Pandektenwissenschaft
Die Pandektenwissenschaft (auch Pandektistik) ist eine Gruppenbezeichnung für die Arbeiten der romanistischen deutschen Zivilrechtswissenschaftler des 19. Jahrhunderts mit den antiken römischen Rechtsquellen des justinianischen Corpus iuris civilis, insbesondere den namensgebenden Pandekten (zumeist Digesten genannt). In Anlehnung an Friedrich Carl von Savigny wurde der Begriff im Zusammenhang mit der Historischen Rechtsschule enger gefasst, verstanden als das „heutige römische Recht“. Die Quellen waren Bestandteil des Gemeinen Rechts.
Die Pandektenwissenschaft war in ihrem Kern positivistisch geprägt und war Ausgangspunkt für die modernen Kodifikationen des Privatrechts, zu denen beispielsweise das deutsche Bürgerliche Gesetzbuch gehört. Die Pandektenwissenschaft bildete den Abschluss des neuzeitlichen usus modernus pandectarum.