Lausitz
Lausitz (Deutsch)
Substantiv, f, Toponym
| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | die Lausitz | die Lausitzen |
| Genitiv | der Lausitz | der Lausitzen |
| Dativ | der Lausitz | den Lausitzen |
| Akkusativ | die Lausitz | die Lausitzen |
Anmerkung zum Plural:
- Der Gebrauch des Plurals bezieht sich zumeist auf Teilgebiete der hier beschriebenen Region.
Worttrennung:
- Lau·sitz, Plural: Lau·sit·zen
Aussprache:
- IPA: [ˈlaʊ̯zɪt͡s]
- Hörbeispiele: Lausitz (Info)
Bedeutungen:
- [1] Region, die größtenteils den Süden des Landes Brandenburg, den Osten des Freistaates Sachsen sowie, in geringerem Umfang, die bis an den Bober und die Queis reichenden Teile der polnischen Woiwodschaften Lebus und Niederschlesien als auch einen kleinen Teil des tschechischen Jeschkengebirges umfasst
Herkunft:
- Die Landschaftsbezeichnung Lausitz geht auf das altsorbische Wort ług ‚sumpfige Niederung, Grassumpf‘ zurück.[1] Aus diesem Stammwort geht im Niedersorbischen unter anderem das Wort łužyca → dsb ‚kleiner Grassumpf, Wiesenbruch‘[2] (vergleiche drawänopolabisches läuzáića → pox[3]) sowie ‚wasser- und sumpfreiches Land‘ hervor, das sich als Eigenname zunächst nur auf den Spreewald und dessen Umland bezog.[4] Erst später wurde der Name auch auf das Gebiet um Dresden und Bautzen übertragen.[4] Im Deutschen bildete sich aus ihm die Bezeichnung Lausitz.[1]
- Einer anderen Auffassung zufolge geht die Bezeichnung auf den Stammesnamen der Lusizer zurück, die in dem Gebiet der heutigen Niederlausitz siedelten.[5]
Oberbegriffe:
- [1] Landschaft, Region
Meronyme:
- [1] Niederlausitz, Oberlausitz
- [1] Mittellausitz, Ostlausitz, Westlausitz
Beispiele:
- [1] Die Lausitz ist die Heimat der Sorben/Wenden.
- [1] Beide Lausitzen teilten jahrhundertelang eine gemeinsame Geschichte.
- [1] „Seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, den Zeiten der Luxemburger als deutsche Kaiser und böhmische Könige, gehört die Lausitz als Nebenland zu Böhmen. Seinerzeit versteht man unter der Lausitz nur die Niederlausitz, erst im folgenden Jahrhundert wird von Nieder- und Oberlausitz oder den beiden Lausitzen gesprochen.“[6]
- [1] „Die Dreiheit der Sprachen, das Miteinander der drei Dichter entsprach den Lausitzen, dem sorbisch-deutschen Miteinander, das den Zauber der Sprachen täglich erleben lässt, aber nicht als Attraktion für Touristen.“[7]
- [1] „Sie erzählen von ihren Heimatländern, von den Lausitzen, vom Miteinander in verschiedenen Völkern und Sprachen.“[8]
- [1] „Eine Million Menschen leben in der deutschen, rund 350 000 Leute in der polnischen Lausitz.“[9]
- [1] „Die Lausitz ist seit dem beschlossenen Kohleausstieg spätestens im Jahr 2038 in den Fokus der Öffentlichkeit geraten.“[10]
- [1] „Er meldet sich in beiden sorbischen Sprachen zu Wort und schlägt damit eine Brücke zwischen den Lausitzen in Brandenburg und Sachsen.“[11]
Charakteristische Wortkombinationen:
- [1] brandenburgische, sächsische, schlesische Lausitz
- [1] deutsche, polnische, sorbische/wendische Lausitz
- [1] mehrsprachige Lausitz
Wortbildungen:
- Lausitzer, lausitzisch
- Bewohnernamen (Oikistonyme): Lausitzer m / Lausitzerin f
- Lausitzbahn, Lausitzhymne, Lausitz-Kaserne, Lausitzring
- veraltet: Lausitzserbisch
Übersetzungen
[1] Region
|
Referenzen und weiterführende Informationen:
- [1] Wikipedia-Artikel „Lausitz“
- [*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache – Korpusbelege [public] → Gegenwartskorpora mit freiem Zugang „Lausitz“
- [1] Duden online „Lausitz“
- [1] wissen.de – Lexikon „Lausitz“
- [*] Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „Lausitz“
- [1] Wikivoyage-Eintrag „Lausitz“
- [1] Meyers Lexikonredaktion (Herausgeber): Duden, Das Neue Lexikon in zehn Bänden, mit rund 100 000 Stichwörtern und über 7 500 meist farbigen Abbildungen, Spezialkarten, Tabellen und Übersichten im Text. 3. Auflage. Band 5: Indi – Lau, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1996, ISBN 3-411-04353-9, Stichwort »Lausitz«, Seite 1979.
Quellen:
- 1 2 Nach Peter Kunze: Die Sorben/Wenden in der Niederlausitz. Ein geschichtlicher Überblick. 1. Auflage. Domowina-Verlag/Ludowe nakładnistwo Domowina, Bautzen/Budyšyn 1996, ISBN 3-7420-1668-7, Seite 3 (Google Books).
- ↑ Nach Prof. Dr. Ernst Muka/Prof. Dr. Ernst Mucke: Słownik dolnoserbskeje rěcy a jeje narěcow/Wörterbuch der nieder-wendischen Sprache und ihrer Dialekte. 3 Bände, Verlag der russischen und čechischen Akademie der Wissenschaften/Verlag der böhmischen Akademie für Wissenschaft und Kunst, St. Petersburg/Prag 1911–1928 (Fotomechanischer Neudruck, Bautzen: Domowina-Verlag 2008), Stichwort »łužyca« (Onlineausgabe).
- ↑ Nach Prof. Dr. Ernst Muka/Prof. Dr. Ernst Mucke: Słownik dolnoserbskeje rěcy a jeje narěcow/Wörterbuch der nieder-wendischen Sprache und ihrer Dialekte. 3 Bände, Verlag der russischen und čechischen Akademie der Wissenschaften/Verlag der böhmischen Akademie für Wissenschaft und Kunst, St. Petersburg/Prag 1911–1928 (Fotomechanischer Neudruck, Bautzen: Domowina-Verlag 2008), Stichwort »Łužyca« (Onlineausgabe).
- 1 2 Nach Cathrin Carmen Alisch: HochZeit unterm Abendrot der Sorben in der Lausitz. Musik, Magie und Minderheit im Spiegel der Kultursemiotik. LIT VERLAG, Münster 2003, ISBN 3-8258-6798-6, Seite 17 (Google Books).
- ↑ wissen.de – Lexikon „Lausitz“
- ↑ Fred Ufer: Ständiges Objekt fremder Begierde: die Niederlausitz. In: Lausitzer Rundschau. 5. Mai 2001, ISSN 0863-7377.
- ↑ Das Fest der sorbischen Poesie entführt in drei Länder. In: Lausitzer Rundschau. 4. September 2012, ISSN 0863-7377, Seite 13.
- ↑ Die dörfer unter wasser … In: Lausitzer Rundschau. 10. August 2017, ISSN 0863-7377, Seite 16.
- ↑ Torsten Richter-Zippack: Die Menschen sind lieber Lausitzer als Sachsen oder Brandenburger. In: Lausitzer Rundschau. 29. Dezember 2018, ISSN 0863-7377, Seite 2.
- ↑ Anneke Balzer, Teresa von Bogen, Lara Capriani und andere: Diercke Geographie. Oberstufenband Schleswig-Holstein. Westermann Bildungsmedien Verlag GmbH, Braunschweig 2022, ISBN 978-3-14-100910-1, Seite 142.
- ↑ Ehrung für Bernd Pittkunings. In: Lausitzer Rundschau. 10. Dezember 2022, ISSN 0863-7377, Seite 17.