Bundeswehreinsatz in Afghanistan

Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan (auch Afghanistaneinsatz der Bundeswehr genannt) war ein Militäreinsatz der deutschen Bundeswehr als Teil einer internationalen Koalition im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2021. Mit Zeitweise rund 5300 eingesetzten deutschen Soldaten war er der bislang größte und mit 59 Toten der verlustreichste Auslandseinsatz der Bundeswehr.

Der Einsatz begann nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten und war durch UN-Resolutionen und Mandate des Deutschen Bundestags legitimiert. Nachdem die NATO als Reaktion auf die Anschläge erstmals den Bündnisfall beschlossen hatte, beteiligten sich deutsche Spezialkräfte ab Dezember 2001 am „Krieg gegen den Terror“, der im Rahmen der US-Operation Enduring Freedom (OEF) geführt wurde. Ab Januar 2002 wurde die Bundeswehr außerdem Teil der International Security Assistance Force (ISAF), deren Auftrag die sicherheitspolitische Stabilisierung Afghanistans war. Die deutsche Beteiligung an der OEF lief 2010 aus. Der deutsche Einsatz im Rahmen von ISAF wurde mit dem Jahreswechsel 2014/15 in die Ausbildungs- und Unterstützungsmission Resolute Support (RS) überführt. Nachdem die USA im April 2021 einen vollständigen Abzug ihrer Truppen angekündigt hatten, zog auch die Bundeswehr bis Juni 2021 aus Afghanistan ab. Im August 2021 waren während einer mehrtägigen Evakuierungsoperation erneut kurzzeitig deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz.