Pierre-Robin-Sequenz
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| Q87.0 | Angeborene Fehlbildungssyndrome mit vorwiegender Beteiligung des Gesichtes |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| LA56 | Pierre-Robin-Syndrom |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Die Pierre-Robin-Sequenz (auch Pierre-Robin-Syndrom oder Robin-Syndrom, da Pierre der Vorname) ist eine angeborene Fehlbildung beim Menschen. Sie ist nach ihrem Erstbeschreiber (1923) benannt, dem Pariser Zahnarzt Pierre Robin (1867–1950).
Sie ist charakterisiert durch drei Symptome
- kleiner Unterkiefer (Mikrognathie), fliehendes Kinn (Mikrogenie, mandibuläre Retrognathie)
- in den Rachen verlagerte Zunge mit teilweiser Behinderung der Luftwege (Glossoptose, eventuelle Mikro- oder Makroglossie), auch Stridor
- U-förmige Gaumenspalte (in 60 % bis 80 % der Fälle)
Ferner finden sich:
- Herzfehler in 15–25 %
- Veränderungen an den Extremitäten: angeborene Extremitätenamputationen, Klumpfuß, Hüftluxation, Syndaktylie
- Veränderungen an den Augen: Strabismus, Glaukom, Mikrophthalmie
- geistige Behinderung in bis zu 20 %
- ↑ W. Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 265. Auflage. Verlag Walter de Gruyter, 2014, ISBN 978-3-11-018534-8.
- ↑ Ole Daniel Enersen: Pierre Robin ( vom 26. Dezember 2024 im Internet Archive) bei whonamedit.com
- ↑ S. Goudy, C. Ingraham, J. Canady: The occurrence of velopharyngeal insufficiency in Pierre Robin Sequence patients. In: Int J Pediatr Otorhinolaryngol. 2011, doi:10.1016/j.ijporl.2011.06.024, PMID 21782256. Vorlage:Cite journal: Der Parameter language wurde bei wahrscheinlich fremdsprachiger Quelle nicht angegeben.
- ↑ B. Leiber: Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe. Band 2: Symptome. Herausgegeben von G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger. 7. Auflage. Urban & Schwarzenberg 1990, ISBN 3-541-01727-9.