Das viereckige Haus in Nismes
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DAS VIERECKIGE HAUS IN NISMES
Zum Schluß dieses Bandes theilen wir unseren Lesern noch den Stahlstich mit, auf welchen wir uns S. 88 (Artikel Richmond in Virginien) bezogen haben.
Nemausus hieß die römische Stadt in Gallien, welche die vielen großartigen Bauwerke hinterließ, die noch heute das französische Nismes schmücken. Das weltberühmte Amphitheater haben wir Bd. VII, S. 101 des Universums in Bild und Wort dargestellt. An Größe unbedeutend, aber als Werk der Prachtbaukunst von gleich hohem Werthe ist der Tempel, welchen man dem Fremden in Nismes als „La maison quarrée“ zeigt. Die Zierlichkeit der Ausführung dieses Baues wird mit Recht bewundert. Die offene, von sechs Säulen getragene Vorhalle, zu der man auf einer hohen Treppe hinansteigt, macht einen festlichen Eindruck. Die Säulenknöpfe sind mit Olivenlaub geschmückt, welches von den Bildhauern mit großer Sorgfalt den Bäumen des Landes nachgebildet ward. Alle Theile treten hier zusammen in ein lieblich ebenmäßiges Ganzes, das wahrhaft wohlthätig, beruhigend und freudig erhebend zugleich auf den Geist wirkt.
Einzelne Mißgriffe, die man sich bei Restaurationen des Baues hat zu Schulden kommen lassen, wollen wir vergeben um der Liebe willen, mit welcher man für die Erhaltung der herrlichen Antike bemüht war. Zu den vielen Nachahmungen dieses Musters gehört auch die Magdalenenkirche in Paris; aber auch diese ist nur eine verblaßte Uebersetzung geworden, das Original bleibt unerreicht.