Deutsche Kriegsversehrte im 20. Jahrhundert

Kriegsversehrte werden Menschen genannt, deren dauerhafte physische (körperliche) oder psychische Versehrtheit eine Folge kriegerischer Einwirkungen bzw. einer Kriegsgefangenschaft ist. Kriegsbedingt Amputierte, Gelähmte, Gesichtsversehrte, die als Kriegszermalmte bezeichnet wurden, Hirnverletzte, Hör- und Sehgeschädigte zählen zur Gruppe der Kriegsversehrten.

Nach beiden Weltkriegen wurden in Deutschland Versehrte durch unterschiedliche Maßnahmen beruflich gefördert. Kriegsversehrte haben dazu beigetragen, die Integration von Menschen mit Behinderung in der Bundesrepublik Deutschland voranzubringen.

Zu den bekannten Versehrten des Ersten Weltkrieges gehören der deutsche Sozialdemokrat Kurt Schumacher und der Hamburger Schulsenator Heinrich Landahl. Der spätere Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg wurde im Zweiten Weltkrieg, 1943, zum Kriegsversehrten.

In der Zeit des Nationalsozialismus umfasste die Aktion T4 auch Kriegsversehrte. Zu ihnen zählte Karl Rueff, der 1940 in Grafeneck ermordet wurde.

  1. Zur Situation in den Kriegsgefangenenlagern vgl. Lager Heilbronn und Rheinwiesenlager.
  2. Michael Hagner: Der Geist bei der Arbeit. Historische Untersuchungen zur Hirnforschung, Wallstein Verlag, Göttingen 2013, S. 105.
  3. Erblindungen gehörten im Ersten Weltkrieg auch zu den Folgeerscheinungen des Gaseinsatzes, vgl. Gaskrieg während des Ersten Weltkrieges.
  4. Marc Burlon: Die „Euthanasie“ an Kindern während des Nationalsozialismus in den zwei Hamburger Kinderfachabteilungen, S. 20 (Memento vom 2. März 2026 im Internet Archive), abgerufen am 14. Januar 2020.
  5. Stolpersteine Guide: Karl Rueff, abgerufen am 7. Juli 2024.