lustige Witwe

lustige Witwe (Deutsch)

Substantiv, f, Wortverbindung, adjektivische Deklination, Redewendung

starke Deklination ohne Artikel
Singular Plural
Nominativ lustige Witwelustige Witwen
Genitiv lustiger Witwelustiger Witwen
Dativ lustiger Witwelustigen Witwen
Akkusativ lustige Witwelustige Witwen
schwache Deklination mit bestimmtem Artikel
Singular Plural
Nominativ die lustige Witwedie lustigen Witwen
Genitiv der lustigen Witweder lustigen Witwen
Dativ der lustigen Witweden lustigen Witwen
Akkusativ die lustige Witwedie lustigen Witwen
gemischte Deklination (mit Possessivpronomen, »kein«, …)
Singular Plural
Nominativ eine lustige Witwekeine lustigen Witwen
Genitiv einer lustigen Witwekeiner lustigen Witwen
Dativ einer lustigen Witwekeinen lustigen Witwen
Akkusativ eine lustige Witwekeine lustigen Witwen

Worttrennung:

lus·ti·ge Wit·we, Plural: lus·ti·ge Wit·wen

Aussprache:

IPA: [ˌlʊstɪɡə ˈvɪtvə]
Hörbeispiele:

Bedeutungen:

[1] umgangssprachlich veraltend: verheiratete Frau, die bei längerer Abwesenheit ihres Mannes eine oder mehrere außereheliche Beziehungen eingeht; verwitwete Frau, die ein ausschweifendes Leben führt

Herkunft:

Die ab 1910 bezeugte Wendung bezieht sich frei auf die Operette »Die lustige Witwe« von Franz Lehár.[1]

Sinnverwandte Wörter:

[1] grüne Witwe, politische Witwe, Strohwitwe, weiße Witwe

Oberbegriffe:

[1] Ehefrau, Frau

Beispiele:

[1] „Die Dame des Hauſes ſetze nach beſtem Wiſſen möglichſt ihre Gäſte ſo, daß ſie einander gegenſeitig ergänzen – den muſikliebenden Herrn neben die geſangſtudierende Dame, den beleſenen Mann neben die Schriftſtellerin, den älteren Lebemann neben die ‚luſtige Witwe‘ uſw.[2]
[1] „Constanze, mit der Mozart neun Jahre lang verheiratet war, ist von den meisten Historikern als leichtsinnige Ehefrau, lustige Witwe und liederliche Mutter verkannt worden.“[3]
[1] „Die Verehrer, die bei der lustigen Witwe ein- und ausgehen, sind dem Herrn in adretter Frisur und korrekter Kleidung ein Dorn im Auge.“[4]
[1] „Die tragisch-groteske Saga der ‚Hundert Jahre Einsamkeit‘ im Bananendorf Macondo hat er erzählt, hat im ‚Herbst des Patriarchen‘ dem Urtyp aller lateinamerikanischen Diktatoren ein monströses Denkmal gesetzt und mit Herzenslust auch ‚Die Liebe in den Zeiten der Cholera‘ besungen – die wilde Liebe in der Jugend und die milde im Alter, die der lustigen Witwen und einsamen Jäger, diese ganze süße Liebe in all ihrem Schmelz und Schmalz, so wie sie eben ‚wirklich ist im Leben: fast wie eine Seifenoper‘.“[5]

Übersetzungen

Referenzen und weiterführende Informationen:
[1] Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Witwe«.

Quellen:

  1. Nach Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7, Stichwort »Witwe«.
  2. Lillian Eichler: So oder ſo? Fingerzeige für geſellſchaftlichen Erfolg. 1. Auflage. Dieck & Co., Stuttgart 1928 (Originaltitel: Etiquette Problems in Pictures, übersetzt von Beatrice C. Loeb).
  3. Fast kriminalistisch. In: DER SPIEGEL. Nummer 08, 17. Februar 1965, ISSN 0038-7452, Seite 96, 99.
  4. Rolf Michaelis: Qualverwandtschaft. In: DIE ZEIT. Nummer 12, 14. März 1975, ISSN 0044-2070, Seite 24 (Archiv-URL, abgerufen am 22. Februar 2026).
  5. Gunar Ortlepp: Satansbrut der Karibik. In: DER SPIEGEL. Nummer 34, 22. August 1994, ISSN 0038-7452, Seite 161.