Der Vesta-Tempel in Rom

DCLVIII. Schleswig Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Vierzehnter Band (1850) von Joseph Meyer
DCLIX. Der Vesta-Tempel in Rom
DCLX. Elberfeld
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Der VESTA-TEMPEL in ROM

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DCLIX. Der Vesta-Tempel in Rom.




Auf dem „pulchrum littus“ (dem „schönen Ufer“) der Tiber, unfern der Ponte rotto, stehen die wohlerhaltenen Ueberbleibsel eines runden Tempels aus der Zeit des August, Tempel der Vesta geheißen. Schon Virgil und Horaz thun seiner Erwähnung.

Vidimus flavum Tiberim, retortis
Littore Etrusco violenter undis,
Ire dejectum monumenta regis
     Templaque Vestae. HOR.

Der zirkelrunde Tempel ist von den schönsten Verhältnissen und hat 170 Fuß im Umfang. Er ist von parischem Marmor erbaut, mit vorspringendem Dach, das eine Kolonnade von 20 kanellirten, 35 Fuß hohen Säulen korinthischer Ordnung trägt. Die Entablatur und das antike Dach sind längst verschwunden. An ihre Stelle ist eine Ziegelbedeckung getreten, und auf der Spitze, die einst die Kolossalstatue der Vesta geziert hat, steht das Zeichen des christlichen Kultus. Das Gebäude selbst (die Cella) ist seit 14 Jahrhunderten eine Stätte der Madonnenverehrung geworden.