Zur ältesten Ansicht der Stadt Dresden
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Die Erläuterungen, die ich dem im Jahrgang 1906 dieser Blätter auf Seite 90 wiedergegebenen Kupferstiche Heinrich van Cleefs[WS 1] beigefügt habe, bedürfen einer Berichtigung. Nach wiederholter Prüfung des Bildes bin ich zu der Überzeugung gelangt, daß das rechts vom Brückentore emporragende schmale Bauwerk mit gotischen Erkern und spitzem Dach nicht, wie ich früher meinte, die Alexiuskapelle und überhaupt nicht ein auf der Brücke stehendes Gebäude, sondern den [16] hinter der Brücke herausragenden Dachreiter der alten Frauenkirche darstellt, der bis zuletzt diese Gestalt hatte, wenn er auch auf dem Bilde ebenso wie alle andern Türme der Stadt übermäßig in die Höhe gezogen erscheint. Der falsche Eindruck, daß das Türmchen auf der Brücke stehe, wird dadurch hervorgerufen, daß es sich infolge kräftiger Zeichnung zu sehr in den Vordergrund drängt und daß weder über noch unter der Brücke hindurch eine Spur vom Kirchengebäude zu sehen ist. Möglich wäre es auch, daß der Kupferstecher die vielleicht etwas flüchtige Zeichnung van Cleefs mißverstanden und das Türmchen tatsächlich auf die Brücke gesetzt hat. Faßt man es als das Frauentürmchen auf, so erweist sich das weiter rechts stehende große Gebäude mit dem hohen Dache und dem breiten Turme ganz zwanglos als die Kreuzkirche, so daß dann das Bild keinerlei Rätsel mehr aufgibt.