Schloß Tetschen

Dubuque Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Zwanzigster Band (1859) von Friedrich Hofmann
Schloß Tetschen
Schloß Kurburg mit dem Ortles
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TETSCHEN
an der Elbe.

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Schloß Tetschen.




Im äußersten Norden Böhmens, zwei Stunden oberhalb des Austritts der Elbe, thront auf einem an 200 Fuß über dem Stromspiegel schroff aufsteigenden Sandsteinfelsen das Schloß Tetschen, von Vielen als der glänzendste Schmuck des Elbthals gepriesen. Auf dem Flusse und der Schienenstraße, die beide sich tief unter den Fenstern des Schlosses hinziehen, muß Alles vorüber, was aus Böhmen nach Deutschland und weiter will, ein lebendiges, jeden Tag wechselndes Bild von Dampfessen, Schiffsmasten und Eisenbahnzügen. Zu Füßen des Schloßberges, am dies- und jenseitigen Ufer, liegen die verkehrslustigen und gewerbrührigen Ortschaften Tetschen, Bodenbach und Weiher, durch eine neue Kettenbrücke zu einem einzigen und hauptsächlichen Stapelplatz böhmischer Ausfuhr verbunden. Das Schloß selbst ist weniger bedeutend durch architektonische Schönheit, als interessant durch seine wechselvolle Geschichte, die es mit der Böhmens, namentlich in dem verheerenden Hussiten- und 30jährigen Krieg theilte. Von berühmter Schönheit sind die zugehörigen großen Gartenanlagen am Berg, mit zahlreichen Treibhäusern für exotische Pflanzen. Es reifen darinnen allein an 4000 Ananas jährlich. Besitzerin von Schloß und Herrschaft ist die altgräfliche Familie Thun.