In Valencia

DCXXXXV. Stettin in Pommern Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Vierzehnter Band (1850) von Joseph Meyer
DCXXXXVI. In Valencia
DCXXXXVII. Die Kapelle bei Sempach in der Schweiz
  Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
[Ξ]

VALENCIA
(Spanien)

[144]
DCXXXXVI. In Valencia.




Die Huerta (der Garten) Spaniens und die Stadt in ihrer Mitte habe ich schon in einer früheren Stelle meines Buchs (Band VI, Seite 69 u. f.) beschrieben. – Dies Straßenbild öffnet uns Valencia’s Inneres. In scharfen, bestimmten, ausdrucksvollen Zügen treten uns maurische Formen und maurisches Leben [145] entgegen, und wenn heute das Khalifat erstünde aus seinem Grabe: es würde sich in Valencia leicht zurecht finden. Nur der Glaube ist anders geworden: – statt Mohamed steht Christus, statt des Halbmonds steht das Kreuz. Die Sonne erwärmt aber das Land jetzt wie damals, die Natur spendet aus vollen Händen ihre Schätze, und der Mensch freut sich ihrer und genießt sie heute wie ehedem.

„Es lebe die Freude und das Leben, das sie gibt!“ ließ ein Khalif über die Pforte des Thurmes meißeln, welchen wir im Bilde sehen. Das war gewiß ein weiserer Mann und auch ein besserer, als der Bischof, der den Spruch wegnahm und ein „Ecce Homo“ an die Stelle setzte.