihre Verherrlichung des Märtyrertums.

Nach dem Sturz der Pahlavi-Dynastie wurden sie zu einer der bedeutendsten Kräfte in der iranischen Politik. Die Volksmudschahedin boykottierten das iranische Verfassungsreferendum im Dezember 1979, woraufhin Chomeini den Vorsitzenden der Organisation, Massoud Radschawi, von der Teilnahme an der iranischen Präsidentschaftswahl 1980 ausschloss. Am 20. Juni 1981 organisierten die Volksmudschahedin eine Demonstration gegen Chomeini mit dem Ziel, das Regime zu stürzen. Bei den anschließenden Protesten kamen rund 50 Demonstrierende ums Leben. Angesichts der anschließenden Repressionen durch die Regierung Chomeinis floh Radschawi 1981 nach Paris. Dort gründete er im August 1981 zusammen mit dem ersten iranischen Präsidenten Abolhassan Banisadr den Nationalen Widerstandsrat Iran, der zunächst als eine Art Exilparlament fungierte, im Laufe der Zeit aber zu einem reinen politischen Organ der Volksmudschahedin wurde.

Im Juni 1986 führten diplomatische Gespräche zwischen Frankreich und Iran über die Freilassung von französischen Geiseln im Libanon zur Ausweisung der Mudschahedin aus Frankreich. Diese verlegten daraufhin ihre Aktivitäten in den Irak und nahmen mit ihrer Nationalen Befreiungsarmee Irans (persisch arteš-e āzādībaḫš-e mellī-ye Īrān) auf irakischer Seite gegen die Islamische Republik am Ersten Golfkrieg teil. Sie ließen sich im Camp Ashraf nieder, von wo aus sie ihre Aktionen gegen den iranischen Staat fortsetzten und dabei politische, finanzielle und militärische Unterstützung von Saddam Hussein erhielten. Im Rahmen des Irakkriegs (Dritten Golfkriegs) wurden die irakischen Volksmudschahedin im Mai 2003 entwaffnet und unter den Schutz der Koalitionstruppen gestellt. Gleichzeitig kam es zu einer Annäherung der Organisation an die Vereinigten Staaten von Amerika. Nachdem irakische Sicherheitskräfte 2009 Camp Ashraf gestürmt hatten und zunehmend aggressiver gegen die Volksmudschahedin vorgingen, wurden diese ab 2013 auf amerikanisches Betreiben nach Albanien umgesiedelt, wo ein neues Hauptquartier der Organisation aufgebaut wurde. Massoud Radschawi verschwand kurz vor der Invasion des Irak im Jahr 2003 und hinterließ seine Ehefrau und Mitführerin Maryam Rajavi als öffentliches Gesicht der Volksmudschahedin. Der Führungsrat der Organisation besteht ausschließlich aus Frauen.

Nach der englischen Schreibung ihres persischen Namens Mojahedin-e Khalq wird für die Volkmudschahedin auch die Abkürzung MEK verwendet. Das Regime der Islamischen Republik verwendet für sie meist die entstellende und abwertende Bezeichnung Monafeqin („Heuchler“), die von dem arabischen Wort Munāfiq abgeleitet ist und bereits vom Schah-Regime propagandistisch gegen sie eingesetzt wurde.

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  2. Cimment, James (2011). World Terrorism: An Encyclopedia of Political Violence from Ancient Times to the Post-9/11 Era: An Encyclopedia of Political Violence from Ancient Times to the Post-9/11 Era, 2nd Edition. Routledge. doi:10.4324/9781315697994. ISBN 978-0765682840. p.605
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  10. Kenneth Katzman: Iran: The People's Mojahedin Organization of Iran. 2001, S. 101.
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  15. Steven O'Hern: Iran's Revolutionary Guard: The Threat That Grows While America Sleeps. 2012, S. 208.
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