Alternative für Deutschland

Alternative für Deutschland
Partei­vorsitzende Alice Weidel
Tino Chrupalla
Stell­vertretende Vorsitzende Stephan Brandner
Peter Boehringer
Kay Gottschalk
Bundes­geschäfts­führer Hans-Holger Malcomeß
Bundes­schatz­meister Carsten Hütter
Ehren­vorsitzender Alexander Gauland
Gründung 6. Februar 2013
Gründungs­ort Oberursel (Taunus)
Haupt­sitz Eichhorster Weg 80
13435 Berlin
Jugend­organisation Generation Deutschland
Zeitung AfD Kompakt
Parteinahe Stiftung Desiderius-Erasmus-Stiftung
Aus­richtung Rechtspopulismus
Rechtsextremismus
Nationalkonservatismus
Völkischer Nationalismus
Neoliberalismus
Islamfeindlichkeit
EU-Skepsis
Antifeminismus
Anti-LGBTQ
Rassismus
Farbe(n) hellblau, rot, weiß
Bundestagssitze
151/630
Sitze in Landtagen
278/1891
Staatliche Zuschüsse 18.194.313,77 Euro (2025)
Mitglieder­zahl 73.108 (Stand: Januar 2026)
Mindest­alter 16 Jahre
Frauen­anteil 17 Prozent
(Stand: Dezember 2018)
Europaabgeordnete
15/96
Europapartei Europa der Souveränen Nationen (ESN)
EP-Fraktion Europäische Konservative und Reformer (EKR) (2014–2016)
Europa der Freiheit und der direkten Demokratie (EFDD) (2016–2019)
Identität und Demokratie (ID) (2019–2024)
Europa der Souveränen Nationen (ESN) (seit 2024)
Website www.afd.de

Die Alternative für Deutschland (abgekürzt AfD) ist eine rechtsextreme und rechtspopulistische, völkisch-nationalistisch ausgerichtete politische Partei in Deutschland. Sie wurde 2013 gegründet, zog bei der Europawahl 2014 in das Europäische Parlament, später in alle deutschen Landesparlamente und bei der Bundestagswahl 2017 mit der drittstärksten Fraktion in den 19. Deutschen Bundestag ein. Seit der Bundestagswahl 2025 stellt sie die zweitstärkste Fraktion. Zu einer Regierungsbeteiligung kam es bisher weder auf Landes- noch auf Bundesebene.

Die AfD vertrat anfangs EU-skeptische, wirtschafts-, national- neoliberale Positionen. Teile der Partei neigten aber von Beginn an auch zum Nationalkonservatismus und zum völkischen Nationalismus. Seit ihrer Gründung radikalisierte sie sich fortlaufend, so dass selbst das weit rechts stehende Rassemblement National die Zusammenarbeit mit ihr im Europaparlament aufkündigte. Die AfD will den Sozialstaat abbauen, Geringverdiener gegenüber Gutverdienern schlechterstellen und einer Sparpolitik gegenüber Investitionen Vorrang geben. Zugleich fordert sie Rentenerhöhungen und die Abschaffung von Erbschafts- und Grundsteuer. Die Partei spricht sich für eine restriktive Migrationspolitik aus und diskutiert auch politisch extreme Ideen wie zwangsweise Remigration, sogar von deutschen Staatsbürgern mit ausländischen Wurzeln. Dazu sei laut Björn Höcke auch eine „wohltemperierte Grausamkeit“ legitim. Als einzige Partei im Bundestag leugnet die AfD den menschengemachten Klimawandel und will zukunftsweisende Klimatechnologien nicht fördern. Sie vertritt seit Jahren und auch nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2022 russlandfreundliche Positionen und arbeitet dazu mit Teilen der US-Regierung unter Donald Trump zusammen.

Die kontinuierliche Radikalisierung der AfD nach rechts ging mit Austritten gemäßigterer Vertreter und Führungswechseln einher. In der AfD gibt es verschiedene, teils widersprüchliche innerparteiliche Vereinigungen, informelle Parteiflügel und Einzelmeinungen. Während kleinere Gruppen christlich-fundamentalistische und direktdemokratische Positionen vertreten, vertreten größere organisierte Teile autoritäre, völkisch-nationalistische, homophobe, antifeministische, antisemitische und geschichtsrevisionistische Positionen. Als Sammelbecken der rechtsextremen Teile gilt der offiziell aufgelöste, aber weiter aktive Flügel um den Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke, dem 2024 60 % der Delegierten und zwei Drittel des Vorstands zugerechnet wurden. Einzelne Landesbehörden und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) stuften mehrere Landesverbände und andere Teile der Partei wegen ihrer Verbindung mit neurechten Gruppen wie der Identitären Bewegung als „gesichert rechtsextremistisch“ und als Gegner der freiheitlich-demokratischen Grundordnung Deutschlands ein. So 2023 beispielsweise die damalige Jugendorganisation der Partei, die Junge Alternative für Deutschland (JA), die daher 2025 aufgelöst und durch eine neue Organisation ersetzt wurde.

Seit 2018 beobachten deutsche Verfassungsschutzämter die AfD als Ganzes. Ab Anfang 2021 stufte das BfV die Bundespartei als rechtsextremen Verdachtsfall ein. Eine Klage der AfD dagegen wurde rechtskräftig abgewiesen. Die Einstufung der ganzen AfD als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ vom Mai 2025 setzte das BfV im Rahmen einer Stillhaltezusage bis zu einer Entscheidung im Eilverfahren aus. Im Februar 2026 untersagte das Verwaltungsgericht Köln dem BfV diese Einstufung vorläufig bis zu einer erstinstanzlichen Entscheidung im Hauptsacheverfahren.

  1. Impressum – Alternative für Deutschland. In: afd.de. Alternative für Deutschland, abgerufen am 12. Juni 2024.
  2. Wie sich die neue AfD-Jugend aufstellt. In: tagesschau.de. 14. Oktober 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  3. 1 2 Warum die AfD verboten werden könnte. (PDF) In: Deutsches Institut für Menschenrechte. Abgerufen am 22. Dezember 2024 („Tatsächlich aber handelt es sich um eine rassistische und rechtsextreme Partei, zu deren Zielen es gehört, die in Artikel 1 Absatz 1 GG verankerten Garantien zu beseitigen.“ (Seite 37)).
  4. Alexander Häusler: Die Alternative für Deutschland: Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10637-9.;
    Heinrich August Winkler, zitiert von David Bebnowski: Die Alternative für Deutschland. VS Verlag, 2015, ISBN 978-3-658-08286-4, S. 28.
  5. Thomas Gesterkamp: Männerpolitik und Antifeminismus. (Memento vom 28. März 2019 im Internet Archive) Hans-Böckler-Stiftung, 1/2015;
    Elisabeth Tuider, Martin Dannecker: Das Recht auf Vielfalt: Aufgaben und Herausforderungen sexueller Bildung. Wallstein, Göttingen 2016, ISBN 978-3-8353-1836-6, S. 2011;
    Alexander Häusler (Hrsg.): Die Alternative für Deutschland: Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10637-9, S. 205 f.
  6. Festsetzung der staatlichen Mittel für das Jahr 2025. Deutscher Bundestag, 31. Januar 2026, abgerufen am 1. März 2026.
  7. Plus 110 Prozent – Mitgliederboom bei Linken, auch die AfD legt deutlich zu. In: Die Welt. 7. März 2026, abgerufen am 7. März 2026.
  8. Leila Al-Serori: Radikal, rechts, Frau. In: sueddeutsche.de. 13. Februar 2019, abgerufen am 13. Februar 2019.
  9. Bundesamt für Verfassungsschutz stuft „Institut für Staatspolitik“, „Ein Prozent e. V.“ und „Junge Alternative“ als gesichert rechtsextremistische Bestrebungen ein. Pressemitteilung. In: Bundesamt für Verfassungsschutz. 26. April 2023, abgerufen am 26. April 2023.
  10. AfD beschließt Wahlprogramm und neue Jugendorganisation. zeit.de, 12. Januar 2025, abgerufen am 16. Januar 2025.