Geschichte der Hamburger Hochbahn
Die Geschichte der Hamburger Hochbahn beginnt Ende des 19. Jahrhunderts mit der Idee eines solchen Verkehrsmittels. Nach Abwägen aller Alternativen wurde 1906 der offizielle erste Spatenstich zum Bau des Hochbahnringes und dessen Abzweigen gefeiert. Verschiedene Vorarbeiten wurden jedoch schon ab 1900 parallel zur Neuordnung des Hamburger Eisenbahnwesens durchgeführt. Zu den alternativen Vorschlägen gehörte unter anderem auch eine Hängebahn nach dem Vorbild der Wuppertaler Schwebebahn. Der Bau der Strecke mit Bahndämmen, Viadukten, Tunnels und den Stationen geschah zunächst durch die Baudeputation. Die Ausrüstung der Strecken und Stationen mit Betriebsmitteln wie Stellwerke, Signalen und Stromschienen usw. zur Versorgung mit Elektrizität übernahmen die Elektro-Unternehmen Siemens & Halske und AEG. Die Betriebskonzession vergab der hamburgische Senat an diese beiden Elektro-Unternehmen mit einem Vertrag Anfang 1909 mit der Maßgabe, dass eine Betriebsgesellschaft gegründet werden soll. Dafür wurden mit Hilfe der Deutschen Bank und einem Grundkapital von 15 Millionen Mark am 27. Mai 1911 die Hamburger Hochbahn Aktiengesellschaft gegründet. Am 9. Oktober 1911 wurde sie ins Handelsregister eingetragen.
Zehn Jahre nach der Inbetriebnahme der Berliner Hoch- und Untergrundbahn und zwei Jahre nach Eröffnung der Unterpflasterbahn der damals selbstständigen Stadt Schöneberg wurde mit der Strecke Barmbek – Rathausmarkt am 15. Februar 1912 in Hamburg die dritte U-Bahn im Deutschen Kaiserreich eröffnet. Weitere Streckeneröffnungen folgten schrittweise, bis 1915 das geplante Grundnetz mit Ringbahn und deren Zweiglinien nach Hellkamp (Eimsbüttel), Ohlsdorf und Rothenburgsort komplettiert waren. Ab 1918 erfuhren die Zweigstrecken mehrere Verlängerungen, bevor 1931 als letzte Netzerweiterung vor dem Zweiten Weltkrieg die Kell-Jung-Strecke (Kellinghusenstraße – Jungfernstieg) als schnelle Innenstadtanbindung eröffnet wurde.
Ab 1943 musste der Betrieb der U-Bahn zeitweise eingestellt werden, weil durch die schweren Luftangriffe auf Hamburg große Teile des Netzes zerstört waren. Bis zum Sommer 1950 wurde mit Ausnahme der Strecke nach Rothenburgsort das gesamte Netz wieder in Betrieb gesetzt. Erst 1960 konnte mit der Verlängerung der Kell-Jung-Strecke in der Innenstadt nach knapp 30 Jahren die erste Netzerweiterung gefeiert werden. In den Folgejahren wurden, auch im Zusammenhang mit der weiter fortschreitenden Stilllegung des Straßenbahnnetzes, zwischen 1958 und 1973 in kurzen Abständen weitere Streckenabschnitte eröffnet. Nach der Fertigstellung der Wandsbeker Strecke 1963 war es möglich, den Betrieb des U-Bahn-Netzes auf drei Linien aufzuteilen. Im Rahmen des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) führte die Hamburger Hochbahn (HHA) 1966 erstmals Liniennummern für ihre U-Bahn ein.
Ab 1973 stagnierte trotz zahlreicher Planungen der Ausbau des U-Bahn-Netzes wegen der wirtschaftlichen Rezession. Erst 1985 konnte mit der Nordverlängerung der U2 nach Niendorf Markt wieder eine Netzerweiterung vollzogen werden. Den Abschluss der folgenden Netzergänzungen bildete 1996 der Ausbau des südlichen Streckenteils der Alsternordbahn zwischen Garstedt und Norderstedt Mitte zur U-Bahn. Ab 2006 wurde eine Strecke zwischen Jungfernstieg und der neu entstandenen HafenCity bis zu den Elbbrücken (Linie U4) geschaffen.
Die Geschichte der Hamburger Hoch- und Untergrundbahn lässt sich in mehrere Etappen oder Phasen einteilen:
- ab 1890 Planung und Bau erster Strecken
- ab 1923 Zusammenwachsen eines Schnellverkehrssystems
- ab 1955 Ersetzen der Straßenbahn durch Bus und U-Bahn
- ab 1975 Ergänzungen und Vervollständigungen des Streckennetzes
- ↑ Die Ringlinie der Hamburger Hochbahn: | Ihre Haltestellen und Verzeichnis der Architekten. fredriks.de (private Website).
- ↑ Museum der Arbeit: Unterwegs · 90 Jahre Hamburger U-Bahn. Hans Christians, Hamburg 2002; S. 113.
- ↑ W. Stein: Erweiterungsbauten der Hoch- und Untergrundbahn in Hamburg. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 20, 1931, S. 289–292 (zlb.de).
- ↑ Herbert Hußmann: Betriebsabwicklung und Ausrüstung der Hamburger U-Bahn. In: Der Stadtverkehr, Heft 1/1970, S. 14–18, Verlag Werner Stock, Brackwede.