Siebenjähriger Krieg

Siebenjähriger Krieg

Gemälde aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (im Uhrzeigersinn, beginnend oben links): Schlacht bei Hochkirch, Schlacht am Lake George, Schlacht bei Prag, Schlacht bei Plassey.
Datum 1756 bis 1763
Ort Mitteleuropa, Portugal, Nordamerika, Indien, Karibik, Atlantik, Indischer Ozean
Ausgang Friede von Hubertsburg (Alle Länder bekommen ihre Interessen)
Friedensschluss Frieden von Sankt Petersburg
Frieden von Hamburg
Frieden von Paris
Frieden von Hubertusburg
Folgen Wiederherstellung des Status quo ante in Europa; in Übersee Verlust weiter Kolonialgebiete Frankreichs an Großbritannien
Konfliktparteien

Preussen Konigreich Preußen
Großbritannien Konigreich Großbritannien
Portugal 1707 Portugal
Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg Kurhannover
Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel
Landgrafschaft Hessen-Kassel
Grafschaft Schaumburg-Lippe

Romisches Reich Heiliges 1400 Heiliges Römisches Reich
Frankreich Konigreich 1791 Frankreich
Russisches Kaiserreich 1721 Russland
Schweden Schweden
Spanien 1506 Spanien
Kurfürstentum Sachsen Sachsen

Befehlshaber

Friedrich II.
Georg II.
Joseph I.
Peter III.

Ludwig XV.
Maria Theresia
Franz I. Stephan
August III.
Elisabeth
Karl III.
Adolf Friedrich

Verluste

340.000 Preußen und Großbritannien

500.000 Frankreich, Österreich, Russland und Schweden

Im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 kämpften alle europäischen Großmächte jener Zeit um ein Mächtegleichgewicht und territoriale Gewinne in Europa, um Kolonien und Einfluss in Nordamerika, Indien und Afrika, um die Herrschaft über die transatlantischen Seewege sowie um Handelsvorteile. Im Wesentlichen standen Preußen und Großbritannien einer Allianz aus der Habsburgermonarchie mit dem Heiligen Römischen Reich sowie Frankreich, Russland und Spanien gegenüber. Als Verbündete kamen auf beiden Seiten weitere kleinere und mittlere Staaten wie Kurhannover und Kursachsen hinzu.

Während Preußen, Habsburg, Frankreich und Russland primär um ihre Machtposition in Mitteleuropa stritten, ging es im Teilkonflikt zwischen Großbritannien und Frankreich auch um die Vorherrschaft in Nordamerika und Indien. In Preußen wurde der Siebenjährige als dritter Schlesischer Krieg gesehen, da die primären Ziele des Landes die Selbstbehauptung und die Sicherung der in den 1740er Jahren eroberten schlesischen Gebiete waren. In Nordamerika dagegen sprachen die Briten vom French and Indian War oder vom Great War for the Empire, die Franzosen von La guerre de la Conquête. Die britische Invasion der Philippinen im Jahre 1762 hieß aus spanischer Sicht Ocupación británica de Manila. Die Kampfhandlungen auf dem indischen Subkontinent werden als Dritter Karnatischer Krieg bezeichnet.

Da der Krieg in Mitteleuropa, Portugal, Nordamerika, Indien, der Karibik sowie auf den Weltmeeren ausgefochten wurde, sehen Historiker ihn gelegentlich auch als Ersten Weltkrieg an. Obgleich sich auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen auch neue Strategien der Kriegsführung etablierten, gilt der Konflikt als einer der letzten Kabinettskriege.

Er endete im Februar 1763, als die beteiligten Staaten die Friedensverträge von Paris und von Hubertusburg abschlossen. Als Ergebnis stieg Preußen zur fünften europäischen Großmacht auf, was den Dualismus mit Österreich vertiefte. Frankreich hingegen verlor seine vorherrschende Stellung in Kontinentaleuropa und große Teile seiner Kolonialgebiete in Nordamerika und Indien an Großbritannien, das damit zum dominierenden Weltreich wurde.

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  2. Füssel: Der Siebenjährige Krieg. Ein Weltkrieg im 18. Jahrhundert. S. 7.