Der Dom von St. Gatien in Tours
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DOM v. ST GATIEN
in Tours
An dem Namen „Tours“ hängen zwei deutsche Ehrenkränze. Von den Thürmen des Doms aus ist nach Süden hin, wo Poitiers liegt, das Schlachtfeld zu überschauen, auf welchem dieselbe weltgeschichtliche Aufgabe gegen Westen gelöst wurde, welche der deutschen Nation in späteren Jahrhunderten noch einmal gegen Osten zufiel: die Rettung des Christenthums und germanischer Kulturentwickelung gegen den Ansturm asiatischer Eroberer. Wie dort für Hunnen und Türken, mußte hier den Arabern der Pfahl mit dem zurückweisenden Arm in den Weg gesteckt werden. Der Austrasier Karl that dies mit dem Hammer, der ihm den Namen „Martell“ erwarb, im Jahre 732, und daher rührt der eine Kranz.
Den anderen Kranz verdiente den Deutschen ihre Baukunst: St. Gatien ist eines ihrer gerühmtesten Werke; es steht da wie ein deutsches Denkmal für die große deutsche That. Das Portal gehört zu den reichsten des ganzen Styls. Den Besucher des Innern erfreuen werthvolle Glasmalereien. Dem Massigen des Baues nicht entsprechend ist der etwas verspätete Abschluß der so gut begonnenen Thürme. Vor uns steht ein Kaiser im vollen mittelalterlichen Krönungsornat, aber mit dem Hauskäppchen, unter welchem das Zöpfchen hervorguckt.
Anmerkungen (Wikisource)
- ↑ Vorlage: Der Dom St. von Gatien in Tours. Korrektur siehe Inhaltsverzeichnis