Kurs:Lineare Algebra/Teil II/22/Klausur mit Lösungen



Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
Punkte 3 3 3 0 4 3 7 0 3 3 2 3 0 3 0 6 2 0 45




Aufgabe (3 Punkte)

Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe.

  1. Eine Metrik auf einer Menge .
  2. Kongruente Dreiecke in der euklidischen Ebene.
  3. Eine -antilineare Abbildung zwischen komplexen Vektorräumen und .
  4. Ein Polynom in mehreren Variablen über einem Körper .
  5. Eine Äquivalenzrelation auf einer Menge .
  6. Die alternierende Gruppe .


Lösung

  1. Eine Abbildung heißt Metrik, wenn für alle die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
    1. ,
    2. , und
    3. .
  2. Zwei Dreiecke heißen kongruent, wenn sie durch die Hintereinanderschaltung von Verschiebungen und Isometrien ineinander überführt werden können.
  3. Die Abbildung

    heißt antilinear, wenn

    für alle und wenn

    für alle und gilt.

  4. Ein Polynom in den Variablen ist eine endliche Linearkombination von Monomen

    mit .

  5. Eine Äquivalenzrelation auf einer Menge ist eine Relation, die die folgenden drei Eigenschaften besitzt (für beliebige ).
    1. .
    2. Aus folgt .
    3. Aus und folgt .
  6. Die alternierende Gruppe ist


Aufgabe (3 Punkte)

Formuliere die folgenden Sätze.

  1. Die Abschätzung von Cauchy-Schwarz (oder Ungleichung von Cauchy-Schwarz).
  2. Das Minorenkriterium für die Definitheit einer symmetrischen Bilinearform.
  3. Der Satz über die Untergruppen von .


Lösung

  1. Es sei ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt und der zugehörigen Norm . Dann gilt die Abschätzung
    für alle .
  2. Es sei eine symmetrische Bilinearform auf einem endlichdimensionalen reellen Vektorraum und sei eine Basis von . Es sei die Gramsche Matrix zu bezüglich dieser Basis und es seien die Determinanten der quadratischen Untermatrizen

    Dann gelten folgende Aussagen.

    1. Genau dann ist positiv definit, wenn alle positiv sind.
    2. Genau dann ist negativ definit, wenn das Vorzeichen in der Folge an jeder Stelle wechselt.
  3. Die Untergruppen von sind genau die Teilmengen der Form
    mit einer eindeutig bestimmten nicht-negativen Zahl .


Aufgabe (3 Punkte)

Vergleiche anhand eines Begriffes aus der linearen Algebra die elementargeometrische und die abstrakte Sichtweise.


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Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (4 Punkte)

Bestimme die Schnittpunkte des Einheitskreises mit der Geraden, die durch die beiden Punkte und verläuft.


Lösung

Der Richtungsvektor der Geraden ist . Somit besitzt die Geradengleichung die Form

Einsetzen eines Punkt ergibt . Somit ist

Dies setzen wir in die Kreisgleichung

ein und erhalten

oder

Die Normierung davon ist

Somit ist

und

Die Schnittpunkte sind also


Aufgabe (3 Punkte)

Es sei ein endlichdimensionaler - Vektorraum mit Skalarprodukt und ein Untervektorraum mit einer Orthonormalbasis von . Zeige, dass die orthogonale Projektion auf durch

gegeben ist.


Lösung

Wir ergänzen die Basis zu einer Orthonormalbasis von . Das orthogonale Komplement zu ist

Nach Lemma 32.8 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) ist

Somit ist die Projektion auf längs .


Aufgabe (7 Punkte)

Beweise den Satz über die eigentlichen Isometrien in der reellen Ebene.


Lösung

Es seien und die Bilder der Standardvektoren und . Unter einer Isometrie wird die Länge eines Vektors erhalten, daher ist

Da unter einer Isometrie die Senkrechtsbeziehung erhalten bleibt, muss

gelten. Bei folgt daraus (wegen ) . Dann ist und wegen der Eigentlichkeit muss das Vorzeichen dasselbe wie von sein. Es sei also . Dann gilt

Da die beiden Vektoren die Länge haben, muss der skalare Faktor den Betrag haben. Bei wäre und die Determinante wäre . Also muss und sein. Die beschreibende Matrix bezüglich der Standardmatrix hat also die Form

Insbesondere ist eine reelle Zahl zwischen und und , d.h. ist ein Punkt auf dem reellen Einheitskreis. Der Einheitskreis wird bekanntlich durch die trigonometrischen Funktionen parametrisiert, d.h. es gibt einen eindeutig bestimmten Winkel , , mit



Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (3 Punkte)

Zeige, dass in einem gleichseitigen Dreieck das Verhältnis zwischen dem Umkreisradius und dem Inkreisradius ist.


Lösung

Die Seitenlänge des gleichseitigen Dreiecks sei . Die Höhe ist

Der Schwerpunkt ist der Umkreismittelpunkt und der Inkreismittelpunkt. Da der Schwerpunkt die Seitenhalbierende im Verhältnis schneidet, ist der Umkreisradius gleich . Entsprechend ist der Inkreisradius gleich , und somit ist ihr Verhältnis gleich .


Aufgabe (3 Punkte)

Es sei eine reell-symmetrische - Matrix. Zeige, dass einen Eigenwert besitzt.


Lösung

Die Matrix hat die Form

Das charakteristische Polynom hat daher die Form

Wir schreiben dies als

Da

nichtnegativ ist, kann man daraus im Reellen die Quadratwurzel ziehen und das charakteristische Polynom besitzt Nullstellen, die Eigenwerte der Matrix sind.


Aufgabe (2 Punkte)

Zeige, dass die auf durch

festgelegte Relation eine Äquivalenzrelation ist.


Lösung

Die Reflexivität und die Symmetrie ergeben sich unmittelbar aus der Definition. Zum Nachweis der Transitivität seien und . Dies bedeutet bzw. . Somit ist

Wegen ergibt die Kürzungsregel in die Gleichheit

also .


Aufgabe (3 Punkte)

Beweise den Isomorphiesatz für Gruppen.


Lösung

Wir wenden Satz 47.4 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) auf und die kanonische Projektion an. Dies induziert einen Gruppenhomomorphismus

mit , der surjektiv ist. Sei und . Dann ist

also . Damit ist , d.h. der Kern von ist trivial und nach Lemma 44.22 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) ist auch injektiv.


Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (3 (1.5+1.5) Punkte)


a) Man gebe ein Beispiel für zwei reelle Zahlen derart, dass eine rationale Zahl ist, aber nicht.


b) Man gebe ein Beispiel für zwei reelle Zahlen derart, dass eine rationale Zahl ist, aber nicht.


Lösung


a) Es sei eine positive irrationale Zahl und

Dann ist

rational und

irrational, da das Inverse einer irrationalen Zahl wieder irrational ist.


b) Es sei eine positive irrationale Zahl und

Dann ist

rational und

irrational.


Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (6 Punkte)

Beweise den Satz über die Charakterisierung der Stetigkeit von linearen Abbildungen.


Lösung

Von (1) nach (2) ist klar. Von (2) nach (3). Es gibt insbesondere für ein derart, dass aus

die Abschätzung

folgt. Aus

folgt dann wegen der skalaren Verträglichkeit

Von (3) nach (1). Es sei eine obere Schranke für die Norm der Werte auf der Einssphäre. Sei gegeben. Es ist

Zu kann man also

wählen.


Aufgabe (2 Punkte)

Berechne für die Matrix

die Maximumsnorm, wenn der als Definitionsraum mit der Maximumsnorm und als Zielraum mit der euklidischen Norm versehen ist.


Lösung

Es ist

Die Maximumsnorm ist das Maximum der euklidischen Normen der Bildvektoren, also das Maximum von

für die Menge

Das Maximum wird für

angenommen und besitzt den Wert .


Aufgabe (0 Punkte)


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