Northumberland am Susquehanna

Riva am Gardasee Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band (1859) von Friedrich Hofmann
Northumberland am Susquehanna
Meran (Meyer’s Universum)
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NORTHUMBERLAND
AM SUSQUEHANNAΗ

(VEREIN. STAATEN v. NORDAMERICA)

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Northumberland am Susquehanna.




Ein klares sonnenhelles Bildchen vom Gestade des Stromes, dessen Lauf und Leben wir im 3. Heft dieses Bandes einen längeren Artikel widmeten. Es führt uns an einen Gabelpunkt zweier Flußarme, von dem aus die vereinigten Wasser erst den Namen erhalten, den sie bis zu ihrer Mündung in der Chesapeak-Bay beibehalten. Ein einsames Fort hatte vor 100 Jahren die Stelle inne, an der jetzt die junge Stadt sichtbar ist, ein rasch aufblühender Ort, dessen Wachsthum mit der namentlich seit den letzten 10 Jahren beschleunigten Entwickelung des Landes, der Ausbeute der Eisen- und Kohlenminen in den Bergen, der Zunahme der Ansiedelungen in der Ebene gleichen Schritt hält. Der jüngst erschienene Staatsalmanach von Pennsylvanien rühmt bereits unter den Zierden des Platzes das neue Stadthaus, eine Bank, fünf Kirchen und eine „Akademie“. Die Einwohnerzahl war 1700. Malerische Brücken verbinden die Landspitze mit den beiden jenseitigen Ufern und eine im Bau begriffene Eisenbahn führt nach den Hauptmärkten des Landes, Erie und Philadelphia. Recht wunderlich erklingen neben solchen Aufzeichnungen die romantischen Geschichten von dem Gründer der Stadt, David Morgan (1778) aus dem Munde seines eigenen Sohnes, dem jener Alte bei Anlage des ersten Blockhauses, unter den Holzwällen des Forts, den Skalp rettete, nachdem die übrigen Glieder seiner Familie schon unter den Tomahawks der Indianer gefallen waren. Fast jedes County hat einen solchen Helden aufzuweisen, dessen Thaten und Abenteuer noch im Gedenken von Zeitgenossen leben. – Man sagt, in Amerika verstumme die Stimme der Poesie und Romantik: man höre nur die Erzählungen des wirklich Erlebten. Sind erst einmal hundert Jahre mehr darüber hin geschritten und hat erst der Duft der Sage sie angeweht, so wird Amerika sicher noch einmal zum Eldorado der Roman- und Balladenschreiber.