Oberlausitz

Oberlausitz (Deutsch)

Substantiv, f, Toponym

Singular Plural
Nominativ die Oberlausitz
Genitiv der Oberlausitz
Dativ der Oberlausitz
Akkusativ die Oberlausitz

Worttrennung:

Ober·lau·sitz, kein Plural

Aussprache:

IPA: [ˈoːbɐˌlaʊ̯zɪt͡s], [ˌoːbɐˈlaʊ̯zɪt͡s]
Hörbeispiele:  Oberlausitz (Info),  Oberlausitz (Info)

Bedeutungen:

[1] Region der südlichen Lausitz, die größtenteils den Osten des Freistaats Sachsen sowie, in geringerem Umfang, einen kleinen Teil des äußersten Südens des Landes Brandenburg, die bis an den Bober und die Queis reichenden Teile der polnischen Woiwodschaften Niederschlesien und Lebus als auch einen kleinen Teil des tschechischen Jeschkengebirges umfasst

Abkürzungen:

OL, O. L.

Herkunft:

Determinativkompositum aus dem Substantiv (Eigenname, Toponym) Lausitz und dem adjektivischem Attribut ober

Gegenwörter:

[1] Niederlausitz

Oberbegriffe:

[1] Lausitz

Meronyme:

[1] Mittellausitz, Westlausitz

Beispiele:

[1] „Ein Bauernjunge aus der Oberlausitz versorgte unser Abteil mit seinen Hausschlachterwürsten, weil er fürchtete – das hatten wir der Bemerkung eines Unteroffiziers zu verdanken –, der Proviant würde ihm bald abgenommen.“[1]
[1] „1836 versuchte das sächsische Innenministerium, den Wollhandel durch jüdische Händler aus Böhmen wie auch Schlesien einzuschränken. Eine Anfrage an die Tuchmanufakturstädte der Oberlausitz ergab, dass ein solcher Handel in Löbau und Zittau kaum existent war, die Stadträte in Bautzen, Bischofswerda und Kamenz hingegen sich einig darin waren, dass die jüdischen Wollhändler als eine Wohltthat für die kleineren und ärmeren Tuchmacher anzusehen seien.“[2]
[1] „Sieben Jahre alt ist Jurij Koch, als er in seinem Heimatort Horka nahe Kamenz (heute Landkreis Bautzen) zum ersten Mal vom Schicksal der Annemarie Schierz hört. Die Tochter einer jüdischen Mutter aus Dresden wächst als Adoptivkind unter Sorben in der Oberlausitz auf.“[3]
[1] „Die Anfänge jüdischen Lebens in der Oberlausitz reichen bis ins 10. Jahrhundert, als unter der Protektion von Otto dem Großen jüdische Bevölkerung in sächsischen Städten sesshaft wurde. Über die Jahrhunderte blühte trotz Pogromen, Verfolgungen und Siedlungsverboten auch in Sachsen und der Oberlausitz ein reiches jüdisches kulturelles Leben unterschiedlichster Kunstrichtungen, bis diese zur Zeit des Nationalsozialismus ein jähes Ende erfuhr.“[4]
[1] „Als ‚gefährdet‘ wird die in der sächsischen Oberlausitz mit dem Zentrum Bautzen verbreitete obersorbische Sprache eingeschätzt.“[5]

Charakteristische Wortkombinationen:

[1] sächsische, schlesische Oberlausitz

Wortbildungen:

Oberlausitzer, oberlausitzisch
Bewohnernamen (Oikistonyme): Oberlausitzer m / Oberlausitzerin f

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Oberlausitz
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache – Korpusbelege [public] → Gegenwartskorpora mit freiem ZugangOberlausitz
[1] Duden online „Oberlausitz
[1] wissen.de – Lexikon „Oberlausitz
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalOberlausitz
[1] Wikivoyage-Eintrag „Oberlausitz
[1] Meyers Lexikonredaktion (Herausgeber): Duden, Das Neue Lexikon in zehn Bänden, mit rund 100 000 Stichwörtern und über 7 500 meist farbigen Abbildungen, Spezialkarten, Tabellen und Übersichten im Text. 3. Auflage. Band 7: Neus – Raf, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1996, ISBN 3-411-04373-3, Stichwort »Oberlausitz«, Seite 2446.

Quellen:

  1. Ingo Schulze: Neue Leben. Die Jugend Enrico Türmers in Briefen und Prosa. Roman. 1. Auflage. Berlin Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-8270-0052-1, Seite 270.
  2. So mancher Handel war problematisch. In: DRESDNER NEUESTE NACHRICHTEN. 8. April 2019, Seite 16.
  3. Der Judenstern passt nicht zur Tracht. In: Lausitzer Rundschau. 5. Oktober 2020, ISSN 0863-7377, Seite 17.
  4. 1700 Jahre jüdisches Leben in den Oberlausitzer Städten. In: Lausitzer Rundschau. 13. Juli 2021, ISSN 0863-7377, Seite 20.
  5. Christian Taubert: Dissen im Spreewald wird Sprach-Nest – was das heißt. In: Lausitzer Rundschau. 15. April 2023, ISSN 0863-7377, Seite 18.