RE:Λιθικά

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Peri lithon, 'Steinbücher', Traktate über verborgene medizin. o. magische
Band XIII,1 (1926) S. 747769
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Λιθικα [...] [748] [749] [750] [751] [752] [753] [754] [755] [756] [757] [758] [759] [760] [761] [762] [763] [764] [765] [766] [767] [768] [769] angeführte Strabonstelle (V 281) bezieht sich meiner Ansicht nach gar nicht auf L., sondern auf Kalabriens Vorgebirge bei Lenke. Als Colonia civium Romanorum spricht wie in der Schwesterkolonie Volturnnm ein Praefect das Recht (vgl. Liv. a. a. O. Fest. 233 M.) und L. behauptete sich sein Stadtrecht (Cic. de leg. II 66; ad. Attic. X 13. 2. Strab. V 243. Mela II 70. Plin. n. h. III 61. Ptol. III 1, 6. Ovid. met. XV 714), aber Val. Mai. nennt es (V 3, 2) trotzdem ' die Gegend ,ignobüis et deserta palus‘, die auch gelegentlich von Seeräubern überfallen wird (II 10, 5), Berühmt ist L. durch Scipio Africanus, der hier sein Landhaus hatte, dessen Einfachheit und wehrhaften Charakter noch Seneca (ep. LXXXVI 51, 11) vermerkt (Val. Max. II 10, 2. Cass. Dio frg. LXin imd XXXVIII 26. Plin. n. h. XIV 49. XVI 234). ,Das Grab Scipios wurde von den Geschichtschreibern aufgesucht: die Aufschrift soll den Undank der Vaterstadt gegen den Toten ¹ erwähnt und dadurch Anlaß zur mittelalterlichen Umnennung von L. in Patria gegeben haben' (Nissen II 714). Im Bundesgenossenkrieg eroberten nach Appian. b. c. I 42 die Italiker den Ort. Die oben erwähnte Notiz bei Val. Max. V 3, 2 macht die Angabe des Lib. col., daß Augustus eine neue Kolonie nach L. geführt habe, unglaublich (so Mommsen CIL X 356[1] gegen Be-loch2 Kampanien). Unter Domitianus scheint die eolonia Liiernina durch Anlage der via Do-mitia nochmals zu neuem Leben erwacht zu sein und bleibt bis Ende des 8. Jhdts. Bischofssitz, dann verödet es (Bull. dell’ Instit. 1885 p. 15). Symmach. ep. VI 5, vgl. CIL X 1,[2] 356 und Eph.

epigr. Vin 118f. [Philipp. |

RE:Liternus

Litemus amnis s. Liternum..

RE:Liteus

Liteus. Die Lieblingsinschrift /hm¹; καλός ist nur auf einer unveröffentlichten rf. Lekythos in Palermo belegt, die mit Rücksicht auf das vier-strichige Sigma und die Anordnung der Worte in zwei Zeilen untereinander etwa 480–450 v. Chr. angesetzt werden kann (Klein Lieblingsnamen2 153).

RE:Lithesios

Lithesios (Λιθήβιος), Epiklesis des Apollon bei Steph. Byz. 416, 1: Λιθηοιος è Ἀπόλλων ἐν τῶ Μαλέα(gen. Ἰίαλεα Lobeck Aglaophamus 586. Meineke An. Alex. 185) ἼΠλω προσιδρνμενος ἐκεί. 'P ἰανὸς Η λιακῶν τρίζω. Es ist Apollon, vom Felsen'; gemeint ist der an der gortynischen Küste (Meineke 185. Gruppe 817. 1442, 9); Wide Lak. Kulte 71. 92f. (u. o. Bd. II S. 75) denkt mit Unrecht an das lakonische Malea.

[gr. Kruse.]

ΛιΛκά, Περὶ λίῦων (Steinbücher) heißen Traktate über die verborgene medizinische oder magische Kraft der Steine, namentlich der Edelund Halbedelsteine: sie sind der medizinischmagischen, infolge der in ihnen verarbeiteten Lehre von der Sympathie aber auch der astrologisch-alchemistischen Literatur beizuzählen und sind fast durchweg apokryphe Sammelwerke mit mehr oder weniger stark hervortretendem orientalischen Einschlag. Das hier verwertete Material reicht, besonders dort, wo es sich um morgenländische Anschauungen handelt, hoch hinauf, obwohl die erhaltenen griechischen und lateinischen Sammlungen jungen Datums sind. Natürlich haben die erhaltenen Schriften Steinbüchei [748] zur Voraussetzung, die beträchtlich älter waren als die erhaltenen; so zählt schon Plinius im l.Jhdt n. Chr, im 87. Buch seiner n. h. elf Männer auf, die 4. oder Περὶ λίθων schrieben: Kallistratos (a. a. O. XXXVII 51. 94), Demostratos (34.85. 86), Mithradates (39), jedenfalls der bekannte König von Pontus (111–63), dessen Sammlung geschnittener Steine (dactyUoihecam) Pompeius im Kapitol aufstellte und weihte und dessen Werke über 10 die Heilkraft der Kräuter und Steine er durch

Lenaeus ins Lateinische übersetzen ließ (XXV 5f.), Nikias aus Mallos (XXXVII 36), der auch nach Ps.-Plutarch (de fluv. 20) Περὶ Μθων schrieb, der Arzt Olympiens, Zeitgenosse des Plinius und von diesem nur im Verzeichnis der Quellenschriftsteller für sein Steinbuch (I, tom. I 125, 27ff. Mayhoff) erwähnt (vgl. Sprengel Gesch. der Arzneikunde II 17), Satyros (XXXVII 31. 91. 94), Sotakos (XXXVI 128. XXXVII 35. 86. 90.135), 20Sudines (IX 36. 37.115. XXXVI 59. XXXVII 25.

34. 90. 114.133), Xenokrates aus Ephesos (XII. XIII. XXXVIÏ 25) aus dem 1. Jhdt. n. Chr. und für Plinius die Hauptquelle, Zachalias von Babylon, ,der in den Büchern, die er dem König Mithradates widmete, die Edelsteine die menschlichen Schicksale bestimmen ließ; nicht zufrieden, den Haematit mit Heilkraft für die Augen und für die Leber zu schmücken, gab er diesen Stein auch denen, die etwas von einem König erbitten 30 wollten, warf ihn zwischen Rechtshändel und und Urteilssprüche und behauptete auch noch, daß es heilsam sei, sich in Schlachten mit diesem Stein zu salben* (XXXVII 169), und Zenothemis, der auch einen Περίπλοῦς gedichtet hat (Tzetz.d. VII 651. 677. 684); vgl. Plinius (a. a. O. XXXVII 34. 86. 87. 90. 134).

Mit Sotakos, den Plinius (XXXVI 146) c vetu-stiimis auctoribus nennt, Sndines und Zenothemis kommen wir bereits in das 3. und 2. Jhdt. v. 40 Chr. (vgl. Oder bei Susemihl, Al. Lit. 1 860ff.; Münscher Philol. Suppl.X[1907] 543ff.); höher als in das 4.-5. Jhdt. v. Chr. aber reichten griechische Schriften über die Heil- und Zauberkraft der Steine jedenfalls nicht hinauf, da erst in diesen beiden Jhdt. das Griechentum infolge des glücklichen Ausgangs der Perserkriege näher mit den religiös-abergläubischen Anschauungen der Perser bekannt wurde. Denn auf diesen Anschauungen beruht auch der in den Steinbüchern 50 gepredigte Glaube an die geheime Kraft der Steine und Minerale. Daraus erklärt es sich auch, warum selbst in ganz späten Traktaten dieser Art der Magier Ostfh)anes als erste Autorität genannt wird und neben ihm natürlich auch Zoroaster selbst, der ebenfalls ein eigenes Werk über die magische Kraft der Edelsteine verfaßt haben soll (Weidlich Sympathie 44). Ale Vermittler dieser Weisheit der persischen Magier aber erscheint Demokrit von Abdera (ca. 460 60 –370), der wegen seiner weiten Reisen und seiner naturwissenschaftlichen Studien und Versuche bald in den Geruch eines Zauberers und Schwarzkünstlers geriet. Auch von ihm lief ein unterschobenes, vermutlich von Bolos aus Mendes (2. Jhdt. v. Chr.) verfaßtes Werk Περὶ Μθων um (Diog. Laert. IX 47: Περὶ τῆ; Mθov, d. h. über den Magnet), das sich namentlich mit der zauberischen Heilkraft der Steine befaßte und auch [749] von Plinius (vgl. ΠΧ1Ε 69. 146ff. 140. 160. 185) fleißig benützt wurde; darin war nach Plinius (XXXVII 152) und Solinus (III 4f., vgl. Pris-cian perieg. 472) erzählt, daß sich Demokrit selbst des Zaubersteins Catochitis in certaminibus, quae eontraMaqoshcdmit, bediente, denn dieser Stein hatte die wunderbare Eigenschaft, impositam manum vduti cummi retinere. Auch Petromus sagt (Sat. 88, p. 59, 14 B.): berbarum omnium sucos Demo· critus expressif, et ne lapidum rirgttUorumgue vis 10 lederet, actatem inter expérimenta consumpsit. Wie weit hier Demokrits tatsächliche Vermittlerrolle reichte, läßt sich nicht feststellen, da die späteren, wundersüchtigen und für den Orient als Urheimat aller Weisheit schwärmenden Jhdt. die Überlieferung zu sehr getrübt haben; das aber kann nicht bezweifelt werden, daß in der Zeit Demokrits, d. h. im 5. Jhdt., tatsächlich aus Persien die Lehre von der geheimen, göttlichen Kraft der Steine und Minerale zu den Griechen drang. 20 Indes sind die Magier der Perser in dieser Geheimdisziplin nur als die Erben aer Babylonier anzusehen; denn die Lehre, die auch dem Steinaberglauben zugrunde liegt, ist in ihrem Wesen babylonisch. In Babylonien nämlich entstand die [.ehre von der alles durchdringenden Sympathie des Göttlich-Himmlischen mit dem Vergänglich-Irdischen, d. h. die Lehre, daß die Kraft der sieben großen Planetengötter das ganze Weltall in seinen sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungs- SO formen, belebten und unbelebten, durchdringt und eich in allem offenbart. Das aber ist nicht nur die Voraussetzung für die babylonische Astrologie, sondern auch für die Alchemie, wie in jüngster Zeit B. Meißner erwies. Auf Keilschrifttafelchen aus der Bibliothek des Königs Assur-banipal (668–626 v. Ohr.) in Kujundscnik, jetzt im British Museum (C. T. 24. 49. 3b, K 4 849), werden die vier Metalle Silber, Gold, Kupfer, Zinn den Göttern Anu (Himmel), Enlil (Luft), Ea4( (Wassertiefe) und Nin-a-mal (d. h. Ea als Schmid) zugewiesen und auf einem andern Täfelchen (Vat. 9874 = Kll. 151) werden bestimmte Edelsteine und Pflanzen mit bestimmten Sternen in Beziehung gesetzt (R. Eisler in der Chemikerzeitung X1L (1925) nr. 83. 578). Diese Lehre von der Sympathie drang aber auch nach Ägypten; denn auf dem Tierkreis in der Vorhalle des Tempels von Denderah sind jedesmal zu den 36 Dekan-sternbildern mehrere Bezeichnungen für Metalle 51 und Minerale beigeschrieben (Brugsch Thes. 17, 24ff. Boll Sphaera 233. Eisler); diese Darstellung des Tierkreises stammt zwar erst aus dem Beginn der Kaiserzeit, doch wird die Lehre schon bedeutend früher, spätestens mit der Herrschaft der Perser seit Kambyses, dorthin gedrungen sein, d. h. aber wieder im 65. Jhdt v. Chr. Auch in Ägypten erscheint als Vermittler dieser Lehre Ost(h)anes, und eine späte Quelle (Syncell. I 471 Dind., vgl. [‌Synes.] ad Dioscorum 6 comment, in Democrit. bei Berthelot Coll, d. Alchim. I 56, 7) läßt ihn im Tempel von Memphis als Lehrer des Demokrit anftreten, ἐξ ου Ζαβῶν ἀφορμάς ὁ Δημόκριτος συνεγράψατο βίβλους τέοσαρας βαφικός, περὶ χρυσὸν καὶ ἀργύρου καὶ λίθων καὶ πορφύρας. Ὀστάνης γὰρ ἤν πρώτος ὁ γράφας ὅτι ,ἡ φύοιςθτη φύσει τερπεταὶ καὶ ἡ φύσις τὴν φύοιν κρατεὶ καὶ ἡ φύσις τὴν φύσιν νικά'. [750] Dieser Grundsatz der Sympathie wird übrigens anderswo auch dem angeblichen König von Ägypten und Astrologen Nechepso (frg. 28.4 E i e β s Philol. Suppl. VI 379) zugeschrieben; denn es fehlt auch nicht an griechischen Berichten, die die Lehre von der Sympathie als original ägyptisch hinstellen und als ihren Begründer den Gott aller Weisheit Thoth-Hermes Trismegistos (vgl. Hopfner Font. hist. rel. Aeg., S. 844f. s. Herm. Tris-meg. Lippmann Entsteh, u. Bed. d. Alchemie, Berlin 1919, 66f.).

Eine ganz besondere Bedeutung erlangte die babylonisch-persiche Lehre von der Sympathie (und Antipathie) in ihrer Nutzanwendung als sog. Theurgie, d. h. als Götterzwang oder als jene geheime Priesterdiszipliu, die den Willen der Götter und Dämonen dem menschlichen Willen unterzuordnen und sogar die Schicksalsbestimmung, die durch die Konstellation bedingt war, durchbrechen zu können vermeinte; denn da diese Lehre die göttlich-dämonischen Kräfte auch in Tieren, Pflanzen und Steinen lebendig glaubte und eine ewige Wechselbeziehung zwischen den sichtbaren Bestandteilen des Weltalls und seinen unsichtbaren göttlichen oder dämonischen Schöpfern, Erhaltern und Lenkern annahm, mußte sie auch die Ansicht vertreten, daß man vermöge bestimmter Tiere, Pflanzen und Steine auch auf das Unsichtbar-Göttlich-Dämonische Einfluß ge-। winnen könne. Natürlich war von der Theurgie nur ein Schritt zur Magie in allen ihren Schattierungen, Theurgie und Magie aber standen bei den Orientalen bereits auf hoher, gewissermaßen wissenschaftlicher Stufe, als die Griechen mit beiden Geheimdisziplinen bekannt wurden und sie, namentlich seit Alexander d. Gr., begierig aufgriffen. Auch die jüngere Philosophie der Griechen in ihrem metaphysisch-theosophischen Zweig konnte an der uralten Lehre von der Sym-)pathie und Antipathie nicht vorübergehen, die bereits in der Stoa, dann aber ganz besonders in der Hermesmystik und endlich im Neuplatonismus die philosophische Durchbildung erhielt. So sind Plotin, Porphyrios, Jamblichos, Proklos und Damaskios unbedingte Anhänger dieser Theorie; von Jamblichos besitzen wir noch ein umfangreiches Werk unter dem Namen des angeblichen ägyptischen Oberpriesters Abammon περὶ μυστηρίων, das die Theurgie und Magie gegen die Ein-3 wände des Porphyrios zu stützen sucht (vgl. o. Suppl.-Bd. IV S. 1ff.). Namentlich Proklos aber kommt an sehr vielen Stellen seiner Schriften auf diese Dinge zu sprechen und hat ebenfalls ein eigenes Werk περὶ ἀγωγῆς oder περὶ μυθικῶν συμβόλων (De sacrificio et magia ed. W. Kroll Ind. lect. von Greifswald 1901, 5 ff.) verfaßt Alles das habe ich im griechisch-ägyptischen Offenbarungszauber (OZ, bei Wess el y Stud. zur Palaeogr. und Pap.-Kunde XXI (1921) und θΧΧΙΠ (1924), I § 378ff, 385/425) besprochen; daraus seien nur ein paar Belege aus Proklos, die sich namentlich auch mit den sympathisch-symbolischen Steinen befassen, wiederiiolt. ,Wenn die Götter*, sagt Proklos (Inst theol. 123, p. 182 Creuzer), .über jeder Wesenheit stehen und jenseits alles Existierenden, dann kann man sich keine Meinung von ihnen bilden und keinerlei Erkenntnisse gewinnen, wie geartet sie sind, denn [751] kein Denken und Erkennen reicht dann an sie heran. Und doch lassen sich auch ihre charakteristischen Eigenschaften erkennen, und zwar in zwingender Weise; denn dürch die Verschiedenheiten in dem, was mit ihnen in Zusammenhang steht und von ihnen abhängt, werden gleichzeitig auch die Unterschiede in ihrem Wesen selbst mit-bestimmt.⁴ Unter ,deni, was mit den Göttern in Zusammenhang steht/ meint er das Zwischenreich, die Erzengel, Engel, Archonten, Dämonen 10 und Seelen (Heroen), denn diese treten in Verkehr mit uns; »die Götter nämlich sind zwar in Wahrheit die Hüter und Erhalter des Alls, die Dämonen aber leiten ihr "Wirken weiter⁴, d. h. in die uns umgebende sinnlich wahrnehmbare Welt (Ad Tim. I 11 d). So ist der eine, einheitliche, von Uranfang bestehende Schöpfergott, der Demiurg selbst, zwar an sich für menschliches Erkennen völlig unfaßbar, aber sein Wesen und Wirken spiegelt sich doch in den von ihm geschaffenen20 intellegiblen Göttern wieder, die wenigstens durch das Denken an sich erfaßt"werden können: mit diesen aber stehen die sichtbaren Götter, d. h. die göttlichen Himmelskörper, in wesenhafter Verbindung und mit diesen die oben genannten Wesen des Zwischen reich es, die unterste Klasse der Dämonen aber sind die Stoffdämonen (ὕλφοι δαίμονες), die in der uns umgebenden sinnlich wahrnehmbaren Natur leben, die sie betrauen. Auf diese Weise steht das Göttliche an sich durch 30 ganze Reihen (σειραί) göttlicher und halbgöttlicher Wesen mit der sinnlichen Welt in ununterbrochener wesenhafter V erbindun g ( vgl. OZ1 § 79ff.). ,Die Eigentümlichkeit jeder Reihe aber dringt durch alle ihre Angehörigen zweiten und aller folgender Grade hindurch und teilt sich allen untergeordneten Geschlechtern mit, und ihre charakteristischen Eigenschaften finden sich daher in den psychischen Wesen (d.h. in den dämonischen Zwischengliedern), aber auch in Lebewesen (d. h. in bestimmten Men- 40 sehen und Tieren) und ebenso endlich auch in Pflanzen und Steinen (Inst, theol. 145, p.214f. Creuzer). So hat auch das Sterbliche Anteil an den göttlichen Emanationen und so unterliegen auch Tiere und Pflanzen dem schöpferischen Einfluß der Götter, indem die einen Abbilder dieser, die andern jener Götter in sich tragen; daher stimmt auch das Letzte und Unterste mit dem Ersten und Höchsten überein (Ad. Ale. I p, 69 Ur.). Diese Sympathie ist natürlich um so enger, je höher in der Reihe 50 die betreffende Erscheinungsform steht, denn um so deutlicher kommen die Kräfte der göttlichen Idee in ihr zum Ausdruck; denn wenn sich die gleiche Idee sowohl in Göttern wie in Steinen findet, so muß sie noch viel mehr als in den Steinen auch in den Mittelwesen (d. h. in den Dämonen) vorhanden sein, σειραὶ γὰρ τινες ἀπὸ τῶν νοερῶν θεῶν εἰς τὸν οὐρανὸν καθήκουσιν (nämlich zu den sichtbaren Göttern, den Planeten) «al ἀπότώνδε πάλιν εἰςτήνγένεσιν (in die uns umgebende 60 Schöpfung) καθ ἔκαστον στοιχεῖον ἐςαλλαττόμεναι καὶ μέχρι γης ὑφιζάνουσαι. τούτων δὲ τῶν σειρῶν τὰ μὲν ὑψηλότερα μειζόνως μετέχει τῶν παραδειγμάτων, τὰ δὲ χαμαιζηλοτερὰ ἐλαοσόνως τῆς ἰδιότητας ἐπὶ πάντα τῆς μιάς ἐκτεινόμενης. Daher ist auch der Löwe am Himmel (d. h. die Stemgmppe Löwe) νοερός, der unter dem Monde (d. h. das Tier auf Erden) ἄλογος, denn jener steht der Idee [752] des Löwen näher. Ebenso ist auch der Mond am Himmel ein Gott, seine Idee aber ist auch hier auf Erden in gewissen Steinen bewahrt und ebenso auch die der Mondreihe eigentümliche Kraft, die sich in geregelter Zu- und Abnahme des Glanzes auch am Mondstein äußerst (ad Pann, IV p. 117t, -679f.). Aber auch innerhalb des Sterblich-Irdischen erleidet die Sympathiekraft gemäß der Einteilung alles Irdischen in Steine, Pflanzen und Tiere eine Abstufung: ,Denn der Stein hat an der Kraft seiner Idee nur körperhaft (σωματικως) Anteil, die Pflanze schon reiner, nämlich vermöge des ihr zukommenden (rein vegetativen) Lebens (κατὰ τὴν ζωήν), in noch höherem Grade aber das Lebewesen (τὸ ζωον) kraft seiner Willensbetätigung (κατὰ τὴν ὀρμήν), d. h. kraft seines sich aktiv äußernden Lebens* (Inst, theol. 145. p. 214f. Cr.). Bei Proklos erscheint also die Sympathiekraft der Steine am geringsten bewertet, das Hauptwerk über die Zaubersteine, die sog. orphi-sehen Lithika, dagegen sind anderer Meinung: Denn hier wird (v. 408ff. Abel) behauptet, daß die Kraft der Steine viel bedeutender sei als die der Pflanzen (Wurzeln); denn letztere sind nur solange kräftig, als sie frisch und saftig sind, der Zauberstein aber behält seine Kraft solange, als er überhaupt existiert, auch sollen die Zanber-steine nicht so viele böse Kräfte bergen wie die Zauberpflanzen. Umgekehrt versichert wieder der Anonymus de herbis (14, löltf.) von den divi-natorischen Pflanzen, sie seien viel vorzüglicher als die mantischen Steine und sogar als die man-tischen Tiere (Vögel), und warnt die Leute, diesen zu vertrauen. Besäßen wir eine Spezialschrift über die Sympathietiere, so würde es ihr Verfasser gewiß nicht unterlassen, wieder die Tiere als die stärksten und besten Zaubermittel anzupreisen. Natürlich offenbart sich die Kraft der Götter, vor allem der Gestirngottheiten, nicht etwa nur in bestimmten Steinen allein, sondern gleichzeitig auch in bestimmten Pflanzen und Tieren, und alle diese Bestandteile des Weltalls sind Erzeugnisse der Schöpferkraft der betreffenden Gottheit und daher zugleich auch ihre Symbole. Hiefür bieten namentlich die griechisch-ägyptischen Zauberpapyri schöne Belege (vgl. OZ I § 401f.); im Pap. Paris. 2301ff. nennt z. B. die Mondgöttin Hekate-Selene selbst ihre Symbole: ἴππος, κόρη, δράκαινα, λαμπάς, ἀστραπή, | ἀστήρ, λέων, λύκαινα, ἄηωεη, | καὶ ψώμος, εἰς κόραλλος, αἰμὰ τρυγόνος, ( ὄνυζ καμήλαν καὶ βοος θρίζ παρθένου, | Πανὸς γόνος, πυρ ἠλιωτίδος βολῆς, ...; χαμαίλυκος, ἰήθονσα, παιδέρως, ἀρίς. ». ὶ ἄπαντα ταῦτα σύμβολά μον πυεύματος (vgl. Pap. Mimaut. 192ff.). Parallel damit sagt der Zauberer auch im demotischen magischen Papyrus (ed. Griffith-Thompson, Lond.1904 col. IX 4ff.): ,Chons, schön Ruhender in Theben (eine Form des Mondgottes), ... dessen Name, Natur und Gestalt (?) nicht bekannt ist; ich aber kenne deinen Namen, ich kenne deine Natur, ich kenne deine Gestalt: Denn dem Name ist »Grosser* etc., .deine Gestalt aber ist ein Skarabaeus mit einem Widderkopf, sein Schwanz ist der eines Falken, bekleidet (?) mit zwei Pantherfellenj?), deine [‌Schlange] aber ist eine Schlange der Ewigkeit, deine Bahn(?) ist ein Mondmonat, dem Baum ist ein Weinstock und eine Persea, deine Pflanze ist die Pflanze des Ammon. dem Vogel [753] des Himmels ist ein Reiher, dem Fisch der [Tiefe?] ist ein schwarzer Lebesfisch; diese sind (dir) begründet (d. h. zugeeignet) auf Erden? Hier also werden die dem Gotte sympathisch verbundenen Dinge nach den sichtbaren Reichen, Erde, Luft, Wasser, geordnet, aufgezählt; da seine Symbole überall in der ganzen Schöpfung vorhanden sind, erfüllt er die ganze Schöpfung, und der Zauberkundige kann überall durch seine Symbole auf ihn Einfluß gewinnen. Im Pap. Mimaut des Louvre (ed. Wessely Denkschr. Ak. Wien XXXVI (1888) 145f. Extrem Les Papyrus magiques de Paris, Kristiania 1923, 31‘) Z. 187fii wird für jede einzelne Tagesstunde je ein Tier, eine Pflanze und je ein Stein aufgezählt, deren Gestalt der Sonnengott annimmt oder die er schafft und durch die man für jede Tagesstunde auf ihn Einfluß ausüben kann, da alle diese σημεῖα καὶ παράσημα mit ihm wesenhaft verbunden sind; der Magier sagt: ἐπάκουσὸν μου ἐν παντὶ ὤρα, ἐν παντὶ πράγματι, καὶ ποιησον πάντα τὰ τῆς εὐχῆς μου [......]

λεστατά, ὅτι οἰδὰ σου τὰ σημεία καὶ τὰ παράσημα καὶ μορφὴν καὶ καθ' ὤραν, τίς εἰ, καὶ τὶ σου ὄνομα, ὤρρ à μορφὴν ἔχεις καὶ τύπον πεδός (d. h. παίόδς?) πιθήκου, γεννῆς δενδρον ἔλατα (ἐλατήν), λίθον ἄφανον, ὄρνεον γῦπαθ), ἐπὶ γης [‌.....]. ὀνομὰ σοὶ Φρονερ. ὤρα μορφὴν ἔχεις μονόπε· δος (1. μονοκερως?), γεννάς δενδρον περσέαν, λίθον κεραμίτην, δρνεον ἄλονχαχον (oder ἄλθυλαχον), ἐπὶ γης ἰχνεύμονα, ὀνομὰ σοὶ Χεβαζετοφωθ, ὤρρ τρίτη μορφὴν ἔχεις αἰλούρου, γέννας δενδρον σύκων (= συκήνθ), λιθον σαμοῦχον, ὄρνεον ψιττακόν. ἐπὶ γης βάτραχον, ὀνομὰ σοὶ Ἄκραμ. ὤρα τέταρτη μορφὴν ἔχεις ταύρον, γεννάς δενδρον ....μ, λίθον παιδέρωτα, ὄρνεον τρύγωνα, ἐπὶ γῆς τίτν· ρον (?), ὀνομὰ σοὶ Δαμ. ὤρα πέμπτη μορφὴν ἔχεις λεοντος, γεννῆς δενδρον ράμνον, λίθον μάγνητα, ἐπὶ γῆς κροκόδειλον, ὀνομὰ σοὶ Φωκενγεψεν ἄρεταθου μισοιεηιὰ ὄκτλ. ὤρ$ ς μορφὴν ἔχεις ὄνου, δενδρον γέννας ἄκανθα, λίθον σαππιρον (1. σάπφειρον), ἐν θαλάσση ὕελον, ἐπὶ γής.....κομετωπον, ὀνομὰ σοὶ θαυραηρὶ αὐχ.. ., ὤρα ἔβδομη μορφὴν ἔχεις καμήλου, γεννῆς δενδρον ...... πρό .. v, λίθον ἠλιοτρόπιο?, ὄρνεον......... ἐπὶ γῆς αἰλουρον; das Folgende ist stark zerstört, so daß sich für die Stunden 8–10 nur noch so viel entnehmen läßt, daß der Sonnengott in der 8. Stunde die Gestalt eines Falken hat, den Stein οὐειορ und auf Erden das Nilpferd schafft, in der 9. Stunde die Gestalt eines Ibis annimmt, den Stein δοραρ und auf Erden das Chamaeleon und in der 10. Stunde den Hicrakitesstein hervorbringt (vgl. OZ I § 405/06). Mit Rücksicht auf diese Papyrasstellen und andere Belege sagt daher Reitzenstein (Poimandres 259, vgl. 256 und 147ff.): überall liegt die Anschauung zugrunde, daß der Schöpfergott in verschiedenen Teilen oder Sphären des Himmels oder Zeitabschnitten die verschiedenen Wesen geschaffen hat und noch schafft, und die jetzt durch Sympathie mit einander und mit ihm verbunden sind. Das tritt uns am klarsten in dem von Pitra (Anal, sacra et dass. II 292ff.) herausgegebenen Auszug Ex τῶν Ἀρποκρατίωνος τὸν Ἀλεξανδρείας περὶ φυσικῶν δυνάμεων ζώων τε καὶ λίθων entgegen; in lexikalischer Ordnuhg werden hier z. B. unter dem Buchstaben D als durch συμπάθεια verwandt [754] aufgezählt: δρακόντιον βοτάνη, δρυκολάπτης πτηνόν, δράκων ἰχθύς, δενδρίτης λίθος,* Dasselbe gilt auch für die Kyraniden (s. o. Bd. XII S. 131).

Am häufigsten wird von der Sympathie bestimmter Steine mit den sichtbaren Göttern, d. h. mit den Gestirnen und namentlich mit ihren Gebietern, Sonne und Mond, gesprochen. So sagt Proklos (ad Remp. II 157 Kr.): πολλάκις ἐλλάμπει καὶ λίθοις ἀπορροίας ἔχουσι φως ἤλιον καὶ σελήνης καὶ ἄστρων. Daher kennt er den Sonnenstein und das Himmels- oder Sonnenauge nicht weniger gut als den Mondstein, denn de sacrif. et magia (p. 8f. Kr.) lesen wir: ὁ ἠλίτης ἀκτῖσι χρυσαίς μιμείται τὰς ἠλιακάς ἀκτίνας, λίθος δὲ, δς καλείται οὐρανου δμμὰ ἡ ἤλιον δμμά, μορφὴν ἔχει ὄμοιαν κόρη ὀφθαλμου καὶ ἐκ μέσης τῆς κόρης ἐκλάμπει αὐγή, καὶ ὁ σεληνίτης λίθος κατὰ βλήμα ἀελήνη κερατοειδεὶ δμοιος ὧν διὰ τίνος ἐαυτὸν ἀλλοιώσεως τῆ σεληνιακὴ ἔπεται κινήσει. 20 ὁ δὲ ἠλιοσέληνος λίθος μιμείται ὀπωσοὺν σύνοδον ἠλίου καὶ σελήνης καὶ σχηματίζει τῷ γρωματί. Näher erklärt das Damaskios (vit. Isid. 233): Σεβήρος, ἀνὴρ τῆς Ῥώμης πατρίκιος, ἄλλα τε διηγείτο, ἐν Ἀλεξάνδρειά συνδιαιτώμενος, καὶ ὅτι λίθον ἐθεάσατο, ἐν φ σελήνης ἐγίνετο σχήματα μεταμορφουμένης παντοῖα μὲν, ἄλλοτε δ' ἄλλα πρὸς ἤλιον αὐξομένης καὶ μειουμένης, ἐνόντα δὲ τῷ λίθω καὶ αὐτὸν τὸν ἤλιον, δθεν ἡ φήμη τοὺς τοιούτους λίθους καλεὶ συνοδίτας (Konjunktions-30 steine), καὶ ἠλίτην λίθον ἔλεγεν ἐωρακέναι, οὐχ οἷον οἱ πολλοὶ ἐωράκαμεν ἀκτίνας διαφαίνοντα ἀπὸ τοῦ βάθους χρυσίτιδας, ἄλλα δίσκον ἠλιοειδὴ κείμενον μέσον τοῦ λίθου σφαίραν αὐτόθεν πυράς, ὡς ἰδείν, ἄπ αὐτῆς δὲ τὰς ἀκτίνας ἐκθρώσκειν ἔως ἐπὶ τὴν ἴτυν · εἶναι γὰρ σφαιροειδὴ καὶ δλον τὸν λίθον, ἰδείν δὲ καὶ σεληνίτην. ου τὸν νδατὶ τεγγόμενον, εἰτὰ ἐκφαίνοντα τὸν μηνίσκον, ἄλλα κατὰ φνσιν τὴν ἐαυτου τρεπόμενον, δτὲ καὶ δπως ἡ σελήνη τρέποιτο, θαυμάσιον χρήμα τούτο γέ 40 φύσεως. Dasselbe sagt auch schon Plinius (XXXVII 181) und aus ihm auch Solin (37, 21, vgl. Pris-cian perieg. 988f. Isid. XVI 4, 6. 10, 6. August. civ, dei XXI 5, 1). Die Steinbücher nennen auch seine Zauberwirkung (Orph. Lith. 292ff., κηρ. p. 193. Damig. Lat. 36 p. 191 Abel): Der Sele-nites ist ein Liebesmittel, gut im Prozeßzauber und gut für Lungenkranke (ebenso auch Marbod. c. 31 und Psellus de lapid. 897 Migne); aber schon bei Dioskurides (de mat med. V 158.159) 50 wird er als Mittel gegen Epilepsie und als Amulett für Frauen (natürlich wegen der Menstruation) gepriesen, an Bäume gehängt, fördere er die Fruchtbarkeit (da der Mond den nährenden Tau sendet) und werde in Arabien bei abnehmendem Monde gefunden. Als Liebesmittel kennt ihn endlich auch Nonnos (Dion. ΧΣΧ1Ι 527): εἰχὲ δὲ πέτρον ἐκείνον, δς ἄνερας εἰς πόθον ἔλκει, οὐνομὰ φαιδρὸν ἔχοντα ποθοβλήτοιο σελήνης. Er erscheint aber auch in den Cod. astrol. (VI App. p. 76, 1): 60 τιθέμενος ἐν τῷ φλοιφ τῆς θυρας ἀνούσους τοὺς διερχομενους φυλάττει; jedenfalls wehrte er auch hier Epilepsie, Mondsüchtigkeit und Störungen des weiblichen Geschlechtslebens ab (s. Roscher Selene 70, 273. Lobeck Aglaoph. 372; nach Roscher 84 entsprach dieser Mondstein unserem Marienglas). Zum Mond stand auch der sog. Zungenstein in sympathischer Beziehung, von dem Plinius (XXXVII 164) sagt: Gloopetra, [755] Unguae similis Ivumanae, in terra non nasci dici-tur, sed déficiente Iuna caelo decidere, selenoman-tiae necessaria. quod ne credamus, promissi quo-que vanitas facit-, ventes enim ea comprimi narrant (vgl. Isid. XVI 15, 17. Solin. XXXVII 19). Auch den übrigen Planeten waren bestimmte Steine zugeeignet, da ja gerade die Planeten einen entscheidenden Einfluß auf die ganze Schöpfung ausüben sollten; oben haben wir das bereits für Babylonien bezeugt gefunden, und auch für den 1 griechischen Aber- und Zauberglauben gibt es eine Menge Belege. Hier sei nur auf den griechischen Traktat Περὶ λίθων hingewiesen (ed. Mesk Wien. Stud. XX (1898) 309ff.); da heißt es z. B. (nr. 13 p. 321): λίθος ὀπάλλιος... προσφιλῆς μὲν πασιν, μάλωνα δὲ τῷ Ἠλίῳ; (nr. 5): λίθος ὁ Βαβυλώνιας, οἱ δὲ σάρδιον αὐτὸν καλοῦσιν, ... γλύφεται δὲ καὶ *Άρης, ὁ δεσπόζων τοῦ λῖθον * τοντψ γὰρ ἀνάκειται; (nr. 14): ol ἀχάται εἰσὶ τοῦ Ἔρμου. Auch die für die Astrologie 5 bedeutsamen 12 Tierkreiszeichen (Cyw) und)36 Dekansterne hatten natürlich die ihnen sympathisch zugeordneten Steine; so sagt z. B. der Damigeron Latinus (p. 162f. Abel), der aber die ζφδιά mit den Planeten zusammenzuwerfen scheint, da er nur sieben Gestirne und sieben Steine aufzählt: Lapides ad septem signa pertinent; subditi etiam et septem lapides, quos ad curam hommes in phylacteriis habere deberent; sunt enim sancti et patentes, lapis primus, qui dieitur ckrysolithus, ί Leonis, lapis secundus, qui dieitur astroselinus, Canari, lapis tertius, qui dieitur haematites, Arie-Hs. lapis quartus, qui dieitur ceraunius, Sagit-tarii. lapis quitus, qui dieitur demos, Tauri. lapis sextus, qui dieitur arabicus, Virginis. lapis septimus, qui dieitur ostracitis, Caprieornii. hi quaerendi tibi erunt, ui habeas per omne tempus ritae tuae in custodiam divinam, et sanus eris et securus semper. Bezüglich der Dekane liefern namentlich die astrologischen Handschriften Belege, aber auch Teakros (bei Pselloe Paradox, p. 147, 21) sagt: εἰσὶ ἐν ἐκάστῳ τῶν ζφδίων τρεις κατειλεγμόνοι δὲ κανοὶ ποικιλόμορφοι, ὁ μὲν κατέ· χων πέλεκυν, ὁ δὲ εἰς ἄλλο τὶ ἔσχηματισμενος εἰκόνισμα, ὧν εἰ τὰ εἰδὴ καὶ τὰ σχήματα ἐν δακτυλίων ἔγγλνφεις σφενδόνη, ἀποτρόπαιά σοὶ δεινῶν γενησεταί. Endlich glaubte man, daß gewisse Steine mit kleineren Sterngruppen oder überhaupt mit dem gestirnten Himmel sympathisch verbunden seien; so sagt z. B. Plinius (XXXVII 100) vom Stein Sandastros (Garamantica): accedit et religio narrata siderum cognatione, quoniam fere pliadunt hyadumque dispositions ac numéro stel-latur, ob id Chatdaeis in caerimoniis habita (vgl. Isidor, XVI 14, 3). Ein bestimmter Stein hieß wegen seiner Beziehung zu den Sternen geradezu astriotes mirasque laudes eius in Magicis arti-bus Zoroastren ceeinisse produnt (Plin. XXXVII 133); er wird auch als Liebesmittel gepriesen (Ptolem. Hephaest. bei Phot bibl. 153, 24 B.). Dementsprechend weiß auch Philostratos (vit ApolL VII 39), daß sich Liebeskranke an die γοητες wenden, von denen sie Zaubergürtel und -Steine erhalten, manche ans den geheimen Tiefen der Erde, andere vom Monde und den Sternen. Der Hyazinth sollte überhaupt mit dem Himmelsgewölbe in Sympathie stehen, denn Plin. XXXVII 126 sagt: hyadnthus est, qui sentit [756] Λιθιχά 7 56

auras et cum caelo facit; nec aequaliter rutilai., cum aut nubilosus est nui serenus dies.

Aua dem Orient stammt ferner auch die Unterscheidung der beiden Geschlechter sogar bei den Steinen; Plinius bemerkt das z. B. für den Adlerstein (Aëtites) und für den Çyanos (XVI-149. XXXVII 119); auch hier sind natürlich griechische Schriften die Quelle gewesen, und auch die orphischen L. Kerygmata (p. 142, 11, .0 12) erwähnen den ἄρσην und γλυκὸς τοπάζιος und verordnen, den männlichen bei Männern, den weiblichen bei Weibern anzuwenden. Daher gab es auch Steine, die empfangen und gebären sollten, wie die makedonischen Paeanitides (paeani-dae), quae praegnantes fieri et parère dicuntur wederique parturientibus (Plin. XXXVII 180); der medische Gassinadesstein sollte innerhalb dreier Monate immer wieder schwanger werden und dann beim Schütteln die Frucht in seinem Ï0 Innern verraten (XXXVII 163). Ebenso klapperten auch die schwangeren Adlersteine, die gra-vidis adailigati niulieribus vel quadripedibus peUundis saerificatorum animalium continent partus, non, nisi parturiant, removendi; alio-qui volvae excidunt. sed nisi parturientibus auferantur, omnino non pariant (XXXVI 151), Von dem schwangeren Steine selbst aber wußten die seientissimi, daß sein tinnitus nicht von dem Steinchen in seinem Innern herrühre, sondern 10 vielmehr von einem spiriius (πυεύμα), weshalb ihn Zoroaster am höchsten eingeschätzt habe (Solin. 37, 4). Jedenfalls hat man auch die Schwängerung auf derartige πυεύματα oder auf die Ausflüsse oder Ausstrahlungen (ἀπόρροίαι) der verschiedenen Gestirne zurückgeführt, d. h. auf die νλωοὶ δαίμονες, die der betreffenden Gottheit in ihrer ,Reihe* untergeordnet waren.

Am deutlichsten offenbarte sich dieses göttliche oder dämonische Pneuma an jenen Steinen. 40 die andere Steine, Metalle oder überhaupt andere Gegenstände anzogen oder abstießen, also namentlich am Magnetstein; denn in derartigen Steinen lebte offenbar ein Geist (πυεύμα, δαίμων), ein seelenartiges Wesen, weshalb schon Thales ἐκ τῆς λίθου τῆς μαγνήτιδος καὶ τοὴ ἤλεκτρου (Bernstein) schloß, καὶ τοῖς ἀψύχοις εἶναι ψυχάς (Diog. Laert. I 24. Clem. Alex, ström. VII 2, 9); auch der Damigeron Lat. (30 p. 185) sagt daher von diesem Stein, daß er pienus est spiritu. Bei 50 Nacht aber war dieses πυεύμα gehemmt, denn da zog der Stein entweder gar nicht oder nicht so stark an wie bei Tage (Arist. probt 38, 7; vgl. Fritzsche Der Magnet u. die Atmung, Rh. Mus. LVII (1902) 361ff-). Mit Hilfe des Magnetsteins konnte man die eheliche Treue der Frauen prüfen; denn nach den orphischen L. (v. 306ff. Cerygm. p. 144. Damig. Lat. 30 p. 186) legte man ihn unter das Ehebett; war die Frau treu und keusch, so schmiegte sie sich an ihren Gat-60ten an, war sie aber treulos, so schleuderte sie die Kraft des Steines aus dem Bett hinaus auf den Fußboden. Derselbe Stein sollte ferner auch zwischen Geschwistern unverbrüchliche Treue stiften und schließlich auch Liebe erregen. Dagegen waren der Magnetstein und Diamant einander durchaus antipathisch, denn Solin (52. 57 [00], vgl. Plin. XXXVn 61) sagt: inier adaman-tem ci magnetem. est quaedam naturae occulta [757] dissensio adeo, ut iuxta positus non sinat ma-gnetem rapere ferrum, vel si admotus magnes ferrum traxerit, quasi praedam quandam ad-amans magneti rapiat atque aufert. Die Ägypter nannten nach Manetho (bei Plut. de Is. 62 = Font. hist. rel. Aeg. 72, 251) den Magnetstein den Knochen des Hör, das Eisen aber den des Typhon: .Denn wie das Eisen einem Wesen gleicht, das, von dem Stein angezogen, bald folgt, bald abgewendet und abgestoßen wird nach der ' entgegengesetzten Richtung, so sei es auch mit jener heilsamen, guten und vernunftmäßigen Weltbewegung; sie leitet, führt und mildert jene rauhe typhonische Macht, dann aber kehrt sie wieder in sich selbst zurück und taucht in die Unendlichkeit unter¹. Auch Konstantin Psellos (ed. Sathas Bull. hell. I [1877] 130) sagt, daß die Ägypter den Magnetstein verehrten, weil er das Eisen anziehe. Die Anziehungskraft äußert sich aber auch beim Meteoreisen. Daher wird die Verehrung, die man diesen ,vom Himmel gefallenen Steinen entgegenbrachte, gewiß zum guten Teil auf das sich in ihnen äußernde πυεύμα zurückzuführen sein, zumal diese ,Steine' als unmittelbar vom Himmel stammende Götteridole betrachtet wurden, wie zu Seleukeia im Gebirge Pieria oder zu Diokaisareia in Kilikien, welch letzterer Meteor auf Münzen bis in die Kaiserzeit in seinem Tempel abgebildet erscheint (Eckhel DN vet. III 326.’ Head HN 661), oder endlich der Meteor, der im J. 405 bei Aigospotamoi niederging und noch Jahrhunderte später göttlich verehrt wurde (Plut. Lys. 12). Diese βαιτύλια erscheinen in der phoinikischen Kosmogonie des sog. Sanchuniathon (= Philo v. Bybl. bei Euseb. praep. ev. I 10, 16) offensichtlich als Sympathiesteine des Gottes Βαίτυλος, den Uranos und Ge zeugten; seine Brüder sind dort Ἤλος (d. h. El = Gott) δ καὶ Κρόνος, D ἄγων 3ς λατιν Σίτων, und Ἄτλας. Und wenn es im folgenden heißt (23), Uranos selbst ἐπινόησε βαιτύλια, λίγους ἐμψύχους μηχανησάμενος, so wird hier der den Semiten eigentümliche Steinfetischkult unmittelbar auf den Urgott selbst zurückgeführt. Einen solchen pneumatischen oder beseelten Stein verwendete dor Arzt Eusebios, um die Zukunft zu erforschen; zu Emesa in Syrien am Orontes, woher übrigens auch der Meteorstein stammte, den Heliogabal zum Reichsgott erhob (Herodian. V 3), fühlte Eusebios, wie Damaskios (vit. leid. 203ff.) erzählt, gegen Mitternacht plötzlich das unwiderstehliche Verlangen, möglichst nahe zu dem Berge hinzuwandern, auf dessen Gipfel ein uralter Athenetempel stand. Am Fuß dieses Berges angelangt. habe er ausgeruht und plötzlich eine Feuerkugel vom Himmel herabstürzen gesehen und in ihr einen großen Löwen, der aber gleich wieder unsichtbar wurde. Als das Feuer erloschen war, sei Eusebios zu dem Stein hingelaufen, habe ibn aufgehoben und gefragt, welchem Gott er gehöre, und der Stein habe geantwortet: .Dem Gennaios', diesen aber verehrten die Bewohner des benachbarten Heliopolis (Baalbek) im Tempel des Zeus (Baal) in Gestalt eines Löwen. Darauf sei Eusebios mit dem 8tein heimgekehrt und habe in dieser Nacht 210 Stadien (ca. 3# km) zurückgelegt. Der Stein war eine vollkommene Kugel von weißlicher Farbe, im Durch- [758] messer eine Spanne groß, doch erschien er bald größer, bald kleiner, manchmal auch purpurn. Eusebios verwendete diesen Stein zur Wahrsagung, denn Isidoros erzählte (a. a. O. 204): d AWβίος ἔδειτο μὲν καὶ ἤνχετο, ὁ δὲ λινὸς ὑπήκουε πρὸς τὰς χοηαμωδίας. καὶ γράμματα ἀνέδειξεν ἠμῖν ἐν τῷ λιδω γεγραμμενὰ τῷ καλὸν μένω τιγ· γαβαρίνω κατακεχρωσμένα, δὶ ὧν, ἐν τοίχῳ ἐγκρούσας, δ λῖθος ἀπεδίδου τὸν ζητούμενο? τῶ ἼΟπυνθανομενῳ χρησμῶν καὶ φωνὴν ἠφίει λεπτου οὐρίσματος, ἤν ἠρμήνενσεν δ Εὐσέβιος (vgl. ὌΖ II § 303) ... ἐγω μὲν φμην θειότερον εἶναι τὸ χρήμα τοῦ βαιτύλου, δ δὲ δαιμόνιων μάλλον ἔλεγε?’ εἶναι γὰρ τινὰ δαίμονα τὸν κινονντὰ αὐτὸν, οὐτὲ τῶν βλαβερῶν οὐτὲ τῶν ἄγαν προαυλων, ου μεν· τοὶ τῶν ἄνηγμενων εἰς τδ αὐλὸν εἰδος οὐδὲ τῶν καθαρῶν παντάπασιν. τῶν δὲ βαιτύλων ἄλλον ἄλλῳ ἀνακεῖοθαι θεφ, Κρόνῳ, Διί, Ἠλίω, τοῖς ἄλλοις. Ein Wunderstein, der seine göttliche 20 oder dämonische Natur ebenfalls durch Anziehung offenbarte, war der λίθος Παντάρβη, von dem larchas, das Haupt der indischen Gymnosophisten, dem Apollonios von Tyana folgendes erzählte (Philostrat. vit. Apoll. III 46, vgl. ὌΖ 1 § 566): Die größten Exemplare seien so groß wie ein Daumennagel und würden in der hohlen Erde erzeugt in einer Tiefe von vier Klaftern; sie hätten einen solchen Überfluß an πυεύμα, daß die Erde oft über ihnen aufschwelle und sogar 30 berste, wenn sich die Steine in ihr bilden. Niemand dürfe diese Steine suchen, denn sie entzögen sich der Nachforschung, wenn sie nicht mit Kunst (d. h. Zauberei) hervorgezogen würden. Die Gymnosophisten allein dürften die Steine mittelst gewisser Handlungen und Worte der-Erde abgewinnen· Der Stein mache die Nacht zum Tage und blende bei Nacht die Augen mit seinem tausendfarbigen Glanze. Das ihm innewohnende Licht aber sei ein πυεύμα von unnenn-40barer Kraft, das alles an den Stein heranziehe;

man könne wie große Steine auch immer versenken. ins Meer, in Flüsse, und nicht etwa nur beisammen, sondern auch verstreut, lasse man den Stein zu ihnen hinab, so sammle er sie durch sein πυεύμα und bringe sie alle wie eine Traube oder wie einen Bienenschwarm um sich geordnet herauf. Auch Ktesias (Ind. bei Phot. bibl. cod. 72 p. 45 a 28ff. B.) erzählt, man habe mit Hilfe dieses Steins 477 Edelsteine eines bak-50 Irischen Kaufmanns, die man zur Probe in den

Fluß geworfen hatte, wieder heraufgeholt (vgl. Tzetz. χιλ. VI 647ff.). Endlich sollte auch der Lyncurius- oder Luchsharnstein andere Dinge anziehen (Theophr. lap. 28. Plin. XXXVII 52. 34. VIII 137. Diosc. II 100. Isid. XVI 8, 8. XII 2, 20. Solin. II 38. 39. Damig. Lat. 31 p. 1871; damit ist jedenfalls der Bernstein gemeint (vgl. Wessely Schrift d. Ver. zur Verbreit, naturw. Kenntn. 53, Wien 1913, 18).Da Steine nicht leicht zu bestimmen sind, hören wir öfter von einer Prüfung bestimmter Sympathiesteine auf ihre Wunderkraft; so sagt z. B. der Damigeron Lat. (11 p. 173): Si ois scire Cheioniten verum esse, mitte supra turi-bulum très candentes carbones et inoenso sacri-ficabis et superponis lapidem istum, eonfundens nihü omnino taeditur; ebendort (26 p. 183): Si votueris scire, φιτά verus est hieracites, sie [759] cognoseere poteris: lacté et nielle commixto cir-cumfunde lapidem et pones eum et non sedebit ibi musea, sie eam expellit. nee putetur hoc ludibrium esse: ex eadem mixtura circumfunde alUrum lapidem, qualem volucris, et rideb quanta multitudo muscarum circumwlvit; ähnliche geistreiche Prüfungen sind auch ebendort 17 (p. 176) verzeichnet.

Oft muß der Sympathiestein erst noch einer bestimmten Behandlung oder Weihe (τελετή) unter-10 zogen werden, ehe er zum Zauberstein wird. Die orphischen L. (v. 320 p. 24 Abel) schreiben z. B. für den Magnetstein einfach die Weihung durch Zauberformeln vor: χείλεσιν ἀείδων θελξιμβροτον ἀτρέμας ὠδήν. Viel umständlicher dagegen gestaltet sich dort (v. 361–363. 366ff. p. 26; vgl. Cerygm. p. 146 Abel) die Weihe des Siderites oder Orites. die zum erstenmal der Seher Helenos, der Sohn des Priamos, anwendete, als ihm Apollon selbst diesen Sympathiestein geschenkt 20 hatte: Vor der Befragung des Steins enthielt er sich .durch 21 Tage des geschlechtlichen Umgangs und mied sogar das gemeinsame Bad; ebensolange enthielt er sich auch des Beseelten, d. h. aller animalischen Kost, dann badete er den Stein wie ein kleines Kind in fließendem Quellwasser und brachte ihm, in reines Gewand gehüllt. wie einem Gott reiche Opfer dar, machte ihn durch kräftige Besprechungen beseelt (ἔμ· πυουν) und hob dann in einem reinen Gemache 30 den (jetzt) göttlichen Stein empor und hegte ihn, wie die Mutter ihr kleines Kind zärtlich pflegt. Genau ebenso aber mußt auch Du es machen, wenn Du die göttliche Stimme hören willst: Denn wenn Du ihn so geweiht hast, wird er plötzlich in Deinen Händen eine Stimme erheben wie ein kleines Kind am Busen der Amme; Du aber höre geduldig immer auf sie und hüte Dich, daß Du den Stein nicht, von lähmender Furcht ergriffen, zu Boden gleiten läßt, denn dadurch 40 würdest Du dir den schrecklichen Groll der Unsterblichen zuziehen’ Dann frage ihn um Orakel und er wird Dir alles offenbaren; hat er aber zu antworten aufgehört, dann halte ihn nahe an Deine Augen und betrechte ihn: Dann wirst Du sehen, wie gewaltig er atmet. Ebenso kennt auch der Traktat Περὶ λίθων (ed. Mesk nr. 15 p. 321) derartige Weihungen: λίθος ἀνταχάτης... ὄντος ὁ λίθος τριταῖὸν τε καὶ τεταρταῖον καὶ πάσαν ἄλλην νουσον Ἰάται ’ γίνεται δὲ ὄντως · τρί- 50 φας ὕποΟνμια εἰς διάπυρους ἄνθρακας ὡς ἀντὶ λιβανωτόν - οὐκ ἄγαν δὲ λεπτὸν θυμιάται - ὡς ἄν ἐπὶ πλείονας ὤρας μείνας ἐλκυσθὴ διὰ τῶν αἰσθήσεων * καὶ οὐτως ἀπαλλάσσεται τῆς περι[όδου] * ebendort 12 (p. 321): λίθος χρυσόλιθος·... ὄντος φορούμενος κοσμίους ποιεὶ καὶ ἀγαθοὺς ταις γνώμαις, μάλιστα δὲ ταῖς γυναιξὶ φορειν συμφέρει · ἐπιχάρασσε οὐν Ἀφροδίτην καὶ τελέσας ἔχε · ποιεὶ δὲ πολλὴν χάριν. Auch Plinius (XXXVII 165) sagt vom Heliotrop: Magorum inpudentiae 60 vel manifestissimum in hac quoque exemplum est, quoniam admixta herba heliotropio qui· busdam additis precationibus gerentem conspici negent (vgl. Solin. XXVII 36. 37. Prisc. perieg. 254ff. Isid. XVI 7. 12). Endlich erwähnt auch der Damigeron Latinus die Weihe zwar ausdrücklich für den Adamas (2 p. 166), Diadochos (5, 167), Smaragdus (6, 168), Corallius (7, 170), Ob- [760] syontes (25, 182), Carsydonius (27, 183), Lych-nites (28, 184), Topatozontes (29, 185), Galacti-tes (35, 189) und Berillua (35, 191), näheres aber wird nicht mitgeteilt. Indes erfahren wir alle Einzelheiten dieser Weihungen aus den griechisch-ägyptischen Zauberpapyri, aus denen unten Belege folgen.

Der Weihe geht gewöhnlich die Gravierung des Steins voraus; denn wenn man in den Sympathiestein eine Figur des betreffenden Gottes oder Dämons einschneidet oder eines seiner Symbole oder Attribute oder endlich auch nur einen seiner Namen, womöglich seinen wahren,,echten* Namen, der natürlich ein Geheimname ist, dann wird die dem Steine an sich innewohnende Sympathie mit seinem Gotte oder Dämon noch sehr verstärkt und ebendadurch wird der Sympathiestein erst zum Zauberstein. So schreibt der Traktat Περὶ λίθων (ed. Mesk p. 321) für den Ony-chites vor: wro; ὠφέλιμος ταῖς ἐν γαστρὶ ἐχούοαις καὶ ταῖς θηλαζούσαις · γλύφεται δὲ ἐν αὐτφ Χνουβις (text. Χνούβιος), ἔχων κεφαλας τρεις. Durch die Gravierung wird also der Stein zum Zauberstein des ägyptischen Gottes Chnum, der ein Schöpfergott war und Götter und Menschen bildete (vgl. Erman Aeg. Rel.2 95. Enseb. praep. ev. III 12 = Font. hist. rel. Aeg. 471; o. Bd. III S. 2350); daher muß der Stein jetzt für jene gut sein, in denen sich ein Kindlein bildet. Ebenso der Damig. Lat. 7 p. 169 von der Koralle: maximum tutameiitum est adversus iras dominorum (1. daemoniorum) insculptum nomen noctilucae (des Mondes), hoc est Heeates signum, aut Gur-gonis personam. In dieser Weise ritzte man in die Sympathiesteine besonders gerne die Zeichen der sieben Planeten, der zwölf Tierkreisbilder oder der 36 Dekane. Sehr beliebt war auch die Gravierung der Symboltiere oder -Pflanzen des betreffenden Gottes oder Dämons; dafür bietet der Traktat Περὶ λίθων (ed. Mesk 10 p. 320f.) einen Beleg: λίθος ὀνυχίτης ἔτερος, λευκὸς καὶ διαυγῆς δὶ ὄλου καθάπερ ἀήρ ’... ἐπιχάρασοε οὐν εἰς αὐτὸν σπείραμα ὄφεως ἔχον προτομὴν ἤτοι κεφαλὴν λέοντος καὶ ἀκτίνας (also ähnlich wie der orphische Phanes-Protogonos). Massenhafte Belege aber bieten die Kataloge der sog. gnostischen Gemmen (z. B. Kopp Palaogr. crit. III. Furtwängler Beschreibung der ge-schnitt. Steine, Berl. 1896 nr. 3463. 8402. 8658. 1067. 1459. 3597. 6220. 7206. 7209. 8179. 8658 S.Reinach Pierres gravées, Paris 1895 nr. 120. 134. E. Kluge Handb. d. Edelsteinkd., Leipz. 1860, 119. Roth Mytholog. Daktyliothek); bei Kopp (III 33) ist z. B. auf einer Seite der Gemme der Name Φριμ d. h. Re, der bekannte Sonnengott der Ägypter, eingraviert, auf der anderen Seite aber seine heiligen Tiere, ein Skarabäus zwischen zwei Falken, das Ganze umrahmt von einer Schlange, die sich in den Schwanz beißt (vgl. Font hist. rel. Aeg. p. 467. 5 78. 171. 579. 370.467f. 73); auf einer anderen Gemme (p. 585, 6) sehen wir auf der einen Seite eine Schlange mit der Umschrift Ἴαω Xaßanfty, auf der andern Seite den Namen Μοναή, d. h. Moses; oder (ebd. II 25): auf der einen Seite der aufrechtstehende Sonnengott mit Strahlenkrone und Geißel, auf demandera Seite E1CYYC XPEGTYC FABRIS ANAXIA ANE, d. 11. Ἰηοοῦς Χριστὸς Γαβριήλ [761] Ἀνανίας Ἀμήν. Sehr oft findet sich auch das τρτπλουν τρίγωνον (πεντάγραμμο?, πένταλφα 1 das schon die Pythagoreer νγίεια nannten 3 und als σύμβολον πρὸς τοὺς ὀμοδόξους verwendeten (Lukian. de lapsu 5), und das sich als Drudenfuß bis auf unsere Zeiten erhielt; dieses Zeichen war auch in den King Salomos eingraviert, mit dem er alle Dämonen bannte (Testam. Sal, p. 100*, ed. Mc Cown, Leipz. 1922). Dazu kommen noch unzählige andere χαρακτήρες, wie Χφ rx | | mit) denen die Gem-

o ¹----°’ men ebenso wie

die Zauberpapyri geradezu gespickt sind (s. o. Supplem.-Bd. IV S. 1183ff. OZ I § 569. 816. 819ff.), die berühmten ἄσημα καὶ βάρβαρα ὀνόματα, d. h. die wahren und geheimen Namen aller möglichen Götter, Erzengel, Engel, Dämonen, Archonten und Dekane, wie Βαῖνχωωωχ, Σεσενγενβαρφαραγγης, Ὕεσσεμμιγαδων, Ἄκραμμαχαμμαρι, Ἀβλαναῦαναλβα, Ἄβρασαξ, über deren Bedeutung Iamblichos (de myst, VII 4L, vgl. meine Übersetzung, Leipzig 1921, 164ff. 253f.) sich gegen Porphyrios eingehend aussprach und die ebenfalls in den Zauberpapyri eine gewaltige Bolle spielen (OZ I § 731ff«), und endlich die Vokalreihe ἀεηιουίο in tausendfachen Kombinationen (vgl. OZ I 151ff. 770ff. Dornseiff Das Alphabet in Mystik u. Magie² 1925). Mehrere derartig ausgestattete Zaubersteine sind auch im OZ I p. 197. 198. 200. 211 abgebildet, ebd. p. 213 auch eine ganz entsprechende Zauberzeichnung aus einem Zauberpapyrus. Übrigens hatten auch die Steine ihre Sympathienamen, denn Plinius (XXXVII 186) spricht von der Niere, dem Auge und Finger des syrischen Gottes Adad (s. o. Bd. I S. 339) und die Koralle hieß Chari-toblepharon, d, h. Holdauge (Plin. frg. 13, 142) oder ,Haar der Isis* (Font. hist. rel. Aeg. 81, 167). Der Traktat Περὶ λίθων (ed. Mesk 6 p. 820) bietet hier eine interessante griechische Volksetymologie: λίθος σαρδώνυξ · οὐτος ὑπὸ πάντωτ τῶν μάγων Μόσχος λέγεται διὰ τὸ μαλάσσει? καὶ ἀπαλύνει? τά; τῶν ὑπερεχόντων δυνάμεις; in Μόλοχος aber steckt offenbar das semitische b"]"b ,König*, Beiname des Baal, wodurch die Wunderkraft des Steines als ὑποτακτικόν ausgedrückt wurde, während der Name mit dem griechischen μαλάσσει? nichts zu tun hat. Der Gravierung und Weihe der Zaubersteine gedenken auch die griechisch-ägyptischen Zauberpapyri oft genug; ein paar Belege seien angeführt: Für eine Zauberanrufung der Hekate-Selene-Artemis schreibt der große Pariser Zauberpapyrus (ed. Wessely Denkschrift. Akad. Wien XXXVI [1888] 117) mit Z. 2877–2890 Vor: φνλακτήριον τήςπράξεως' λαβῶν λίθον σιδηρίτην, ἐν ω ἐγγεγλύψθω Ἐκάτη τριπρόσωπος καὶ τὸ μὲν μέσον πρόσωπον ἤτω κερασφόρου παρύένου, τὸ δὲ εὐώννμον κυνός, τὸ δὲ ἀπὸ δεξιῶν αἰγός. μετὰ δὲ τὸ γλυφηναμ πλὺ· νας αὐτὸ νίτρο) καὶ ὕδατι. χάλασαν αὐτὸ εἰς βίαιου αἰμά ’ εἰτὰ πάραύεσιν αὐτφ ποιήσας, τὸν αὐτὸν λόγον λέγε ἐπὶ τῆς τελετῆς (d. h. die Anrufung Z. 2785–2870); ebd. Z. 1722–1745 wird für einen Liebeszauber folgende Gravierung angegeben (vgl. Abt Ἄρψ d. Apul. 121f.): λαβῶν λίθον μάγνητα τό; πυέοντα γλύψον Ἀφροδίτη? ἰππιοτὶ καθημένην ἐπὶ Ψυχῆς, τῆ ἀριστερὰ χειρί [762] κρατούσαν τοὺς βοστρύχους ἀναδεομευΟμένην, καὶ ἐπάνω τῆς κεφαλῆς αὐτῆς Ἄχμαγεραρπεφει, ὑποκάτω δὲ τῆς 'Ἀφροδίτης καὶ τῆς Ψυχῆς Ἔρωτα, ἐπὶ πόλο[υ ἐστώτα, λαμπάδα κρατούντα καομένην. φλέγοντα τὴν Ψυχήν, ὑποκάτω δὲ τοῦ Ἔρωτος τὰ ὀνόματα ταντά' Ἄχαπα Ἀδωναῖε Βασμαχαρακω, 'Ἰακώβ Ἴαωη, Φαρφαρηί, εἰς δὲ τὸ ἔτερον μέρος τοῦ λίθου Ψυχὴν καὶ Ἔρωτα περιπεπλεγμένους ἐαυτοῖς καὶ ὑπὸ τοὺς πόδας τοῦ Ἔρωτος ταῦτα · υ σ σσσσσσσ' ὑποκάτω δὲ τῆς Ψυχῆς' ἤηηηηηηη' γλυφέντι δὲ τῷ λίθῳ καὶ τελεσβέντι χρω οὐτως* λαβῶν αὐτὸν ὑπὸ τὴν γλώσσάν σου στρέφε εἰς ὁ θέλεις, (καί) λέγε τὸν λόγον τούτον (es folgt eine lange Anrufung des Eros); Offenbarungszauber des Pap. Lond. 46 (ed. Wessely 132ff. Kenyon Greek pap. in Brit Mus., London 1893) Z. 206 –239 W. (202–235 K.): 'Ἔρμου δακτύλιος, κανῦάοου ποίησις · λαβῶν κάνθαρον γεγλυμμένον, ὡς ὑπογέγραπται. ἐπὶ παπύρινης τραπέζης θές καί J0 ὑπόθες ὑπὸ τὴν τράπεζαν σινδόνα καθαρὸν καί

ἐλάῖνα ὑποστρώσας (Kroll Philol. LIV 563) καὶ εἰς τὸ μέσον τῆς τραπέζης μικρὸν βυμιατήριον. καὶ ἐπιούσας ζμύρναν (καί) κύφι - ἔστω δὲ σοὶ παρεσκευασμένον σκευάριον καλλάῖνον μικρόν, εἰς ὁ ἐνέτω μύρον κρίνινον ἡ ζμύρνινον ἡ κινναμώμινον - καὶ λαβῶν τὸν δακτύλιον θές εἰς τὸ μύρον, προαγνενσας ἀπὸ πάντων, καὶ ἐπιούσας τῷ υὐμιατηρίω τὸ κύφι καὶ (τὴν) ζμύρναν, ἔασοτ ἠμέρας τρεις καὶ λιβανωτίσας (Preisendanz 50 Wien, Stud. XL [1918] 118) ἀπόρου ἐν τόπω καθαρφ. παρακείσθωσαν δὲ ἐπὶ τῆς τελετῆς ἄρτοι καθάρειοι καὶ ὄσα ἀκμάζει τῶν ὀπωρῶν. ποιήσας δὲ ἄλλην θυσίαν ἐπὶ ξύλων ἀμπελίνων, περὶ τὴν ἄνοιαν ἄπαρον τὸν δακτύλιον ἀπὸ τοῦ μύρου καὶ περιτίδεσο * τὸ δὲ χρίμα τὸ ἄπ αὐτοῦ χρίου κατὰ πρωὶ καὶ στάς πρὸς ἀνατολάς ἤλιου λέγε τὸ Ὑπογεγραμμένα (nämlich die Beschwörungsformel, an Osiris und seinen Kreis gerichtet, Z. 240ff.). γλύμμα καπάρου · εἰς λίθον σμάραγδον πολυτελὴ γλύφον κάνθαρον καὶ τρήσας δίειρον χρυσφ · εἰς

δὲ τὸ ὑποκάτω τοῦ κανθάρου γλυφὸν *Ισιν Ἰεράν. καὶ τελέσας, ὡς προγέγραπται, χρω. ἠμέραι, ἐν αἰς ποιεί· ἀπὸ ἀνατολῆς ζ, . t, ἴβ, ἴδ, κά, κδ, κε, ταῖς δὲ ἄλλαις ἔπεχε (vgl. ÖZ II § 294ff.); ebd. Z. 461–472 W. (447–458 K.): IV ἰασπαχάτου γλυφόν (oder γλύφε nach Preisendanz a. a. O. 112) Σαραπιν προκαθήαενον, ἔχοντα βαοίλειον Ἔρμου Αἰγυπτίου καὶ ἐπὶ τοῦ σκήπτρου ἴβιν, ὕπισθε (δὲ) τοῦ λίθου τὸ ὄνομα (d. h. die 50 in Z. 455–460 mitgeteilten voces myaticae) καὶ κατακλείσας ἔχε. ἐπὶ μὲν τῆς χρείας κρατεὶ τῆ ἀριστερά, σου τὸν δακτύλιον, τῆ δὲ δεξιὰ σου κλάδον ἐλαίας καὶ δάφνης, κατασείων τῷ λύχνῳ, λέγων τὸν λόγον ἐπτάκις, καὶ ἄρας αὐτὸν εἰς τὸτ ἰδαῖον τῆς ἀριστερὸς σου χειρὸς δάκτυλον ἔσω βλέποντα καὶ οὐτως κολλήσας τὸν λίθον τῷ ἄριστερῳ σου ὠτίω, κοιμφ ἀναπόκριτος (worauf das Orakel im Traum erteilt wird, vgl. ÖZ II § 201); im Pap. Paris. Z, 1596–1715 wird uns eine 60 κατὰ πάντων τελετὴ πρὸς Ἤλιον, d, h. eine an

den Sonnengott gerichtete Formel niitgeteilt, die man für jede Art von Zauberweihe verwenden konnte; hier heißt es (Z. 1616–1620): δος δόξαν καὶ τιμὴν καὶ δύναμιν, φ ἔπιτελονμαι σήμερον, τῶ δείνα λίθῳ ἡ φυλακτηρίω τελουμένφim folgenden wird der Sonnengott gebeten, in den verschiedenen Gestalten, die er während der einzelnen Tagesstunden anninunt (s. o.), dem [763] Beschwörer Kraft zu verleihen; da heißt es (Z. 1651–1655): ὤρα δεύτερα μορφὴν ἔχεις κυνός, δνομὰ ὄοι Ἐοῦφι * δος ἰσχὺν καὶ τιμὴν τῷ φυλακτηρίῳ τούτῳ, τῷ λίθῳ τούτῳ καὶ τῷ δεῖνα (d. h. dem Beschwörer selbst); ebenso in Z. 1671–1681: ὤρα ἔβδομη μορφὴν ἔχεις τράγον, δνομὰ σοὶ Οὐμεσθωδ' δὸς ἐπαφροδισίαν τῷ δακτνλίῳ τούτῳ ἡ τῷ φυλακτηρίῳ τούτῳ ἡ τῆ γλυφή) ταντθ. ὤρα ὄγδοη μορφὴν ἔχεις ταύρου, δνομὰ σοὶ Αἰατιφή, δ ἀναφανῆς γενόμενος · τελεσθήτω πάντα διὰ τῆς χρείας τὸν λίθου τούτου. Die ganze Anrufung schließt folgendermaßen (Z. 1698 –1715): εἰσακόυσαν μου τῆς φωνῆς ἐν τῆ σήμερον ἠμέρα, ἐν τῆ νυκτὶ ταύτη, ἐν ταῖς ἀγίαις ὤραις ταύταις καὶ τελεσθητω τὰ διὰ τοῦ λίθου τούτου, διὰ τοῦ φιλακτηρίου τούτου, τδ δείνα πράγμα, ἔῳ' δ αὐτδ τελφ (Reitzenstein Poimandres 28f.). ναὶ κύριε Κμηφ λουθεουθ etc., ὀρκίζω γὴν καὶ οὐρανὸν καὶ φως καὶ σκότος καὶ τὸν πάντα κτίσαντα, δεὸν μέγαν, Σαμοῦσιν (?Rjt‘enstein)* σοὶ τὸ παρεστός (Reitzenstein) ἀγαμὸν δαιμόνιον. πάντα μοὶ τέλεσαι διὰ τῆς χρείας ταύτης τοῦ δακτυλίου τούτου, ἡ ὅν θέλης, λέγε · ,Εἰς Ζευς Ἔαοαπις*.

Das sind die Anschauungen, auf denen auch die noch erhaltenen griechischen und lateinischen Steinbücher beruhen; was diese selbst anbelangt, ist bezüglich der Kyraniden auf den ausführlichen Art von Ganszyniec und W. Kroll (o. Bd. XII S. 127ff. u. 134) und bezüglich des Dami-geron auf den Art. von M. Wellmann (o. Bd. IV S. 2055f.) hinzuweisen, wo das Literarisch-Quellengeschichtliche mitgeteilt ist. Hier sei nur noch das Vorwort und der Brief des Euax an Tiberius, die dem Damigeron Latinus vorangehen, und eine kurze Inhaltsangabe nachgetragen: ,De-sideranti tibi scribi mysteria Minium lapidum, quanta generi humane sua sapientia prodesse vi-deantur, dénégation tibi non fuit, tu itaqe cu-stodies summa diligentia mysterium summi aitis-simi dei. hoc enim mysterium ceteris Aegyptiis litteratis, nee aUophylis non tradideris aiiive cui-quam, ne ad sterüitateni huius scientiae deveniat Aegyptus et ne eadem per aliquem inoendio con-t remata conflagraretur et nec immissis talibus in Aegyptum persévéras omnibus efficiat Aegyptiis dominantes, hic aliis traditus non est nec alii eum in sua potestate habuerunt per tuamque custodiam habeant. iura tibi per summum parentem deum, quod meltorem Ubrum Aegyptus huius non habet; cuius iurationis testis est summus deus. mittam enim tibi bonum Solis nomen. per quod bonum genus nascatur. igitur perpetuaiiter custodiatur a vobis; praestat enim muttum in omnibus actioni-bus per singulas ierarchias, quas Graeci vocant, omnium laptdum. - Evax, Arabiae rex, Tiberio imperatori sedutetn. Magnifica dona tua accepi per centurionem Lucinium Frontonem, quae dig-natus es mittere ad me. nam et ego tibi invicem misi quodcumque per terram de omnibus lapidibus remediorum/ (Abel Orphei Lith., Berol. 1881, p. 161/621 Der Kaiser wird auch einmal innerhalb des Buches selbst angesprochen; denn nachdem die Zauberkräfte des Hieracites angegeben wurden, heißt es (p. 183): ,0 imperator piissime, non creduni legentes veras esse paieniias lapidum, quia non experiuntur. omnia tarnen dicta a nobis et scripta veniunt sanctificata*. Auf den Brief [764] folgt (p. 162/63): ,Incipit tic lapidibus et eorum generibus. lapides ad septem signa pertinent* usw. (s. o.)? hierauf (p. 163): ,Incipiunt indicia aditudinis de lapidibus et eorum virtutibus Da-migeronis doctissimi*. Dann werden 50 Steine besprochen und zumeist ihre zauberische Heilkraft gepriesen; hier seien nur ein paar Beispiele für die eigentlich magischen Kräne der Steine gegeben: (nr. 1) Der Aëtites verrät verkappteZauberer und Giftmischer; der Heliotrop (nr. 2) dient zur Zukunfterforschung aus dem Wasser, macht Gifte unwirksam und verleiht Beliebtheit; der Adamas (nr. 3) ist gut fur jede Art von Zauberei und bewirkt alles, was man will, macht unsichtbar und verscheucht ,visiones incertorum somniorum et simtdacra umbrarum et venena et Utes*; der Memnonius (4) verleiht Sieg in jedem Streit und läßt Schiffbrüchige nicht untergehen; der Smaragd (6) vertreibt ahch Stürme, oportet lautem eum perficere sic: adeptus lapidem iube sculpere scarabaeum, deinde sub venire eins stantem Isidem, postea pertwidatur in longitudinem. tune autem auream fdndam immittens in dicte porto consecratum et fac tocum quemdam bonum prae-parari et ornare te et tua; die Koralle (7) vertreibt somniorum ludibria, macht giftfest, schützt; vor Blitzschlag und wehrt von Wäldern und Weinpflanzungen jeden Wetterschaden ab, sichert auch die Schiffahrt; der Chelidonius (10) macht un-widerstehlich und liebenswürdig; Chdonües autem lapis (11) est ad praenoscenda futura; habens enim eum sub lingua, quaecumque volueris, disais, cum autem acceperis cum, antea os dilue, valet praenuntio eo usque ad horam sextam. in prima vero Iuna valet per tetum dient, verum quinta décima similiter, decrescente autem Iuna ante solis ortum valet, exciditur autem lapis iste de oeulis testudinis Indicae; der Jaspis (13) bewirkt Regen; der Saphir (14) enthüllt die Zukunft und stimmtdie Götter gnädig, wenn er zu einem Skara-baeus zugeschnitten worden ist; der Orites (16) schützt vor wilden Tieren und heilt ihre Bisse; der Alectorius (19) macht Gladiatoren und Athleten unbesiegbar; der Syrtins oder Saphir (22) löst Fesseln und macht unsichtbar; der Carsy-donius (27) heilt allerlei Krankheiten, macht schön, treu, mächtig und erfolgreich: sculpere oportet Martern armatum aut virginem sfofa-tam, veste circumfusam, tenentem laurum; der 50Panchrodes (37) verleiht Sieg: sculpis in eo la-tenam et Hippoeraten et a retro accipitres très; contra magicas artes auxüiatur; der Melas (40) verleiht ebenfalls Sieg, auch über böse Dämonen und bei Prozessen: minorante Iuna sep-tima décima usque ad tricesimam uteris, crescenb: vero usque ad quintam decimam non uteris; Nar-ciseites (44) est viridis modice, Martis signum habens. hic tritus habet nareissi herbae, floris magni-fici, odorem. hunc lapidem qui usus fuerit, omnia'vincit. - Der griechische Traktat Σωκράτους soi Διονυσίου περὶ λίθων, den Mesk (Wien. Stud. XX [1898] 309ff.) herausgab, stimmt nur in den Abschnitten über den Smaragd (Nr. 1) und Achat (nr. 14) mit den Abschnitten nr. 6 und 17 im Damigeron Lat. fast wörtlich überein; so heißt es bezüglich des Smaragde: κτηαάμενος τὸν Uov κέλευα ἀδάμαντι γλυφηναὶ κάνθαρον' εἰτὰ εἰς τὴν κοιλίαν αὐτὸν ἴστωοαν *Ιοιν* [765] ἔπειτα τρύπησον εἰς μήκος καὶ ἐμβολῶν χρυσὴν βελόνην φόρει περὶ τὸν δάκτυλον (Meek 310, 318/19). Während aber sonst im Damig. Lat. und auch in den orphischen Lithika die Gravierung nur selten, bezw. gar nicht erwähnt wird, ist im Traktat Περὶ λίθων gerade darauf das Hauptgewicht gelegt; denn in den Hyazinth ist ein Ποσειδῶν ἔχων δελφίνο τῷ δεξιω πόδι καὶ τρίαιναν τῆ δεξιὴ χειρὶ (p. 319) zu schneiden, in den Chalkedon eine Ἀθηνὰ τελεία κρατούσα τῆ δεξιὴ χειρὶ ὄρνεον τὸ λεγόμενον ἐρεύδιόν, τῆ δὲ εὐεονύμερ κατέχουσα κράνος; in den Babylonios oder Sardios eine Ἄρτεμις τελεία καὶ παρισταμένη αὐτὴ ἔλαφος (p. 320); in den Sardonyx ein κριός und eine Ἀθηνὰ καρδίαν κρατούσα, in den Onychites ein σπείραμα δφεεος ἔχον προτομὴν ἤγουν κεφαλὴν κυνός; in eine zweite Art dieses Steines ein Apollon und eine Artemis, in eine dritte Art ein ἐβὸν καὶ μέσον τὸν φου κάνθαρος; in eine vierte Art wieder ein σπείραμα δφεεος ἔχον προτομὴν ἤτοι κεφαλὴν λέοντας καὶ ἀκτίνας (p. 320/21); in eine fünfte Art ein Χνοῦβις (vgl. oben), in den Chrysolith eine Aphrodite, in den Opal Zaubercharaktere und endlich in den Achat τὸ ὄνομα Ἰαχω (d. h. das Tetragramm mn', im parallelen Abschnitt des Damig. Lat. aber fehlt die Gravierung). Auf diese Weise steht der Traktat den Zauberpapyri und den noch erhaltenen Zaubersteinen am nächsten. ,Der Grand, warum man an bestimmte Gravierungen bestimmte Wirkungen knüpfte, ist*, sagt Mesk (316/17), ,meist deutlich genug; man vergleiche die Steine: Hyazinth-Poseidon-Schutz in Wogengefahr; Chalkedon-Athene-Macht über Feinde und Widersacher; Babylonios (Sardios)-Artemis-Tapferkeit, Mut usw.; Sardonyx-Widder - der Stein soll gehoben werden, wenn die Sonne im Sternbild des Widders steht; Onychites (nr. 2)-Apollon und Artemis -Kindersegen; Chrysolith-Aphrodite- der Stein soll besonders von Weibern getragen werden; über den Onychites (nr. 5) und das Chnubisbild vgl. oben. - Den Damigeron Latinus finden wir in den sog. Ὀρφέως Αἰθικά in 774 Hexameter gebracht Das Prooemium rühmt die Zaubersteine als Geschenk des übelabwehrenden Zeus, den Menschen zur Abwehr aller Übel überbracht; denn in der Grotte des Hermes liegen sie bereit und Orpheus versichert, daß er die folgende Belehrung über diese Steine den Menschen im Auftrage des Hermes übermittle, nachdem er selbst von Theiodamas, einem Sohn des Priâmes, auf dem Wege zu einem Opfermahl für Helios darüber belehrt worden war. Dann werden den Steinen folgende Zauberwirkungen zugeteilt: Abwehr und Unschädlichmachung von Schlangen (o. 48/49) und allen wilden Tieren (29/30, 3), Abwehr von Krankheiten (22), namentlich der Fallsucht und Elephantiasis, Abwehr von Räubern (40), sichere Fahrt auf dem Meere (39/40), Sieg im Wettkampf (23f.), Einfluß selbst bei fremden Fürsten (31f.), ErhOrang jedes Gebets (37f.), Erfolge in der Liebe (33f.), Beliebtheit bei den Haussklaven, deren Ausreißen man nicht zu fürchten braucht (41f.), Erkundung aller geheimen Gedanken und Pläne (43f.), Verständnis der Sprache der mantischen Vogel (45f.) und die Fähigkeit, die Seelen Verstorbener aus dem Hades heraufzubescbwOren (52f.); hierauf werden 29 [766] Zaubersteine ausführlich behandelt, eine Gravierung aber wird nirgends erwähnt Mit Orpheus hat dieses Gedicht nichts zu tun, auch nichts mit der Lehre der Orphiker, sondern beruht auf derselben griechischen Schrift aus dem 2. Jhdt. n. Ohr., auf die auch der Damigeron Latinus aus dem 5, Jhdt. n. Ohr. zurückgeht; die orphischen Lithika selbst gehören jedenfalls erst dem 4. Jhdt. n. Ohr. an, denn in den v. 61–81 werden die 10 Verfolgungen der Zauberer seit 357 n. Chr. und die Hinrichtung des Maximus um 364 erwähnt; ferner verteidigt hier der Verfasser sein Heidentum gegen die neue Lehre und deutet (v. 58, 69) seine Zugehörigkeit zum hermetischen Kreise an. Dem Orpheus hat das Gedicht erst IoannesTzetzes im 12. Jhdt zugeteilt und zwar jedenfalls auf Grund des Artikels bei Suidas (9. Jhdt) Ὀρφεῦς Λειβήθρων, wo dem Orpheus auch eine Schrift περὶ λέθων γλυφῆς oder Ὀγδοηκοντάλτθος zuge-20 schrieben ist (vgl. E. Abel in der Vorrede zu seiner Ausgabe, Berlin 1881; M. Wellmann, oben Bd. IV 2055/56). Die Prosahypothesis und die kurzen Bemerkungen zu dem Gedicht sind erst von Demetrios, dem Sohn des Moschos, am Ende des 15. Jhdts. hinzugefügt worden. Die sog. Ὄρφεως Λιθικὰ Κηρύγματα (ed. Abel 1386.) sind eine Prosabearbeitung der Λιθικά und bringen nichts Neues; übrigens gibt es in einigen Handschriften auch ein prosaisches Steinbuch, das den 30 Namen des Orpheus trägt (S.-Ber. Akad. Berl.

1906, 75). - Ein Steinbuch in Prosa unter dem Namen des berühmten Arztes Dioskurides aus Anazarbos in Kilikien, eines Zeitgenossen des älteren Plinius, ist aus dem Werk dieses Mannes Περὶ νλης ἰατρικῆς, bezw. aus Interpolationen in diesem Werke, zusammengestoppelt (ed. Ruelle Les Lapid, de l'antiquité et du moyen âge, Paris II 1896.); es befaßt sich fast ausschließlich nur mit der Heilkraft der Steine, während die eigent-40 liehen Zauberwirkungen sehr stark zurücktreten.

- Ebenso ist auch das Werk Ἐρμηνεία περὶ ἐνεργειῶν λίθων, das im attischen Dialekt geschrieben und dem Ahnherrn der griechischen Medizin, Hippokrates von Koe, einem Zeitgenossen des Sokrates, zugeteilt ist, eine Fälschung vom Kaliber der orphischen Lithika (ed. Ruelle a. a. O. 185ff.); Anweisungen für die Gravierung fehlen auch hier gänzlich. Im Codex graec. 2316 der Bibliothèque Nationale, aus dem Ruelle die 50 Schrift herausgab, sind eine Menge Artikel in neugriechischer Vulgärsprache eingeschoben (a. a.0, nr. 4/15). - Eine Sammlung von nur sieben Nummern mit dem Titel Ὄσοι τῶν λίθων εἰς ἀνακωχὴν ζάλης καὶ τρικυμίας θαλάσσης gab zuerst Pitra (Spicileg. Solesm. III 393) unter dem Namen des Astrampsychos (s. o. Bd. II S. 1796L), dann H. Graf (Melang. gréco-rom., Petersburg 1859, 552) und endlich Ruelle (S. 191/92) heraus; zum Beryll, zur Koralle und Opsian sind die ent-60 sprechenden Abschnitte des Damigeron (35, 7-

25) zu vergleichen. - Vor dem J. 394 n. Chr, verfaßte der Bischof von Constantia (Salamis) in Kypros Epiphanios auf Bitten des Diodoros von Tyros eine Schrift Περὶ τῶν δώδεκα ΜΦων τῶν ἄντων ἐν τοῖς ὀτολιαμοίς τοῦ θαρῶν, d. h. über die zwölf Edelsteine im Brustschild des Hohenpriesters; diese zwölf Steine werden beschrieben und ihre Eigenschaften, namentlich ihre [767] medizinischen Wirkungen, aufgezählt und endlich wird noch mitgeteilt, welchen Stämmen des Volkes Israel die einzelnen Steine entsprachen (Ruelle 193ff.) Vollständiger erhalten ist eine lateinische Übersetzung (ed. O. Günther Corp. script, eccles. 35, 2, Wien 1898, 743ff.). Eine stark erweiterte Fassung des griechischen Textes gab Strzygowski nach einer Handschrift in Smyrna im Byz. Arch. (II Leipzig 1899, 45ff.) heraus. - Dem 11. Jhdt. n. Chr. gehört das 1 Werk des Michael Psellos Περὶ Πθων δυνάμεων an; hier sind 25 Steine aufgezählt und ihre medizinische Verwendung besprochen. Nur dem Galaktites (nr, 8), dem Jaspis (10) und dem ἰδαῖος δάκτυλος (11) werden noch die alten Zauberwirkungen zugeschrieben. In den Schlußworten nennt Psellos als alte Autoritäten auf diesem Gebiet den Anaxagoras, Empedokles, Demokrit und Alexander von Aphrodisias (Ruelle 201 ff.). - Die Steinbücher des Marbodus Rhenanus (f 1123), ί Arnoldus Saxo (f 1220), Vincentius Bellovacen-sis (t 1264) und endlich das Werk des Albertus Magnus ,De rebus metallicis* fallen zeitlich über den Rahmen dieses Artikels hinaus, obwohl auch sie mehr oder weniger von dem alten Gute zehren.

Somit fällt die Hochblüte des griechischen Steinaber- und Zauberglaubens erst in die Zeit n. Ohr., namentlich erst in das 3.-5. Jhdt., wie auch die griechisch-ägyptischen Zauberpapyri beweisen. Jetzt spielte er auch im Kult eine be- ί deutende Rolle; denn jetzt begnügte man sich auch im Kult nicht mehr mit Gebet und Opfer, um die Gnade der Götter oder Dämonen zu erflehen, sondern griff zum theurgischen Zwang, um das göttlich-dämonische Pneuma, das nach der Lehre von der alles durchdringenden Sympathie auch in der sinnlich wahrnehmbaren Natur vorhanden sein sollte, dem Willen der Menschen zu unterwerfen. Dieses Ziel glaubte man am sichersten durch die Anfertigung und Weihe der · sogenannten pneumatischen oder beseelten Götterstatuen zu erreichen, denn derartige Statuen waren nicht mehr Bilder oder Symbole der betreffenden Gottheiten, sondern diese selbst, und dabei kam dem Material der Statuen, also namentlich der Holz- oder Steinart, eine große Bedeutung zu (vgl. OZ I § 805ff.); hierüber sei noch einiges bemerkt: Bei Apuleius (Apol. 6) wird schon Pythagoras als Autorität für die Auswahl des sympathischen Materials angeführt: non ex omni ligno, ut Pythagoras dicebat, dfbet Mercu-rtns exsculpi. Dementsprechend sagt auch Plinius (Hist. nat. XVI 14): quidam superstitiosius exquirunt materiam, unde numen exsculpant, et quamquam Priapus haud gravatur ficvlneus esse, non tarnen idem liceat in Mercurio. Denn dem Merkur war offenbar das Ebenholz sympathisch zugeeignet, aus dem auch die kleine Figur dieses Gottes gefertigt war, die Apuleius als Amulettbild und vielleicht auch als Zanberfigur bei sich trug (Apol. 63, vgl. Abt Die Apol. d. Apul., rel.-gesch. Vers. u. Vorarb. VII 3, Gießen 1909, p. 228t). Daher sagt auch der Zauberer im Pap. Lond. 122 (ed. Wessely Denkschr. Akad. Wien XLII 1893) Z. 6ff. zu Hermes (vgl. Reitzenstein Poimandres 20/21; OZ I § 406): ὄΖΜ ὄου καὶ τδ ξύλον, τδ ἐβέννινον, vorher aber bezeichnet er als jseine Pflanze* die ἤλολλα ἔτεβενθωητ und [768] diese koptischen Worte bedeuten ,die Traube, die da die Olive ist‘. Die Zauberpapyri geben überhaupt auch oft genug genaue Anweisungen für das Material und die Weihe der ἔμψυχα ἀγάλματα für die Praxis, während die Theorie in den Werken der beiden Neuplatoniker Porphyrios und Iamblichos Περὶ ἀγαλμάτων niedergelegt war; von der Schrift des Porphyrios sind größere Partien in der Praep. ev. des Eusebios erhalten (vgl, OBörtzler Die Schrift des P. von den Götter

bildern, Diss. Erlangen 1903. Bidez Vie de Porphyre. Gand-Leipzig 1913 p. l*ff.), die Schrift des Iamblichos aber, die Photios (Bibl. cod. 215) noch las und gegen die der Christ Ioannes Philo-ponos unter Iustinian eine Gegenschrift richtete, ist vollständig verloren. Nur bei Photios (a. a. O.. pag. 173 b 4ff.B) lesen wir noch: lau μὲν οὐν ὁ σκοπος Ἰαμβλίχω θειὰ τε δεῖξαι τὰ εἰδωλά - ταντὰ γὰρ ὑποβάλλει τῶ ὀνόματι τοῦ ἀγάλματος ἴθ - καὶ θείας μετουσίας ἀνάπλεα ου μόνον ὄσα χεῖρες ἀνθρώπων κρυφίρ πράξει τεχνησάμεναι, διὰ τὸ ἄδηλον τοῦ τεχνίτου διοπετὴ ἐπονόμασαν - ταῦτα γὰρ οὐρανίας τε φύσεως εἶναι κάκεῖθεν ἐπὶ γης πεσεῖν ἐς ου καὶ τὴν ἐπωνυμίαν φέρειν συνεστήσαντο - ἀλλὰ καὶ δοὰ τέχνη χαλκευτικὴ καὶ λαξευτικὴ καὶ ἡ τῶν τεκτόνων ἐπὶ δήλῳ μισθφ καὶ ἐργασία διεμορφώσατο. τούτων οὐν ἀπάντων Ἴργα τε ὑπερφυὴ καὶ δόξης ἀνθρώπινης κρείττονα γράφει ὁ Ἰάμβλιχος, πολλὰ μὲν μυθολογῶν ἀπίθανα, πολλὰ δὲ ἄδηλους φέρων αἰτίας, πολλὰ δὲ καὶ τοῖς ὄρω-

μένοις ἐναντία γράφειν οὐκ αἰσχυνόμενος. Aber auch in seiner erhaltenen Schrift Περὶ μυστηρίων (V 23 p. 151/52 und Anin. 100/101 meiner Übersetzung) sagt derselbe Iamblichus: ου δεὶ δυσχεραίνειν πάσαν ὕλην, ἀλλὰ μόνην τὴν ἀλλοτρίαν τῶν θεῶν, τὴν δὲ οἰκείαν πρὸς αὐτούς (d. h. die die ihnen sympathische) ἐκλέγεσθαι ὡς συμφωνεῖν δυναμενην εἰς τε θεῶν οἰκοδομήσεις καὶ καθιδρύσεις ἀγαλμάτων.. . οὐδὲ γὰρ ἄν ἄλλως τοῖς ἐπὶ 40 γῆς τόποις ἡ τοῖς δεύρο κατοικοῦσιν ἀνθρώποις μετουσία ἄν γενοιτὸ τῆς τῶν κρειττόνων λήψεως, εἰ μὴ τις τοιαύτη καταβολὴ πρώτη καθιδρυθείη. πείθεσθαι δὲ χρὴ τοῖς ἀπορρήτοις λόγοις (d. h. der Geheimlehre der Theurgen), ὡς καὶ διὰ τῶν μακαρίων θεαμάτων (durch göttliche Visionen) ὕλη τις ἐκ θεῶν παραδίδοται, αὐτὴ τοίνῖν συμφυῆς ἐστιν αὐτοῖς ἐκείνοις τοῖς διδοῦσιν. So hat nach Porphyrios (De philosoph. ex orac. haur. bei Euseb.. Praep. ev. V 13, 3.1 p. 233 Dind.) Hekate selbst 50 in einem λόγων angeordnet, daß ihr ἄγαλμα her-

gestellt werde ἡ Παρίοιο λίθου ἡ εὐξεστου ἔλεφαντος. Da sich aber die Sympathie jeder Gottheit zugleich über gewisse Steine, Tiere und Pflanzen erstreckte, haben die Theurgen ihre Gnaden -bilder nicht nur aus Steinen allein hergestellt, sondern Erzeugnisse aller drei Naturreiche in der wunderlichsten Weise zusammengemengt; davon spricht sehr ausführlich Proklos (De sacrif. et magia, p. 6/7 Kr., vgl. OZ I § 393ff). Und 60 wieder liefern die Zauberpapyri die Bestätigung

für die Praxis, wie z. B, die Anweisungen dar-tun, die im Pap. Leid. V (ed. A. Dieterich Jahrb. f. klass. Philol., Suppl. XVI 1888) col. I Z. 14ff. für die Anfertigung und Weihe einer Erosfigur gegeben werden (OZ I § 809 p. 217). Auch der interessante, wiewohl keineswegs historische Bericht des Athenodoros (um 90 v. Chr.) bei Clemens Alex. (Protrept, cap. 4, 48. I p. 53L [769] Dind. = Font, hist rel. Aeg. 89) über die Zusammensetzung des weltberühmten Gnadenbildes des Sarapis zu Alexandria ist heranzuziehen: Se-sostris (!) habe von seinen großen Kriegszügen auch griechische Künstler nach Ägypten mitgebracht und einem von ihnen, namens Bryaxis, befohlen, ein Kultbild seines προπάτωρ Ὄσιρις herzustellen,· ὁ; νλὴ κατακεχρηταὶ εἰς δημιουργίαν μικτὴ καὶ ποικίλη ρίνημα γὰρ χρυσὸν ἤν αὐτφ καὶ ἀργύρου χαλκου τε καὶ σιδήρου καὶ μόλυβδου, πρὸς δὲ καὶ καστινέρον, λίθων δὲ Αἰγυπτίων ἔνε· δεὶ οὐδὲ εἰς, σαπφείρου καὶ αἰματίτου θραύσματα σμαράγδον τε, ἄλλα καὶ τοπαζίου. λεάνας οὐν τὰ πάντα καὶ ἀναμίξας ἔχρωσε κυάνῳ, ου δὴ χάριν μελάντερον τὸ χρώμα τοῦ ἀγάλματος, καὶ τῷ τῆς Ὀσίριδος καὶ τοῦ Ἄπιος κηδείας ὕπολελειμμενω φνράσας τὰ πάντα διέπλασεν τὸν Σάραπιν. ου καὶ τούνομα αἰνίττεται τὴν κοινωνίαν τῆς κηδείας καὶ τὴν ἐκ τῆς ταφῆς δημιουργίαν, σύνθετον ἀπὸ τε Ὀσίριδος καὶ Ἄπιος γενόμενον Ὀσίραπις. Athe-nodoros will also den Namen des Gottes aus Osiris-Apis erklären und läßt daher dem Material der Statue auch die Überbleibsel von der Einbalsamierungsmasse zumengen, die bei der Mumifizierung des Osiris und auch seines heiligen Tieres, des Apisstieres, verwendet worden war: mag auch sonst vom Sarapisbilde zu Alexandria nur gemeldet werden, daß es aus einer unbekannten und vom Himmel gefallenen Holzart bestand (Font. hist. rel. Aeg. 569, 570) oder aus allen möglichen Materien gefertigt war (S. 386), die Beimengung der Balsamierungsmasse an sich wäre nichts Auffallendes, da mehrere Stellen ausdrücklich darauf hinweisen, daß man auch sonst dem Material der beseelten Standbilder Stoffe oder Bestandteile aus den Körpern der Sympathietiere der betreffenden Gottheiten beimengte, damit das Pneuma der Gottheit vermittelst des Pneumas ihres heiligen Tieres sich mit der sonstigen Materie des Bildes verbinde (vgl. OZ I § 809 p. 217/18). Über die sympathische und magische Bedeutung der Metalle und des Salzes sei auf den OZ (I § 143. 286. 605. 596ff. 423. 485. 590f. 864) verwiesen. - Außer der schon angeführten Literatur vgl. noch Bouché Leclercq Hist. de la divination dans l'antiquité (Paris 1879) I 183f. A. Dieterich Jahrb. f. kl. Philol., Suppl. XVI (1888) 786. Mély Rev. arch., 3. Serie XII (1888) 317ff. Wessely Wien. Stud. VIII 180. Wünsch Antikes Zaubergerät S. 39. Riess o. Bd. I S. 50, 17ff. Wundt Völkerpsychol. II 2 (1906; 202ff. 218ff. [‌Th. Hopfner.]

  1. Corpus Inscriptionum Latinarum X, 356.
  2. Corpus Inscriptionum Latinarum X, 1.