Definiere die folgenden
(kursiv gedruckten) Begriffe.
- Das Bildmaß unter einer messbaren Abbildung
-
von einem Maßraum
in einen Messraum
.
- Ein
Wahrscheinlichkeitsraum.
- Das
erzeugte Parallelotop
zu linear unabhängigen Vektoren
in einem reellen Vektorraum
.
- Das
Maß zu einer Dichte
auf einem Maßraum
.
- Ein
total beschränkter
metrischer Raum
.
- Ein
Hilbertraum.
Lösung
- Unter dem Bildmaß versteht man das für messbare Teilmengen
durch
-

definierte
Maß
auf
.
- Ein Wahrscheinlichkeitsraum ist ein
Maßraum
mit
.
- Man nennt
-
![{\displaystyle {}P={\left\{a_{1}v_{1}+\cdots +a_{n}v_{n}\mid a_{i}\in [0,1]\right\}}\,}](../../_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/0e72c9f12db01bdf6276ff3ac49e53bb7ed0f0cd.svg)
das von den
erzeugte Parallelotop.
- Man nennt das für jede
messbare Teilmenge
durch
-

definierte Maß auf
das Maß zur Dichte
.
- Ein
metrischer Raum
heißt
total beschränkt,
wenn es zu jedem
endlich viele Punkte
derart gibt, dass
-

gilt.
- Ein
-
Vektorraum
mit
Skalarprodukt,
der mit der
zugehörigen Metrik
ein
vollständiger
metrischer Raum
ist, heißt
Hilbertraum.
Formuliere die folgenden Sätze.
- Der Satz über die Beziehung zwischen einer
-
Algebra
und einem
Dynkin-System.
- Der
Satz von der monotonen Konvergenz.
- Der
Satz von Stone-Weierstrass.
Lösung
- Es sei
eine Menge. Für ein
Mengensystem
auf
sind äquivalent.
-
ist ein
durchschnittsstabiles
Dynkin-System
-
ist eine
-Algebra.
- Es sei
ein
-
endlicher
Maßraum und sei
-
eine
wachsende
Folge
von nichtnegativen
messbaren
numerischen Funktionen
mit der
Grenzfunktion
. Dann gilt
-

- Es sei
ein
kompakter
topologischer Raum
und
eine
-
Unteralgebra,
die die Punkte aus
trennt.
Dann ist
-

D.h. jede stetige Funktion
lässt sich beliebig gut durch Funktionen aus
approximieren.
Lösung
Lösung
Aufgrund der Additivitätseigenschaft eines Maßes ist

nach der bekannten Regel für die Summe der ersten
Zahlen.
Lösung
Es sei
die Breite des Papiers
(alles in Zentimetern).
Das Volumen des aufgewickelten Papiers ist
-

Die unbekannte Dicke sei
. Das abgewickelte Klopapier bilden einen Quader mit dem gleichen Volumen, also
-

Somit ist
-

Die Dicke ist also ungefähr ein halber Millimeter.
Lösung
Wir müssen zeigen, dass das Komplement
-

offen ist. Es sei also
ein Paar mit
.
Aufgrund der vorausgesetzten Hausdorff-Eigenschaft gibt es disjunkte offene Mengen
mit
und
. Es ist
und nach Definition der Produkttopologie ist
eine offene Menge in
. Wegen der Disjunktheit folgt aus
sofort
.
Also ist
-

und
ist die Vereinigung von solchen offenen Produktmengen, also selbst offen.
Es sei
ein
Messraum
und
eine nichtnegative messbare Funktion. Zeige, dass auch die Funktion
-
messbar ist.
Lösung
Wir schreiben die Funktion
als Hintereinanderschaltung
-
Da die Wurzelfunktion stetig ist, ist sie auch messbar und da die Hintereinanderschaltung von messbaren Abbildungen wieder messbar ist, ergibt sich die Messbarkeit von
.
Beweise den Satz über die Fortsetzung eines äußeren Maßes.
Lösung
Es sei
.
Das Mengensystem
ist natürlich eine Überpflasterung von
, sodass
in der Menge vorkommt, über die das Infimum genommen wird. Für jede Überpflasterung
,
,
von
gilt
und somit
-

sodass
gilt.
Für beliebige Teilmengen
gilt trivialerweise
,
da eine Überpflasterung von
insbesondere eine Überpflasterung von
ist.
Es sei nun
,
,
eine abzählbare Familie von Teilmengen von
. Wir müssen
nachweisen. Wenn der rechte Ausdruck gleich
ist, so ist nichts zu zeigen. Wir können also voraussetzen, dass die rechte Familie
summierbar
ist. Die Summanden dieser Familie sind jeweils das Infimum über Summen, die jeweils zu Überpflasterungen gehören.
Nehmen wir an, dass die linke Seite größer als die rechte Seite sei, wobei die Differenz größer als
sei. Sei
,
,
so gewählt, dass
ist; eine solche Familie gibt es aufgrund der Abzählbarkeit von
, siehe
Aufgabe 9.24 (Analysis (Osnabrück 2021-2023)).
Zu jedem
gibt es eine Überpflasterung
mit einer abzählbaren Indexmenge
, mit
und mit
-

Die Menge
ist als abzählbare Vereinigung abzählbarer Mengen wieder abzählbar. Wir betrachten nun die durch
,
,
(mit
)
gegebene Überpflasterung von
. Damit gelten unter Verwendung des
großen Umordnungssatzes
die Abschätzungen
ein Widerspruch.
Beweise die Tschebyschow-Abschätzung
(Tschebyschow-Ungleichung)
für eine messbare nichtnegative Funktion
-
auf einem
-endlichen Maßraum
.
Lösung
Es sei
-
eine messbare nichtnegative Funktion und

. Es sei

. Dann ist
-
![{\displaystyle {}T\times [0,a]\subseteq S(f)\,}](../../_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/a74f9013b7b0f7784ffa0355328830e22a4d1b30.svg)
(im Subgraphen),
also
-
![{\displaystyle {}a\cdot \mu (T)=(\mu \otimes \lambda ^{1})(T\times [0,a])\leq (\mu \otimes \lambda ^{1})(S(f))=\int _{M}f\,d\mu \,.}](../../_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/b8a2ee361e08b662efb1a53fb95a050e352d8aa1.svg)
Berechne das Volumen des von den drei Vektoren
-
im
erzeugten Parallelotops.
Lösung
Das Parallelotop ist das Bild des Einheitswürfels unter der durch die Matrix
-
gegebenen linearen Abbildung. Nach
Satz 7.2 (Maß- und Integrationstheorie (Osnabrück 2022-2023))
ist sein Volumen gleich dem Betrag der Determinante dieser Matrix. Wir berechnen die Determinante mittels der Regel von Sarrus, d.h. wir betrachten
-
Daher ist
-

Das Volumen ist also
.
Lösung
Der Subgraph zur Indikatorfunktion
ist
![{\displaystyle {}{\begin{aligned}A_{n}&={\left\{(x,t)\mid x\in M,\,0\leq t\leq e_{T_{n}}(x)\right\}}\\&={\left\{(x,t)\mid x\in T_{n},\,0\leq t\leq e_{T_{n}}(x)\right\}}\cup {\left\{(x,t)\mid x\in M\setminus T_{n},\,0\leq t\leq e_{T_{n}}(x)\right\}}\\&={\left\{(x,t)\mid x\in T_{n},\,0\leq t\leq 1\right\}}\cup {\left\{(x,t)\mid x\in M\setminus T_{n},\,0\leq t\leq 0\right\}}\\&=T_{n}\times [0,1]\cup (X\setminus T_{n})\times \{0\}\\&=T_{n}\times [0,1]\cup X\times \{0\}.\end{aligned}}}](../../_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/272420124e8a479d8ffc156459b1cdb844d5d506.svg)
Wegen
ist somit auch
. Offenbar ist
. Für ein beliebiges
gibt es aufgrund der Ausschöpfungseigenschaft ein
mit
. Für dieses
ist auch
, sodass
gilt. Also liegt eine Ausschöpfung vor.
Es sei
ein
endlicher
Maßraum
und
,
,
eine Familie von
messbaren Mengen
mit den zugehörigen Indikatorfunktionen
. Wir betrachten die Abbildung
-
Zeige, dass die Abbildung
-
nicht stetig sein muss. Welche Voraussetzungen aus
Satz 11.1 (Maß- und Integrationstheorie (Osnabrück 2022-2023))
sind erfüllt, welche nicht?
Lösung
Für jedes
ist
-

Wenn z.B.
ein Maßraum ist mit
und die Familie durch
-
gegeben ist, so besitzt die Funktion
eine Sprungstelle in
und ist daher nicht stetig.
Die Bedingung (1) ist erfüllt. Für festes
geht es um die Abbildung
-
Da
nach Voraussetzung messbar ist, ist diese Abbildung messbar.
Die Bedingung (3) ist erfüllt, und zwar mit der konstanten Funktion
. Es ist
aufgrund der vorausgesetzten Endlichkeit des Maßraumes
, und es ist
für jede Indikatorfunktion.
Da die Schlussfolgerung des Satzes nicht gilt, kann die Bedingung (2) nicht generell erfüllt sein.
Berechne den Flächeninhalt des Bildes des Rechtecks
unter der Abbildung
-
Lösung
Die Abbildung ist bijektiv mit der Umkehrabbildung
-
Die Jacobi-Matrix ist
-
mit der Jacobi-Determinante
-
Für die Punkte mit
liegt also kein lokaler Diffeomorphismus vor und für die Punkte mit
liegt ein Diffeomorphismus auf das Bild vor. Auf
ist also die
Transformationsformel
anwendbar. Die Ausnahmemenge
hat den Flächeninhalt
und das gilt nach
Korollar 13.6 (Maß- und Integrationstheorie (Osnabrück 2022-2023))
auch für das Bild davon. Daher kann man die Transformationsformel anwenden und nach
Fubini
ist somit
-

Lösung
Es sei
ein beliebiger Repräsentant. Wir betrachten
und
.
Dabei bezeichnet
die Menge derjenigen Zahlen, die in jeder Komponente ein rationales Vielfaches der irrationalen Zahl
sind. Die beiden Mengen sind zueinander disjunkt und beide abzählbar, daher ist auch ihre Vereinigung abzählbar. Wir ersetzen
durch die Funktion
, die durch
-

definiert ist. Die beiden Funktionen unterscheiden sich nur auf einer Nullmenge, daher definieren sie die gleiche Klasse in
. Für jeden Punkt
und jede offene Umgebung
sind die beiden Mengen
und
dicht, daher kann
in
nicht stetig sein.
Lösung
Aufgabe (0 Punkte)
Lösung erstellen
Lösung
Es ist unter Verwendung von
Satz 12.10 (Maß- und Integrationstheorie (Osnabrück 2022-2023))
und
Korollar 13.2 (Maß- und Integrationstheorie (Osnabrück 2022-2023))
![{\displaystyle {}{\begin{aligned}{\frac {1}{T}}\int _{0}^{T}(f*g)(t)e^{-{\mathrm {i} }\omega nt}dt&={\frac {1}{T^{2}}}\int _{0}^{T}{\left(\int _{0}^{T}f(t-s)g(s)ds\right)}e^{-{\mathrm {i} }\omega nt}dt\\&={\frac {1}{T^{2}}}\int _{[0,T]\times [0,T]}f(t-s)g(s)e^{-{\mathrm {i} }\omega nt}dsdt\\&={\frac {1}{T^{2}}}\int _{[0,T]\times [0,T]}f(t-s)e^{-{\mathrm {i} }\omega n(t-s)}g(s)e^{-{\mathrm {i} }\omega ns}dsdt\\&={\frac {1}{T^{2}}}\int _{[0,T]\times [0,T]}f(u)e^{-{\mathrm {i} }\omega nu}g(s)e^{-{\mathrm {i} }\omega ns}dsdu\\&={\frac {1}{T^{2}}}\int _{[0,T]}f(u)e^{-{\mathrm {i} }\omega nu}du\cdot \int _{[0,T]}g(s)e^{-{\mathrm {i} }\omega ns}ds\\&=c_{n}d_{n}.\end{aligned}}}](../../_assets_/eb734a37dd21ce173a46342d1cc64c92/8e6f262c2d23261644a9dc0f84020eef5b017ba9.svg)