Krim

Krim (Deutsch)

Substantiv, f, Toponym

Singular Plural
Nominativ die Krim
Genitiv der Krim
Dativ der Krim
Akkusativ die Krim

Alternative Schreibweisen:

veraltet, sonst selten: Krym

Worttrennung:

Krim, kein Plural

Aussprache:

IPA: [kʁɪm]
Hörbeispiele:  Krim (Info)
Reime: -ɪm

Bedeutungen:

[1] ukrainische Halbinsel zwischen Asowschem und Schwarzem Meer
[2] auf der unter [1] beschriebenen Halbinsel befindliche Gebietskörperschaft (Verwaltungseinheit [Autonome Republik Krim, Oblast Cherson, Sewastopol] oder – historisch gesehen – Staatsgebilde [Khanat der Krim, Volksrepublik Krim])

Herkunft:

Die Herkunft des Namens ist nicht abschließend geklärt.[1] Wenigstens drei Varianten kursieren: Danach geht die Bezeichnung erstens etymologisch auf das mongolisch-tatarische Wort kerimFestung‘ zurück, zweitens auf das krimtatarische Wort qrım  crhFelsen‘ oder drittens auf die Kimmerier, einen Volksstamm, der in der Antike auf der Krim ansässig gewesen sein soll[1] (weitere Varianten siehe Крим (Krym)  uk).

Synonyme:

[1] Krim-Halbinsel
[1] historisch: Chasarische Halbinsel, Skythische Halbinsel, Taurien, Tauris, Taurische Halbinsel, Tavria

Oberbegriffe:

[1] Halbinsel
[2] Gebietskörperschaft

Unterbegriffe:

  • Verwaltungseinheiten:
[2] Autonome Republik Krim  WP, Sewastopol (Aqyar), Oblast Cherson  WP
[2] historisch: Gazaria, Gouvernement Taurien  WP
  • Staatsgebilde:
[2] Khanat der Krim  WP / Krim-Khanat, Volksrepublik Krim  WP

Meronyme:

[1] Arabat-Nehrung, Kertschhalbinsel / Kertsch-Halbinsel, Krimgebirge / Jailagebirge / Taurisches Gebirge, Landenge von Perekop, Sywasch / Sywaschsee / Faules Meer
[1, 2] Armjansk (Ermeni Bazar), Dschankoj (Canköy), Eupatoria / Jewpatorija (Kezlev), Feodossija (Kaffa), Jalta, Kertsch (Keriç), Saky (Saq), Sewastopol (Aqyar), Simferopol (Aqmescit), Sudak, Tschornomorske / Akmetschit (Aqmeçit)

Beispiele:

[1] „Bereits im 6. Jahrhundert vor Christus wurde auf der Krim Wein gekeltert.“[2]
[1] „Im Jahr 1997 erkannte Moskau mit der Unterzeichnung des sogenannten ‚Großen Vertrags‘ die Grenzen der Ukraine an, inklusive der mehrheitlich von ethnischen Russen bewohnten Halbinsel Krim.[3]
[1] „Ich weiß nicht mehr, wann ich wieder nach Hause kommen kann, auf die Krim. Wann wird es diese »Nicht-mehrs« nicht mehr geben? Welche werden nach dem Ende des Krieges annulliert? Welche werden für immer bleiben? Heimweh besteht aus zwei Teilen: »Heim« erinnert dich an den Abstand, »weh« – an die Unmöglichkeit, dahin zu gehen, wo dein Heim ist. Ich lebe schon lange nicht mehr auf der Krim, aber erst jetzt habe ich verstanden, was Heimweh eigentlich ist. Erst jetzt gibt es Weh.“[4]
[2] „Im Jahre 1669, […], war Čoban ʿĀdil Girāy Khan der Krim. Er wurde bereits am 4. Ramażān 1076 (10. März 1666)[…] durch die Hohe Osmanische Pforte auf den Thron des Vasallenstaates bestellt. Wenige Zeit später begab er sich unter dem Schutze osmanischer Galeeren in die Krim.[…][5]
[2] „Bislang kann das ukrainische Parlament die Beschlüsse des Regionalparlaments der Krim nur aussetzen, diese aber nicht für ungültig erklären. Die Abgeordneten der Krim hatten ihre Regierung ermächtigt, eigene Streitkräfte aufzustellen und eine doppelte Staatsbürgerschaft zu ermöglichen. Der Vorsitzende des Parlaments der Krim, Sergej Zekow, begrüßte den Vorschlag Krawtschuks. […] Abgeordnete der Krim hatten zuvor betont, sie wollen sich nicht von der Ukraine lösen, beanspruchten aber einen Sonderstatus.“[6]
[2] „Im Jahr 1994 bekam die Krim einen eigenen Präsidenten, Juri Meschkow, der die Frage der Unabhängigkeit der Krim wieder auf die politische Tagesordnung setzte und ein neues Referendum vorschlug.“[7]

Wortbildungen:

[1, 2] selten: Krimer, krimisch / krimsch
[1] Krimhalbinsel / Krim-Halbinsel
[1] Krimgebirge, Krimsekt
[1] Krimgote, Krimtatar
[1] Krim-Kongo-Fieber / Krim-Kongo-Hämorrhagisches-Fieber
[1, 2] Krimannexion / Krim-Annexion, Krimbewohner / selten: Krimer / selten: Krimianer, Krimbrücke, Kriminvasion / Krim-Invasion, Krimkrieg, Krimkrise / Krim-Krise

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Wikipedia-Artikel „Krim
[1, 2] Wikipedia-Artikel „Krim (Begriffsklärung)
[1] Duden online „Krim
[1, 2] wissen.de – Lexikon „Krim
[1] PONS – Deutsche Rechtschreibung „Krim
[1] The Free Dictionary „Krim
[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache – Korpusbelege [public] → Gegenwartskorpora mit freiem ZugangKrim
[*] Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch – elexiko „Krim
[*] Uni Leipzig: Wortschatz-PortalKrim
[1, 2] Meyers Lexikonredaktion (Herausgeber): Duden, Das Neue Lexikon in zehn Bänden, mit rund 100 000 Stichwörtern und über 7 500 meist farbigen Abbildungen, Spezialkarten, Tabellen und Übersichten im Text. 3. Auflage. Band 5: Indi – Lau, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1996, ISBN 3-411-04353-9, Stichwort »Krim«, Seite 1910.
[1, 2] Christa Becker, Lars Günther, Günther Kirchberg; [Duden-]Redaktion Schule und Lernen (Herausgeber): Duden; Schülerduden, Länder – Städte – Kontinente. Ein Lexikon der Länderkunde und regionalen Geografie; Länderkunde und regionale Geografie von A wie Aachen bis Z wie Zypern. 2., neu bearbeitete Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2005, ISBN 3-411-71052-7, Stichwort »Krim«, Seite 217 (Internet Archive).
[1] Dr. Oleksandr Donik, Prof. Dr. Rainer Lindner: Die Krim. In: www.lpb-bw.de. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, abgerufen am 22. Februar 2026.
[1] Kerstin Susanne Jobst: Krim. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2019 (Stand: 14. Juni 2020), abgerufen am 22. Februar 2026.

Quellen:

  1. 1 2 Nach Kerstin Susanne Jobst: Krim. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2019 (Stand: 14. Juni 2020), abgerufen am 22. Februar 2026.
  2. Dagmar Sonderegger: Die Krim entdecken. Unterwegs auf der Sonneninsel im Schwarzen Meer. 4. Auflage. Trescher Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-89794-115-1, Seite 80 (Google Books).
  3. Roman Goncharenko: Russland und die Ukraine: Chronik bis zum Angriff. In: Deutsche Welle. 24. Februar 2022 (URL, abgerufen am 26. Februar 2022).
  4. Anna Melikova: Ich ertrinke in einem fliehenden See. Roman. Von der Autorin um deutschsprachige Passagen ergänzte Originalausgabe, Matthes & Seitz, Berlin 2024 (übersetzt von Christiane Pöhlmann aus dem Russischen), ISBN 978-3-7518-0983-2, Seite 11.
  5. J[osef]. Matuz: Eine Beschreibung des Khanats der Krim aus dem Jahre 1669. In: Acta Orientalia. Volume 28, 1963, ISSN 0001-6438, Seite 131, DOI: 10.5617/ao.5245 (Archiv-URL, abgerufen am 22. Februar 2026).
    Die Kursivsetzungen des Originalsatzes wurden nicht übernommen.
  6. AP/dpa/Reuter: Im Streit um die Zukunft der Krim. In: Süddeutsche Zeitung. 3. Juni 1994, ISSN 0174-4917, Seite 8.
  7. Serhii Plokhy: Der Angriff. Russlands Krieg gegen die Ukraine und seine Folgen für die Welt. Hoffmann und Campe, Hamburg 2023 (Originaltitel: The Russo-Ukrainian War, übersetzt von Bernhard Jendricke und Peter Robert aus dem Englischen), ISBN 978-3-455-01589-8 (E-Book; Google Books).

Ähnliche Wörter (Deutsch):

ähnlich geschrieben und/oder ausgesprochen:
Levenshtein-Abstand von 1: Kim, Kram, Krem, Krimi
Levenshtein-Abstand von 2: Grimm

Krim (Niedersorbisch)

Substantiv, f, Toponym

Singular Dual Plural
Nominativ Krim
Genitiv Krim
Dativ Krim
Akkusativ Krim
Instrumental Krim
Lokativ Krim
Singular Dual Plural
Nominativ Krim
Genitiv Krima
Dativ Krimoju
Akkusativ Krim
Instrumental Krimom
Lokativ Krimje

Anmerkung zur Flexion:

Der Name ist in aller Regel indeklinabel (1. Flexionstabelle), kommt jedoch seltener – wohl nach obersorbischem Vorbild – auch flektiert vor (2. Flexionstabelle).

Alternative Schreibweisen:

veraltet, sonst selten: Krym

Worttrennung:

Krim, kein Dual, kein Plural

Aussprache:

IPA: [krʲim],[1] [krɨm],[1] [krɪm],[1] [kʀɪm],[1] [kʁɪm][1]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] ukrainische Halbinsel zwischen Asowschem und Schwarzem Meer
[2] auf der unter [1] beschriebenen Halbinsel befindliche Gebietskörperschaft (Verwaltungseinheit [Autonome Republik Krim, Oblast Cherson, Sewastopol] oder – historisch gesehen – Staatsgebilde [Khanat der Krim, Volksrepublik Krim])

Synonyme:

[1] Krimski połkupa
[1] historisch: Tawrika

Oberbegriffe:

[1] połkupa
[2] teritorialne zjadnośeństwo

Unterbegriffe:

  • Verwaltungseinheiten:
[2] Awtonomna republika Krim  WP, Sewastopol  WP (Aqyar), oblasć Cherson / oblast Cherson / Chersońska oblasć / Chersońska oblast
  • Staatsgebilde:
[2] Krimski khanat, Ludowa republika Krim

Meronyme:

[1] Arabatska wuska połkupa / Arabatska kosa, Kerčska połkupa, Krimske góry, Perekopska wuscyna kraja, Sywaš / Gniłe Mórjo
[1, 2] Armjańsk (Ermeni Bazar), Džankoj (Canköy), Eupatoria / Jewpatorija (Kezlew), Feodosija (Kafa), Jalta, Kerč (Keriç), Saky (Saq), Sewastopol (Aqyar), Simferopol (Aqmescit), Soldap / Sudak, Čornomóŕske / Akmečit (Aqmeçit)

Beispiele:

[1] „Ako běchmy zajtša wocy wotcynili a z kulowatego woknyška glědali, smy měli kšasny poglěd na połkupu Krim.[2]
„Als wir morgens die Augen aufmachten und aus dem kleinen Rundfenster schauten, hatten wir einen herrlichen Blick auf die Halbinsel Krim.
[1] „Pśi swojom pśebywanju na Krimje jo Mickiewicz na jadnom městnje wjelike rownišćo ze starych casow wiźeł.“[3]
„Bei seinem Aufenthalt auf der Krim hatte Mickiewicz an einem Ort eine große Grabstätte aus alten Zeiten gesehen.“
[2]

Wortbildungen:

Adjektiv: krimski

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Niedersorbischer Wikipedia-Artikel „Krim
[1, 2] Niedersorbischer Wikipedia-Artikel „Krim (wěcejwóznamowosć)
[1, 2] Deutsch-Niedersorbisches Wörterbuch „Krim
[1] Dolnoserbske mjenja / Niedersorbische Namen: Krim

Quellen:

  1. 1 2 3 4 5 Nach Fabian Kaulfürst, Joanna Szczepańska: Dolnoserbske wugronjenje – Niedersorbische Aussprache. In: www.dolnoserbski.de. Sorbisches Institut, 24. Mai 2019, abgerufen am 22. Februar 2026.
  2. Nowy Casnik. Nummer 9, 1978, ISSN 0029-5418, Seite 4 (Dolnoserbski tekstowy korpus, Suchanfrage »Krim«, Nummer 7).
  3. Nowy Casnik. Nummer 3, 1999, ISSN 0029-5418, Seite 5 (Dolnoserbski tekstowy korpus, Suchanfrage »Krimje«, Nummer 14).

Krim (Obersorbisch)

Substantiv, f, Toponym

Singular Dual Plural
Nominativ Krim
Genitiv Krimy
Dativ Krimje
Akkusativ Krim
Instrumental Krimu
Lokativ Krimje
Vokativ Krim

Anmerkung:

Die Vokativformen finden sich nur in bildlicher, allegorischer oder allgemein dichterischer Sprache.

Alternative Schreibweisen:

veraltet, sonst selten: Krym

Worttrennung:

Krim, kein Dual, kein Plural

Aussprache:

IPA: [kʀɪm], [kʁɪm], selten: [krɪm]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] ukrainische Halbinsel zwischen Asowschem und Schwarzem Meer
[2] auf der unter [1] beschriebenen Halbinsel befindliche Gebietskörperschaft (Verwaltungseinheit [Autonome Republik Krim, Oblast Cherson, Sewastopol] oder – historisch gesehen – Staatsgebilde [Khanat der Krim, Volksrepublik Krim])

Synonyme:

[1] Krimski połkupa
[1] historisch: Tawrika

Oberbegriffe:

[1] połkupa
[2] teritorialna korporacija

Unterbegriffe:

  • Verwaltungseinheiten:
[2] Awtonomna republika Krim  WP, Sewastopol  WP (Aqyar), oblasć Cherson / Chersonska oblasć / Chersońska oblasć
  • Staatsgebilde:
[2] Krimski khanat, Ludowa republika Krim

Meronyme:

[1] Arabatska kosa, Kerčska połkupa, Krimske horiny, Perekopska wužina kraja / Perekopski istmus, Sywaš
[1, 2] Armjansk (Ermeni Bazar), Dźankoj (Canköy), Jewpatorija (Kezlew), Feodosija (Kafa), Jalta, Kerč (Keriç), Saky (Saq), Sewastopol (Aqyar), Simferopol (Aqmescit), Sudak, Čornomorske / Akmečit (Aqmeçit)

Beispiele:

[1] „Po ludowym prawje słuša połkupa Krim mjenujcy k Ukrainje.“[1]
„Nach dem Völkerrecht gehört die Halbinsel Krim nämlich zur Ukraine.“
[2]

Wortbildungen:

krimski
Bewohnernamen (Oikistonyme): Krimjan m / Krimjanka f

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Obersorbischer Wikipedia-Artikel „Krim
[1, 2] Obersorbischer Wikipedia-Artikel „Krim (wjacezmyslnosć)
[1] Datowa banka geografiskich eksonymow: „Krim
[1, 2] Bernhard Baier et al.: soblexx – hornjoserbsko-němski słownik. Stichwort »Krim«.

Quellen:

  1. SERBSKE NOWINY. Nummer 146, 30. Juli 2020, Seite 2 (Hornjoserbski tekstowy korpus, Suchanfrage »Krim«, Nummer 7).