Niederlausitz

Niederlausitz (Deutsch)

Substantiv, f, Toponym

Singular Plural
Nominativ die Niederlausitz
Genitiv der Niederlausitz
Dativ der Niederlausitz
Akkusativ die Niederlausitz

Worttrennung:

Nie·der·lau·sitz, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈniːdɐˌlaʊ̯zɪt͡s], [ˌniːdɐˈlaʊ̯zɪt͡s]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] Region der nördlichen Lausitz, die sich größtenteils im Süden des Landes Brandenburg erstreckt und deren Ausläufer bis in den äußersten Norden des Freistaats Sachsen und bis an den Bober im südwestlichen Polen reichen

Abkürzungen:

NL, N. L.

Herkunft:

  • strukturell:
Determinativkompositum aus dem Substantiv (Eigenname, Toponym) Lausitz und dem adjektivischem Attribut nieder
Der Erstbeleg im Deutschen findet sich im Lübbener Urkundenbuch von 1501 in der Form Nyderlausitz.[1]

Gegenwörter:

[1] Oberlausitz

Oberbegriffe:

[1] Lausitz

Meronyme:

[1] Mittellausitz, Ostlausitz

Beispiele:

[1] „963 verloren die in der Niederlausitz ansässigen sorbischen Stämme endgültig ihre politische Freiheit.“[2]
[1] „Das Jahr 1815 brachte für die Sorben der Niederlausitz einschneidende Veränderungen in der staatlichen Zugehörigkeit.“[3]
[1] „Es gab in der Niederlausitz auch schon vorher Versuche, das Sorbische auszurotten, wie den Erlass Christian I. zur Abschaffung der wendischen Sprache/Lübben 1668.“[4]
[1] „Erste Erwähnungen von angesiedelten Juden finden sich in der Niederlausitz im 14. Jahrhundert, von großen Judenverfolgungen ist nichts bekannt, von Vertreibungen wie 1499 aus Luckau abgesehen.“[5]
[1] „Besonders bewegend war der Bericht von Erika Arlt. Ihre außerordentlich engagierte Erinnerungsarbeit an die schrecklichen Ereignisse um den so genannten ‚verlorenen Zug‘ – mit ihm sollten jüdische Häftlinge des KZ Bergen-Belsen in den letzten Kriegstagen nach Theresienstadt zur Vernichtung deportiert werden; die zwölftägige Todesfahrt endete bekanntlich [am] 22. April 1945 in der Niederlausitz bei Tröbitz – ermöglicht es, dass sie intensive Kontakte mit Überlebenden des verlorenen Zuges nach Israel oder Amerika unterhält.“[6]
[1] „So erfahren die Besucher, dass die Mitglieder der im Jahr 1858 gegründeten jüdischen Gemeinde aus verschiedenen Städten der Niederlausitz stammten – wie Cottbus, Spremberg, Drachhausen, Senftenberg, Burg und Finsterwalde.“[7]
[1] „Am morgigen Sonntag jährt sich die Reichspogromnacht zum 70. Mal. Auch in der Niederlausitz wüteten die Faschisten gegen jüdische Menschen, Firmen und Institutionen. Besonders in Senftenberg haben sich am 10. November 1938 bestialische Szenen abgespielt.“[8]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] brandenburgische, polnische Niederlausitz

Wortbildungen:

Niederlausitzer, niederlausitzisch
Bewohnernamen (Oikistonyme): Niederlausitzer m / Niederlausitzerin f

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Niederlausitz
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache – Korpusbelege [public] → Gegenwartskorpora mit freiem ZugangNiederlausitz
[1] Duden online „Niederlausitz
[1] wissen.de – Lexikon „Niederlausitz
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalNiederlausitz
[1] Wikivoyage-Eintrag „Niederlausitz
[1] Meyers Lexikonredaktion (Herausgeber): Duden, Das Neue Lexikon in zehn Bänden, mit rund 100 000 Stichwörtern und über 7 500 meist farbigen Abbildungen, Spezialkarten, Tabellen und Übersichten im Text. 3. Auflage. Band 7: Neus – Raf, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1996, ISBN 3-411-04373-3, Stichwort »Niederlausitz«, Seite 2393.

Quellen:

  1. Nach Heinz Schuster-Šewc: Historisch-etymologisches Wörterbuch der ober- und niedersorbischen Sprache. 1. Auflage. Heft 11: łoboda – lisć, VEB Domowina-Verlag, Bautzen 1982 (Internet Archive), Stichwort »Łužica: Łužyca«, Seite 792.
  2. Burg und Siedlung Tornow im 7./8.Jahrhundert. In: Lausitzer Rundschau. 7. Oktober 2000, ISSN 0863-7377.
  3. Peter Kunze: Existenzsuche: Aus Tauer und Werben nach Übersee. In: Lausitzer Rundschau. 16. Dezember 2000, ISSN 0863-7377.
  4. Bernd Pittkunings: Das Sorbische ging dramatisch zurück. In: Lausitzer Rundschau. 12. Januar 2001, ISSN 0863-7377.
  5. Nachbarn von einst – Juden in der Niederlausitz. In: Lausitzer Rundschau. 7. Mai 2005, ISSN 0863-7377 (Ausgabe Finsterwalde).
  6. Treffen der Generationen. In: Lausitzer Rundschau. 10. Juni 2005, ISSN 0863-7377 (Ausgabe Finsterwalde).
  7. Cottbuser Stadtmuseum zeigt kostbare jüdische Dokumente. In: Lausitzer Rundschau. 8. Oktober 2008, ISSN 0863-7377 (Ausgabe Cottbus).
  8. Dort habe ich meinen Vater zum letzten Mal gesehen. In: Lausitzer Rundschau. 8. November 2008, ISSN 0863-7377 (Ausgabe Senftenberg).